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1. Schuljahr - Elternforum

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Geschrieben von Drachenlady am 20.03.2010, 10:40 Uhr

Schulrauswurf wegen massiv schlechten Verhalten

In der Klasse meiner Tochter gab es auch einen Jungen, der gelinde gesagt über Tisch und Bänke ging. Er schubste die Mädchen die Treppen rauf und runter und mit den anderen Jungs begann er mitten im Unterricht eine Prügelei. Der Junge war auch hochaggressiv, zerstörte alles was ihm in die Finger kam und machte auch vor Lehrern keinen halt. Fragte man ihn, warum er das jetzt gemacht hätte, sagte er oftmals nur, dass er es gar nicht gewollt hätte und auch gar nicht mitbekommen hätte, was er da jetzt gemacht hatte.

Gespräche mit den Eltern verliefen zunächst fruchtlos, da sie ihren Sohn als "normal" betrachteten. Er wäre halt nur etwas "munterer" als alle anderen Kinder.

Er wurde von der Regelschule verwiesen und kam auf eine Grundschule für verhaltensgestörte Kinder. Zusätzlich fällte der Kinderarzt die Diagnose ADS und packte den Jungen in ein spezielles und neues Programm, das ganz ohne Medikamente auskommen soll.

Das ist jetzt schon eine ganze Weile her und kürzlich traf ich die Mutter wieder. Es ginge ihrem Sohn schon etwas besser und das eigentlich mit einem relativ einfachen Trick. Das Zusammenleben mit so einem Kind, so sagte sie mir, funktioniert nur mit einem ganz straffen Regelment und einem ganz durchorganisierten Tagesablauf.

Problem bei ihrem Jungen war einfach die Reizüberflutung. Die 25 Kinder und nur eine erwachsene Person die da für Ordnung sorgen sollte, waren dem Jungen schlicht weg zu viel. Auch das was aus dem Fernseher raus kam, war dem Jungen einfach zu viel. Was die Eltern ihm sagten, war einfach zu viel, bzw. hätten einfach strukturierte Anweisungen gereicht.

Das Gefüge innerhalb der Familie musste ihrem Sohn ganz neu beigebracht werden. Das Wort "Respekt" musste dem Jungen ganz neu vermittelt werden.

Nun, der Fernseher ist in einem seperatem Raum verschwunden, zu dem der Junge keinen Zutritt hat. Die Playstation wurde abgeschafft, das Nintendo nutzt er für Lernprogramme, aber auch nur kontrolliert.

Innerhalb der Familie hat der Junge bestimmte Regeln einzuhalten. Innerhalb des Tagesablaufes sind gewisse Ziele gesteckt, die der Junge erreichen möchte, denn diese Ziele beinhalten Dinge, die er unwahrscheinlich gerne machen möchte. Zum Beispiel möchte er mit seinem Vater eine Autoshow besuchen. Hält er sich nicht an das vereinbarte Regelment, bleibt er an der Stelle so lange stehen, bis er das gemacht hat, was er eigentlich tun sollte. Sein eigentliches Ziel wandert dann aber zwangsläufig innerhalb des Tagesablaufs weiter nach hinten.

Dieses Verfahren braucht unwahrscheinlich viel Konsequenz. Einmal weichwerden und nachgeben bedeutet sofort, dass der Junge zu pokern beginnt. Sofort hat er eine neue Angriffsfläche an der er seine Mutter packen und knacken kann. Ein "nein" muss dann auch ein "nein" sein.

Zusätzlich macht der Junge sehr viel Sport. Um den Respekt zu lernen macht er in der Tat einen Kampfsport. Zusätzlich geht er aber auch zum Fussballtraining und kann sie dort richtig verausgaben.

Wenn es aus dem Jungen doch mal wieder herausbricht, dann wird der junge Mann nicht in den Boden gestampft, sondern es wird sofort Ursachenforschung betrieben. In 99 von 100 Fällen war irgendetwas zuviel, was der kleine Kopf einfach in dem Moment nicht verarbeitet bekam und somit eine Kettenreaktion an Handlungen ausgelöst hat.

Vielleicht kann dir das mit deinem Sohnemann auch helfen oder aber zumindest neue Ansätze vermitteln.

 
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