Erdnussallergie - und nun ...?

Erdnussallergie - und nun ...?

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Erdnüsse sind gesund. Sie enthalten viel Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe und sind ein guter Folsäure-Lieferant. Doch die kleine bohnenartige Hülsenfrucht aus Südamerika hat nicht nur positiv Eigenschaften, sondern ist leider einer der häufigsten Auslöser schwerer allergischer Reaktionen.

Generell haben Nahrungsmittelallergien bei Kindern in den letzten Jahren stark zugenommen, und die Erdnuss gehört neben Milch, Ei und Weizen zu den häufigsten Allergenen. Für Kinder ist das natürlich schlimm, da viele, bei den Kleinen sehr beliebte Lebensmittel wie Cornflakes, Schokolade oder Nussnougatcreme Erdnüsse enthalten.

Formen und Anzeichen einer Erdnuss-Allergie

Eine Erdnussallergie kann in verschiedenen Abstufungen auftreten - von minimalen Anzeichen wie Kratzen im Hals bis hin zu hochgradigen allergischen Reaktionen. Außerdem kommt sie als Kreuzallergie bei Pollenallergikern vor, dann aber vorwiegend im Frühjahr oder Sommer während der Heuschnupfenzeit. Grundsätzlich gehört die Erdnussallergie zu den Typ I-Allergien. Das heißt, allergische Reaktionen zeigen sich sofort oder spätestens innerhalb von zwei Stunden. Anzeichen können z.B. Hautreaktionen oder Juckreiz sein, ein Anschwellen der Nasen- und Rachenschleimhäute, Husten, pfeifende Atmung oder auch Bauchweh, Übelkeit und Durchfall.

Falls Sie so eine Reaktion bei Ihrem Kind nach dem Verzehr von erdnusshaltigen Produkten beobachten, sollten Sie dies bitte möglichst schnell mit einem Allergietest beim Kinder- oder Hautarzt abchecken lassen. Hat sich die Allergie bestätigt, hilft fortan leider nur meiden. Erdnüsse haben ein sehr hohes allergenes Potential. Schon winzige Spuren können bei Allergikern Symptome hervorrufen. Das bedeutet also tatsächlich eine starke Einschränkung im Leben und unter Umständen auch eine ziemlich große Umstellung im Alltag. Dummerweise nimmt eine Erdnussallergie nicht wie andere Allergien bei Kindern im Laufe der Zeit ab, sondern bleibt bei 3 von 4 Menschen ein Leben lang bestehen.

"Kann Spuren von Erdnüssen enthalten"

Ein großes Problem für Allergiker: Erdnüsse und erdnusshaltige Produkte sind in den letzten Jahren ein immer größerer Bestandteil unserer Ernährung geworden. Aber nicht nur Erdnussflips oder die von Kindern geliebte Nussnougatcreme mit den großen roten Buchstaben sind nun tabu. Auch Schokolade, Kekse, Müsliriegel und Cornflakes enthalten meist Erdnüsse. Spuren davon stecken außerdem in sehr vielen Lebensmitteln, in denen man sie gar nicht vermuten würde, z.B. in Gewürzen, frittierten Produkten wie Pommes oder Geflügelnuggets, außerdem in manchen Vitaminpräparaten, Medikamenten und Kosmetika.

Wichtig zu wissen: Für einen sicheren Einkauf von Produkten ohne Erdnüsse reicht die Zutatenliste allein nicht aus, da diese nur die absichtlich eingesetzten Lebensmittelbestandteile abbildet. Unabsichtliche Verunreinigungen werden nicht aufgeführt und es besteht für den Hersteller keine Pflicht diese anzugeben. Nur wenn der freiwillige Hinweis "kann Spuren von ... enthalten" auf dem Produkt zu finden ist und Erdnüsse dort nicht genannt werden, ist man auf der sicheren Seite.  

Das Verhalten im Alltag

Der Umgang mit einem kleinen Erdnussallergiker im Alltag bietet durchaus einige Schwierigkeiten - vor allem, wenn die Kinder selber noch zu klein sind, um andere auf ihre Allergie aufmerksam zu machen. Hier bleibt Ihnen als Eltern nichts anderes übrig, als Kindergärtnerinnen, Babysitter, Eltern von Freunden, also alle die mit Ihrem Kind zu tun haben, konsequent über die Allergie aufzuklären. Auch im Restaurant müssen Sie sicherheitshalber immer nach den Zutaten fragen.

Zuhause macht es Sinn, Lebensmittel im Schrank oder Kühlschrank deutlich zu kennzeichnen, z.B. mit einem grünen Punkt (= erdnussfrei) und einem roten Punkt (= Vorsicht erdnusshaltig!). Sollte Ihr Kind allerdings unter einer extremen Form der Allergie leiden, ist es wirklich am besten, wenn die ganze Familie zuhause auf erdnusshaltige Produkte verzichtet.

Für Notfälle: Medikamente gegen anaphylaktischem Schock

Leider kann es trotz aller Vorsicht passieren, dass ein hochgradig allergisches Kind versehentlich etwas mit Erdnüssen isst. Eine allergische Schockreaktion, ein sogenannter anaphylaktischer Schock, ist zwar selten, kann dann aber lebensbedrohlich sein. Für so einen Fall sollten Sie Ihrem Kind ein Allergiker-Notfall-Set besorgen, das es dann auch immer - im Kindergarten, bei Freunden, auf Ausflügen - dabeihaben sollte. Es enthält ein Antihistaminikum (z.B. Cetirizin, Fenistil ...) sowie eine Adrenalin-Fertigspritze für sehr heftige Reaktionen und wird Ihnen vom Kinderarzt verschrieben.

Wie Allergien bei Babys vorbeugen?

Eine häufige Frage von besorgten Eltern ist natürlich, ob man eine Allergieentwicklung irgendwie verhindern kann. Inzwischen weiß man, dass es keinen Sinn macht, Erdnüsse vorbeugend zu meiden, um eine Allergieentwicklung zu verhindern. Im Gegenteil: neuere Studien deuten darauf hin, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr mit Allergieauslösern Kontakt hatten, daraufhin weniger Allergien entwickeln.

Allerdings sollte man Kleinkindern bis etwa zum dritten Geburtstag grundsätzlich KEINE ganzen Nüsse geben wegen der Gefahr des Erstickens. Andere Produkte, die die gesunde kleine Hülsenfrucht enthalten wie Frühstücksflocken oder Kindermüsli sollten Sie Ihrem Kind aber - solange es nicht allergisch ist - nicht vorenthalten. Und gegen ein Stückchen Schokolade oder einen Keks ist ab und zu auch nichts einzuwenden, sofern sonst größtenteils gesunde Nahrungsmittel auf dem Speiseplan stehen.

Hier erfahren Sie, worauf Sie generell bei der Einführung von Beikost bei allergiegefährdeten Babys achten sollten.

Mehr zum Thema Allergien und insbesondere zu Nahrungsmittelallergien lesen Sie in unserem großen Spezialbereich Allergien.

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