Kristina Wrede

Kristina Wrede

Stillberaterin

Kristina Wrede absolvierte ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Kristina Wrede viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. 2008 übernahm sie neben Biggi Welter zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de. Von August 2018 bis April 2019 besuchte sie Fortbildungen in Bindungsbasierter Beratung und Therapie (BBT) bei Prof. Dr. Karl-Heinz Brisch zur Anwendung von bindungsbasierter Beratung in der peri- und postnatalen Zeit, bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.

Kristina Wrede

Stillprobleme

Antwort von Kristina Wrede, Stillberaterin

Liebe Kira,

du musst dich gar nicht rechtfertigen, denn auch du liebst dein Kind über alles und willst ja nichts anderes, als dass es ihm gut geht! Tatsächlich gib es jedoch Alternativen zur Flasche, wenn zugefüttert werden muss (und dass es nicht immer ohne Zufüttern geht, sehen wir in der Praxis tagtäglich...). Du kannst z.B. einen kleinen Becher anstelle der Flasche verwenden. Das lernen die Kleinen ganz schnell und du vermeidest, dass eine Saugverwirrung entsteht. Hier siehst du, wie das gehen kann:

http://www.youtube.com/watch?v= G NJGerSZY&feature=related und
http://www.youtube.com/watch?v=OAQcvHkFbdc

Wir empfehlen immer, auf die Flasche möglichst zu verzichten, denn die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung.

Hinzu kommt, dass die Milch aus der Flasche viel schneller und gleichmäßiger fließt aus der Brust. Hier braucht das Kind ein wenig Geduld, denn der Milchspendereflex wird erst nach einiger Stimulation der Brustwarzen ausgelöst. Auch hier gibt es eine Hilfestellung: Um deine Milch schneller zum Fließen zu bringen, kannst du zunächst einmal mit Wärme und Massage arbeiten, also bevor du anlegst, einen feucht-warmen Waschlappen auf die Brust auflegen und sie dann ganz sanft, fast wie mit Schmetterlingsflügeln, zur Brustwarze hin mit den Fingerspitzen klopen. So kann der Milchspendereflex schneller ausgelöst werden und dein Kleiner braucht nicht so viel Geduld, bis die Milch fließt.

Wenn du zur Flasche greifst, kann ein verhängnisvoller Kreislauf beginnen: da das Kind danach eventuell mit der falschen Technik an der Brust trinkt (auch wenn das "danach" wie in eurem Fall ein "vor dem Stillen" ist), wird es an der Brust hektisch, saugt an, lässt wieder los, dreht den Kopf hin und her schluckt viel Luft (die wiederum führt möglicherweise zu Bauchproblemen), und gibt möglicherweise gleich schon auf (oder die Mutter gibt verzeifelt auf). Da die Brust nicht mehr richtig stimuliert wird, kommt es zu einem Rückgang der Milchmenge und damit zu weiterem Zufüttern, wenn dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird.

Gibt es keine Stillberaterin oder IBCLC in deiner Umgebung, die dir dabei helfen könnte, von der Flasche weg zu kommen, und ggf. übers Bechern und Üben der richtigen Trinktechnik wieder zum ruhigeren Stillen zu kommen?

Lieben Gruß,
Kristina

von Kristina Wrede, Stillberaterin am 11.07.2009

 
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