Stillen nach längerer Pause

Lachendes Baby auf einem weißen Handtuch

© fotolia, Adam Borkowski

Es kommt immer wieder vor, dass Mütter nach einer Stillpause wieder mit dem Stillen beginnen möchten. Das ist tatsächlich nicht unmöglich.

Beispielsweise kann der Wunsch aufkommen, wenn ein Baby eine starke Allergie entwickelt, die Milchersatznahrung nicht verträgt und Muttermilch sich als beste Nahrung anbietet.

Die Stillbeziehung erneut aufnehmen

In manchen Fällen wird die Stillbeziehung auch durch eine Erkrankung von Mutter oder Kind unterbrochen. Doch auch nach einer längeren Pause ist es möglich, die Stillbeziehung wieder neu anzuregen. Der Fachbegriff dafür lautet "Relaktation". Dabei ist aber wichtig zu wissen, dass die Mutter einen großen Stillwunsch haben sollte und auch bereit sein muss, viel Zeit zu investieren. Die Relaktation ist besonders am Anfang, wenn man die Milchproduktion ankurbeln möchte, sehr zeitintensiv. Um diesen Weg zu gehen, ist es wichtig, sich Unterstützung zu suchen. Eine Laktationsberaterin oder eine Nachsorgehebamme, geben wertvolle Tipps und stärken auch psychisch die Mutter. Aber auch eine Stillgruppe kann sehr motivierend und unterstützend sein, auf dem Weg zur Relaktation.

Zurück zur Muttermilch

Die Milchbildung können Mütter wieder ankurbeln, wenn das Baby öfter angelegt wird und wenn die Mutter regelmäßig Milch abpumpt oder ausstreicht. Das hört sich so einfach an, doch es kann sein, dass das Baby vorerst nicht an der Brust trinken will. Der Grund: Babys lernen schnell. Das Saugen aus dem Fläschchensauger ist viel einfacher und weniger anstrengend als das Trinken an der Brust. Wahrscheinlich wird das Baby wenig begeistert sein. Es wird protestieren, wenn es sich für seine Mahlzeit wieder mehr anstrengen muss. Haben Sie Geduld und bieten Sie Ihrem Kind immer wieder die Brust an. Das Kind muss sich erst wieder ans Stillen gewöhnen.

In der Übergangsphase zurück zum Stillen kann auch ein Brusternährungsset helfen. Das Set kann in der Apotheke oder im Sanitätshaus bestellt werden. Dabei handelt es sich um einen kleinen Behälter, den sich die Mutter während des Stillens umhängt. Durch einen dünnen Schlauch fließt die Milch direkt zum Baby an die Brust. So kann Ihr Baby zum Beispiel vorher abgepumpte Milch mittrinken, wenn es noch nicht genug Milch aus der Brust saugt, gewöhnt sich aber wieder ans Stillen. Das hat den Vorteil, dass die Brustwarze durch das Saugen trotz Zufüttern stimuliert wird.

Unterstützung finden bei der Relaktation

Die Phase der Relaktation kann für Mama und Baby sehr anstrengend sein. Auch erfordern die verschiedenen Möglichkeiten, die Milch ohne Fläschchen anzubieten, etwas Erfahrung. Wenn Sie eine Relaktation versuchen möchten, sollten Sie sich dafür professionelle Unterstützung holen. Sprechen Sie mit erfahrenen Hebammen oder mit einer Stillberaterin. Diese Fachfrauen können Sie mit Rat und Tat auf Ihrem Weg zurück zum Stillen unterstützen.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

Fragen zum Thema an die Stillberaterinnen Biggi Welter und Kristina Wrede

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