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Geschrieben von Aniof am 08.05.2019, 14:12 Uhr

Wie helfe ich meinem Kind???

Hallo liebe Mamis!
Es ist mein erstes Mal hier. Sicher habt ihr den einen oder anderen Tipp für mich. Folgendes Anliegen habe ich- mein Sohn, 4,5 Jahre, tut sich sehr schwer mit neuen Situationen und ist irgendwie unsicher, nicht sehr selbstbewusst. Obwohl er sonst im Spiel etc. eher auffällig aktiv ist und neugierig und einfühlsam, aber als ich neulich mit der Idee kam, dass ich ab September arbeiten werde, hat ihn das sehr mitgenommen. Hat im kiga geweint beim abgeben und dort nach mir gefragt, ob ich wieder komme und wann... die Erzieher meinen es war einfach ein bisschen früh. Die können in dem Alter im März mit September nichts anfangen und er sagt er hat Angst dass ich dann auch so viel bzw. Lang wie der Papa arbeite. Das Gegenteil zu versichern, bringt nicht wirklich die Lösung:( was kann man da noch tun? Auch wie kann ich ihm helfen ein bisschen mehr Selbstvertrauen zu gewinnen?
Ich danke euch herzlich!
LG
Ani

 
5 Antworten:

Re: Wie helfe ich meinem Kind???

Antwort von Monroe am 08.05.2019, 14:35 Uhr

In dem Alter könnt es stark drauf an, wie man etwas s AGT. Wenn du also mit besorgter Miene und eher unsicher/zaghaft erzählt hast, dass du bald arbeitest, hat er wahrscheinlich einfach interpretiert, was "arbeiten" für ihn heißt.
Sein Papa arbeitet und der ist lange weg. Also wenn Mama arbeitet, ist sie auch lange weg.

Erzähl ihm, was sich für ihn konkret ändert. Wird er dann von jemand anderem aus dem Kiga abgeholt oder schaffst du das sogar selbst? Wer bringt ihn abends ins Bett? Bist du da oder Papa? Wer bringt ihn morgens in den Kiga?
Sprich einfach in Ruhe mit ihm ohne selbst dabei unsicher zu sein.

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Re: Wie helfe ich meinem Kind???

Antwort von blessed2011 am 08.05.2019, 19:40 Uhr

Hey Ani,

das stimmt, September ist noch zu lange hin. Jetzt hat er quasi "Kopfkino"...
du kannst die Situation "retten" in dem du sagst " ab morgen 3 Tage gehe ich arbeiten" (und dann den Ablauf so durchspielst also dich "schick anziehen", frühs nicht trödeln (kein super gemütliches Frühstück), früh in den Kiga, evtl. spätere Abholzeit.....
und dann sagst du ihm, dass das jetzt nur 3 Tage Arbeit war. Und bis du wieder richtig arbeitest, dauert es noch lange.
Und dann...Mitte August, sagst du es ihm nochmal und verweist auf die tolle "Arbeitszeit im Mai" wo doch alles so super geklappt hat.

Ich bin zwar dagegen, Kinder "anzulügen", aber es könnte eine idee sein, die akute Krise schnell zu bearbeiten.

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Re: Wie helfe ich meinem Kind???

Antwort von Bela66 am 09.05.2019, 8:36 Uhr

Vielleicht hast Du einfach zu viel und zu ausführlich über das Arbeiten gesprochen. Wenn Mama sich solche Mühe gibt, einem zu erklären, wie gut alles klappen wird - dann wird man als Kind schon misstrauisch. Denn wenn sie sich so ins Zeug legt, dann muss ja wirklich eine große Veränderung anstehen. Das verunsichert eher, als zu beruhigen.

Und je mehr Du ihn zu beruhigen versuchst und alles erklärst, desto größer wird seine Verunsicherung werden. Weniger ist jetzt mehr: Zuerst würde ich davon so gut wie gar nicht mehr sprechen, damit sich alles beruhigt. Und dann - wenn der Zeitpunkt näherrückt, nicht vorher - würde ich Beiläufigkeit vermitteln.

Es reicht, kurze Erklärungen abzugeben, ein einziger Satz reicht eigentlich schon (Ich gehe bis mittags/nachmittags arbeiten, dann hole ich Dich auch schon wieder ab), nicht wieder ausführlich werden. Warte lieber, ob von Deinem Sohn eine Frage kommt. Beantworte auch die wieder ganz knapp, mit ein, zwei Sätzen. Dieses stufenweise Vorgehen können Kinder besser verarbeiten, als zuviel auf einmal an Erklärungen und Infos.

Was das zweite Thema angeht, das Selbstbewusstsein: Es ist normal, dass Kinder in diesem Alter noch scheu sind oder wenig selbstbewusst auftreten, das war bei meinen Kindern auch so. Hier kannst Du ihm nicht helfen, indem Du ihn betont ermunterst oder irgendwelche tollen pädagogischen Kniffe anwendest. Das bewirkt eher das Gegenteil. Sein Selbstbewusstsein wird sich ganz von selbst entwickeln - wenn Du und Dein Mann ihm vermitteln, dass er wunderbar ist, genau wie er ist.

Vermittle also nicht: „Du könntest etwas mutiger sein, setz‘ dich ruhig mal durch!“. Denn wenn er das könnte, würde er es ja tun. Die Botschaft, die bei ihm ankommt, ist dann leider: „So wie du bist, gefällst du mir nicht. Du solltest dich ändern, dann habe ich dich noch lieber.“ Das aber ist etwas, was das Selbstwertgefühl wirklich beschädigt.

Meine Kinder waren im Kiga noch ähnlich wie Dein Sohn. Ich habe ihnen gezeigt, dass ich sie genau richtig finde, wie sie sind. Ich habe sie auch öfters vor Anderen (Erzieherinnen, Verwandten, Freunden) gelobt - das ist wichtig, Kinder gehören genau zu, wenn man mit Erwachsenen über sie spricht.

Beide Kinder haben von selbst ein starkes Selbstwertgefühl entwickelt. Wir Eltern glauben ja immer, wir müssten ständig machen und tun. Dabei wachsen die Kinder innerlich von ganz allein - wenn man es nicht aktiv verhindert. Bei meinem Sohn kam die Stärke schon im Grundschulalter, bei meiner Tochter erst auf der weiterführenden Schule. Aber sie kommt, man darf da wirklich Vertrauen haben. Übrigens spüren die Kinder ja auch genau das: Wenn Mama vertraut, das alles sich gut entwickeln wird, dann wird es das wohl auch. Es ist fast ein Automatismus.

LG

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Re: Wie helfe ich meinem Kind???

Antwort von DK-Ursel am 09.05.2019, 9:48 Uhr

Hej!

Zwei Dinge, die sich nur scheinbar widersprechen:
1.) Viereinhalb ist keinesfalls zu früh für den KIGA, wann soll er denn sonst da sein und sich derart eingewöhnt haben, daß er auch noch Freunde findet und eine gute Zeit hat? MIt 6 fängt ja die (Vor)Schule an!
2.) In diesem Alter aberdürfen Kinder noch unsicher sein - stel ldir mal vor, wieviele neue Situationensie täglich meistern sollen, ohne daß sie auf gewohntes Repertoire zurückgreifen können. Da wird ost zuviel erwartet von so kleinen Menschen.

Selbstsicherheit kommt mit dem Größer- und Älterwerden.
Vor allem, wenn man nicht dauernd konstatiert,daß jemand och bitte-danke dies und jenes alleine können muß, andere tun es doch auch, das ist doch gar nicht schlimm etc.
Sondern wenn man stattdessen an diehandgenommenwird, ein Großer geht mit und klärt eine Situation, die Angst macht, gerne auch zig mal, und zeigt auf diese Art, daß es okay ist,d aß ichselber Angst habe - gleichzeitig kann ich mir irgendwann abgucken,w ie es geht.

Meine Kinder waren auch erst recht ängstlich, haben aber in der Schule viele mit ihrer Eigenständigkeit überrascht.

Gib Deinem Kind erst Wurzeln, d.h. laß ihm seine Sorgen und Ängste, die sind berechtigt -- aber pflege sie nicht, sondern es an die Hand und geh mit zum Eisverkäufer, wenn Dein Kind sich nicht traut, selbst ein Eis zu bestellen. (das habe ich sehr oft getan )
In der Musikschule habe ich dann eben auch mal für mein Kind geredet, wenn es nur flüsterte - ich war an seiner Seite und habe unterstützt, ermutigt - aber versucht, ihm nicht die Angst auszureden. "Wir machen das zusammen, dann geht das!"
Heute sind beide Töchter selbstbewußt und stehen ihre Frau in Schule und Beruf - die lassen sich die Butter kaum vom Brot nehmen.

Wichtig ist DEINE Haltung, auch in Bezug auf KIGA.
Da helfen keine Diskussionen, auch keine Beruhigungszeremonien oder Beschwichtigungserklärzungen - die vermitteln nur den Eindruck, daß es wohl doch irgendwie berechtigt ist, beunruhigt vor dem KIGA zu sein.
Bei uns hieß es "ich gehe noch mal ins Bad, mach dich schon mal fertig, dann können wir fahren" - und wir fuhren.
Wenn die Freundin fehlte, war oft auch kein Davonkommen - aber nur mit der Zeit lernen Kinder, daß sie auch ohne Mutter und Freundin eine gute Zeit haben können: Wir müssen sie allerdings loslassen udn wir müssen davon überzeugt sein --- Kinder spüren, wenn wir selbst unsicher sind und Zweifel haben.
Je selbstverständlicher Du die Sache verkaufst, weil DU davon überzeugt bist, umso größer die Chance, daß es problemlos läuft.
Natürlich sind Anfangsschwierigkeiten normal, es dauert, bis man alles und alle kennt und vielleicht auch einen Herzensfreund hat, aber diese Zeit muß einem auch gegeben werden!!!
Denk nur daran, wie Du Dich am Anfang in einer neuen Stelle fühlst - und Du hast sicher schon ein Handlungsschema, auf das Du in den meisten Situationen zurückgreifen kannst - die hat Den Kind NOCH nicht.
je mehr jedoch das allest hemaitisiert wird, umso größer wird doch erst dieSorge, wie das wohl alles ist: Muß ja auch brandgefährlich und mehrals psannend sein,wenndarumsoviel getue gemacht wird.
Selbstverständlichkeit und Vertrauen sind das A und O.
Vertrau den Pädagogen -sonst gib Dein Kind nicht dorthin, sondern such bessere.
Und vertrau Deinem Kind, trau ihm zu, daß es das schafft.
Es hat Erwachsene und andere Kinder um sich, die ggf. auch helfen und eben keine Feinde sind, wie man glauben könnte, wenn dauernd beruhigt wird und versichert, daß alles doch gutgehen wird, alle nett sind etc.
Freu Dich mit Deinem Kind auf und über die neuen Erlebnisse, Begegnungen statt Sorgen vorwegzunehmen oder zu bestätigen - dann habt Ihr eine gut eChance!

Alles Gute - Ursel, DK

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Re: Wie helfe ich meinem Kind???

Antwort von DK-Ursel am 10.05.2019, 16:48 Uhr

Hej Bela - jetzt, wo ich gerade ein bißchen Schmökerzeit habe,sehe ich:
Du sprichst genau aus, was ich auch sagen will!
Wunderbar, ich unterschreibe voll und ganz!

Kinder nicht belügen, gut und schön, aber die ganze Wahrheit brauchen sie manchmal auch noch nicht, und schon gar nicht vorhergesehene Sorgen, die womöglich nie eintreffen in der Realität.
Sicherheit ausstrahlen und keinen Zweifel daran lassen, daß man selbst überzeugt ist:
So ist das richtig, du schaffst das,. mein Kind.

Und ja, die kinder wachsen innerlich wie äußérlich nämlich von ganz allein - Eltern sein heißt viel Loslassen, aber auch viel Geduld.
Und manchmal im richtigen Moment an auch da sein und an due Hand nehemen,weil es alleine NOCH nicht geht.

Danke für deinen tollen beitrag - genau so meinte ich meinen unten auch!
Gruß Ursel, DK

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