Wie schlimm ist Stress in der Schwangerschaft?

Stress in der Schwangerschaft

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Erst einmal möchte ich Sie beruhigen: Was wir als Stress empfinden, ist ganz individuell und hängt von vielen Faktoren ab. Jede Frau ist unter­schiedlich belastbar und jede hat andere Dinge, die sie mehr oder weniger stressig findet.

Zum Beispiel kann es sein, dass die eine werdende Mutter einen vollen Tag als anregend empfindet, während eine andere das als Stress wertet. Viel um die Ohren zu haben kann also durchaus okay sein, solange Sie sich gut dabei fühlen.

Anders sieht es aus, wenn Ihnen tägliche Belastungen zu schaffen machen. Das erlebe ich zum Beispiel, wenn Frauen ihr erstes Kind erwarten und ihr Job sie aktuell sehr fordert. Dann kann es schwierig sein, eine Balance zu finden. Frauen, die schon Kinder haben, halten diese oft so auf Trab, dass sie sich kaum um ihre Schwangerschaft kümmern können. Sobald Sie das Gefühl haben, körperlich oder seelisch unter Druck zu stehen, ist es sinnvoll, zu handeln.

Wichtig ist, dass Sie sich einen Ausgleich suchen. Am besten gönnen Sie sich regelmäßig bewusst Zeit für sich und Ihr Baby. Da gibt es viele Möglichkeiten - vom Geburtsvorbereitungskurs bis hin zu Bauchtanz, Aqua-Finess oder Yogakursen für werdende Mütter. Natürlich können Sie sich auch einfach mal mit einer Freundin treffen. Andere Frauen ziehen sich mit einem Buch zurück oder machen einen ungestörten Spaziergang. Hebammen können Sie mit homöopathischen Mitteln oder Akupunktur unterstützen. Eine Akupunkt-Massage oder das Aktivieren der Energiebahnen durch einen Osteopathen empfinden ebenfalls viele werdende Mütter als wohltuend. Geht das Leben ansonsten seinen normalen Gang, reichen solche einfachen Dinge oft schon aus.

Anders ist die Situation, wenn zum Beispiel eine ernste Beziehungskrise, Geldsorgen, Dauerstress in der Arbeit oder andere anhaltende Probleme im Raum stehen. Das kann eine werdende Mutter tatsächlich so stark belasten, dass sich das auf ihr Kind auswirkt. Denn intensiver und dauerhafter Stress verändert den Hormonhaushalt, etwa durch die Ausschüttung des Hormons Cortisol. Dieses Hormon gelangt über den Mutterkuchen zum Teil bis zum Kind und kann seine Entwicklung beeinflussen. Einer Studie aus Jena zufolge sind die betroffenen Kinder unter Umständen später unausgeglichener als andere. Auch ihre Anfälligkeit für Konzentrationsschwächen oder depressive Erkrankungen scheint erhöht zu sein.

Für die betroffenen Frauen ist es umso wichtiger, sich Hilfe zu holen, damit ihre Schwangerschaft trotz allem möglichst schön und gesund verläuft. Oft kann zum Beispiel schon ein Gespräch mit der Hebamme oder dem Frauenarzt helfen, einen Weg zu finden. Je nach Ursache des Problems können auch Beratungsstellen weiterhelfen, zum Beispiel solche für Schwangeren- oder Ehe- und Familienberatung. Sie alle arbeiten vertraulich und kostenlos.

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