Plazenta praevia diagnostiziert -> Risiko für Plazenta accreta?

M. Sc. Martina Höfel Frage an M. Sc. Martina Höfel Master of Science in Midwifery, Hebamme im DHV - Deutscher HebammenVerband e.V.

Frage: Plazenta praevia diagnostiziert -> Risiko für Plazenta accreta?

Hallo, bei mir (32, 1. Kind, noch keine Voroperationen am Uterus oder Kürettagen) wurde letzte Woche (21 SSW) eine Plazenta praevia festgestellt, die zugleich eine Vorderwandplazenta ist. Ich weiß nicht, welche genaue Form der Plazenta praevia vorliegt. Auf meine Frage, wie weit sie am Muttermund unten liegt, meinte mein Frauenarzt nur "schon ziemlich drüber". Er zeigte sich trotzdem sehr optimistisch, dass sie noch nach oben "wandert" in den nächsten Wochen. Meine große Sorge besteht nun vor allem in der Angst vor einer Plazenta accreta. In mehreren Veröffentlichungen habe ich nun gelesen, dass bei einer Plazenta praevia ohne vorherige Section ein Risiko von 2-5% besteht, auch gleichzeitg eine Plazenta accreta zu haben. Natürlich ist da immer noch die Chance hoch, dass man keine Lösungsstörung, sondern "nur" eine Plazenta praevia hat, doch empfinde ich das genannte Risiko schon nicht gerade gering, wenn man bedenkt, wie extrem unwahrscheinlich eine Plazenta accreta in völlig normalen Schwangerschaften wäre und wie gefährlich eine Verwachsung sein kann. Ich tue mir auch schwer, darauf zu vertrauen, dass es mir schon nicht passieren wird, weil ich schon mehrere viel viel unwahrscheinlichere Diagnosen hatte (Dermoidzyste als Jugendliche und Uterus bicornis). Ich hätte 3 Fragen an Sie: 1. Falls sich die Plazenta tatsächlich noch nach oben schieben würde, hätte ich dann trotzdem noch ein erhöhtes Risiko für eine Plazenta accreta, weil die Plazenta ja monatelang unten lag und sich da womöglich schon festgewachsen hat? 2. Wenn es jetzt bei meiner Plazenta praevia bleiben sollte, wie hoch ist dann mein Risiko, sogar eine der ganz schlimmen Formen von Lösungsstörung, also eine Plazenta increta oder percreta zu haben? 3. Wird mein Frauenarzt aufgrund der Diagnose der Plazenta praevia nun von selbst irgendwann durch Ultraschall eine Plazenta accreta abzuklären versuchen bzw. mich zur Abklärung an eine Klinik überweisen, oder ist das nicht vorgesehen, wenn man nicht zur höchsten Risikogruppe (Frauen mit praevia + vorheriger Sectio) gehört? Ich würde mich schon gerne auf Hinweise auf eine Lösungsstörung untersuchen lassen, weil überall zu lesen ist, dass eine vorgeburtliche Diagnose den Ausgang der Operation deutlich verbessern kann. Vielen Dank und viele Grüße

von carolinchen20 am 20.05.2020, 20:15



Antwort auf: Plazenta praevia diagnostiziert -> Risiko für Plazenta accreta?

Liebe carolinchen, Bei einer tief sitzenden Placenta (Placenta sitzt in der Nähe des Muttermundes) "wandert" die Placenta gefühlt noch. Die Placenta heftet sich ans Gewebe der Gebärmutterwand und verankert sich dort. Mit Zunahme der Größe der Gebärmutter "wandert" sie also scheinbar, sitzt aber in Wirklichkeit am gleichen Fleck. Jetzt zur "Wanderrichtung". Nehmen Sie einen Luftballon und malen Sie einen Punkt von 2 cm Durchmesser drauf (ungefähr dort, wo jetzt Ihre Placenta im Uterus sitzt) - dann pusten Sie den Luftballon auf. Die Placenta verhält sich genauso wie der Punkt auf dem Luftballon. Er wird auf keinen Fall über den Luftschlitz wandern, sondern Richtung Mitte und oben! Placenta praevia marginalis (Placentarand berührt den Muttermund), partialis (Placenta bedeckt teilweise den Muttermund) oder totalis (Placenta liegt komplett über dem Muttermund) Eine Placenta ganz oder teilweise direkt über dem Muttermund bleibt meist dort, da dort das Gewebe nicht so sehr zunimmt. Zur Accreta bzw. den anderen Formen der Placentalösung könnte man lediglich spekulieren. Diese Formen sind eher selten und niemand kann im Vorfeld viel dazu sagen. Liebe Grüße Martina Höfel

von Martina Höfel am 21.05.2020



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