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Stillen - Tipps, Erfahrungen und Austausch für stillende Mütter

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Geschrieben von Kandee am 18.07.2022, 7:32 Uhr

Es ist kompliziert :)

Hallo,

Ich weiß nicht so genau, wie ich den Titel formulieren soll, deshalb versuche ich mein „Problem“ zu erklären.

Mein Hase ist jetzt 10,5 Monate alt. Er hat von Anfang an eigentlich nur mit Brust im Mund geschlafen, die Nächte durch gestillt. War für mich okay, wenn auch echt anstrengend.

Jedenfalls hatte ich jetzt auf meiner linken Seite seit 1,5 Monaten mit ständigen Staus, Entzündungen, Milchbläschen und starken Schmerzen zu kämpfen. War bei zig Ärzten, Hebammen, Stillberaterinnen. Hab Schmerzmittel, Antibiotikum, lecithin, Mambiotic genommen. Laserbehandlung gemacht. Silberhütchen getragen.
Nichts hilft.
Ich denke, ich hab wirklich alles getan. Und letztlich die Entscheidung getroffen, die betroffene Seite abzustillen.

Der kleine trinkt nur noch nachts und da sollte es ja auch mit nur einer Seite klappen.

Allerdings hab ich einen kleinen Nimmersatt. Der sich nachts dann ärgert, weil halt kaum mehr was kommt. Also haben wir es mal mit einem Fläschen Pre probiert- und er liebt es. Er quietscht vor Freude, wenn er die Flasche nur sieht. Eine Wahnsinns Erleichterung. Er bekommt nun also morgens zum Frühstück und abends im Bettchen eine Flasche.
Allerdings fordert er danach dann immernoch die Brust ein zum einschlafen. Er nimmt keinen Nucki.
Die Brust ärgert ihn aber dann. Weil er sich mehr anstrengen muss. Weil wenig kommt…. So ab 2 Uhr nachts wird’s dann arg und er wacht auch richtig auf davon. Also haben wir ihm da dann auch nochmal ein Fläschchen gegeben. Auch da- nach dem fläschchen möchte er an die Brust.
Dann dreht er sich irgendwann weg, schläft ein bisschen, wacht wieder auf, sucht mich, dockt wieder an usw usf


Es zehrt langsam echt an mir…

Da er halt die Flasche SO gut nimmt, wäre es für mich natürlich eine Erleichterung, wenn ich ihn von der Brust entwöhnen könnte. Aber er liebt die Brust halt auch so.. er liebt alles so

Irgendwie sehe ich grade schwarz, den kleinen Mann dann jemals nachts abzustillen, wenn er trotz Flasche immer meine Brust braucht..

Wir haben auch schon probiert, dass mein Mann ihn dann hält und bisschen in den Schlaf schuckelt. Da protestiert er schon sehr. Also er schreit oder weint jetzt nicht, aber quengelt und protestiert halt.
Und das will ich dann irgendwie auch nicht..

Es ist halt gerade auch ein alter, in dem Mama einfach der größte Star ist….

Habt ihr tips für mich? Motivation? Ratschläge? Erfahrungen?

Lg

 
2 Antworten:

Re: Es ist kompliziert :)

Antwort von Mimi1818 am 18.07.2022, 20:24 Uhr

Hey, also erstmal finde ich es bewundernswert, dass du trotz dieser Probleme weiterhin gestillt hast!

Zu dem Thema Nachts, meiner ist schon bisschen älter (14 Monate) aber ich hab sozusagen jede Nacht versucht das Stillen weiter rauszuschieben. Hier wurde richtig protestiert mit weinen und schreien, aber nur 2-3 Nächte und dann war es kein Problem. Mein Mann hat das dann hauptsächlich übernommen, damit er nicht auch noch die Milch andauernd riecht. Das ist hart, aber es hat sich gelohnt. Er hat dann nachts nicht mehr danach verlangt und ist mit etwas streicheln und kuscheln wieder eingeschlafen.

Ich hatte auch schon früher mal einen Versuch gestartet, da hat es nicht funktioniert. Aber ich glaube, das lag daran, dass ich noch nicht richtig bereit war. Jetzt war ich mir sicher, ich will es und dann hat es geklappt.
Wünsche dir viel Erfolg !

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Widersprüchliche Signale

Antwort von Lillimax am 19.07.2022, 8:08 Uhr

Hallo,

naja, Du wirst es nicht so gern hören, aber das Problem ist hausgemacht. Du hast Deinem Sohn angewöhnt, nur an der Brust einzuschlafen. Beim ersten Kind ist mir genau dasselbe passiert: Anfangs ist das Stillen so schön und innig, dass man kein Problem damit hat, wenn das Baby zum Einschlafen und auch nachts immer an der Brust hängt. Man glaubt, das sei natürlich und müsse so sein.

In Wirklichkeit gewöhnt man seinem Kind das Dauernuckeln damit selbst an. Und irgendwann wird es einem dann (verständlicherweise) zuviel. Aber dann ist es zu spät, weil das Baby seine liebgewonnene Gewohnheit natürlich nicht freiwillig aufgeben möchte, wieso auch. Oft hilft hier auch ein Blick auf die Naturvölker: Hier schlafen die Babys zwar immer bei der Mutter (tagsüber in einem Tragetuch, nachts neben ihr), aber sie werden nicht dauergestillt, denn die Mutter braucht ihre Kraft für die Feldarbeit am nächsten Tag und für ihre älteren Kinder. Das Dauerstillen ist also von der Natur nicht wirklich vorgesehen.

Beim zweiten Kind war ich klüger. Ich habe meinen Sohn abends gestillt und dann wach hingelegt. Ich bin bei ihm geblieben, habe die Wiege geschuckelt, und er ist völlig happy mit dem Blick auf mich eingeschlafen. Außerdem habe ich von Anfang an den Schnuller eingeführt (den ich beim ersten Kind völlig unnötig und doof fand). Er schlief hochzufrieden und meldete sich nur einmal nachts (meine Tochter dagegen gefühlt 1001 mal…).

Okay, nun ist es ja Dein erstes Kind, und das Problem besteht. Ich möchte dazu sagen: Dein Sohn ist in wenigen Wochen ein Kleinkind (ab 12 Monaten). Er beginnt mit etwa 11 Monaten, sein Ich und seine eigene Persönlichkeit zu entdecken. Er versteht dann auch, dass seine Wünsche und Mamas Wünsche nicht identisch sind, die Symbiose aus ihm und Dir lockert sich.

Das bedeutet konkret: Er hält es aus, wenn Du einen neuen Weg vorgibst, ohne dass er deshalb Schaden nimmt. Auch wenn er heftig protestiert, was sein gutes Recht ist, nimmt er keinen Schaden. In diesem Alter sind Konflikte zwischen den kindlichen und mütterlichen Wünschen normal und vorgesehen.

Du darfst ihn also bald wach hinlegen und es dann auch selbst aushalten, dass er natürlich einige Tage oder vielleicht auch ein, zwei Wochen unbedingt an seinem liebgewonnenen, gemütlichen Nuckelritual festhalten will und weint, wenn das nicht geht. Solange Du bei ihm bist, ihn streichelst, ansiehst, ihm zeigst, dass Du ihn verstehst, aber trotzdem jetzt ein neuer Weg begonnen wird, nimmt er keinen Schaden.

Weißt Du, mir half es damals, dass ich verstanden habe, dass es für die Mutter-Kind-Beziehung auch gar nicht gut ist, wenn man gegen seinen eigenen Willen und gegen das eigene Bedürfnis zum Dauernuckeln bereitsteht, obwohl man davon sogar körperliche Schmerzen oder Beschwerden bekommt. Du möchtest ja vorleben, dass jeder Mensch auch eigene Bedürfnisse und Grenzen hat. So wie Dein Sohn das auch lernen soll. Es ist gar nicht mal ein so gutes Vorbild, wenn Du ständig etwas tust, das Du innerlich eigentlich gar nicht mehr möchtest.

Mit einer Mama, die klare (keine widersprüchlichen) Signale sendet, die ihre Führungsrolle übernimmt und den Weg vorgibt, kommt ein Kind klar, auch wenn ihm das nicht leicht fällt. Das ständige Wischiwaschi (Mama will eigentlich nicht, tut es aber dann doch usw.) ist für ein Kind dagegen eher nicht so gut, es möchte noch gar nicht die Führungsrolle haben.

Das ist nur so ein Denkanstoß. Vielleicht erlaubst Du Dir, nach so langer Zeit einfach mal an Deine wunde Brust zu denken, die sich Erholung wirklich verdient hat. Und traust Deinem Sohn zu, dass er in den nächsten Wochen die Reife haben wird, erste Ablösungsschritte von Deiner Seite zu bewältigen. Denn dies ist etwa ab 11 Monaten ja der Fall.

LG

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