Wie schlimm ist Stress in der Schwangerschaft?

Stress in der Schwangerschaft

© Adobe Stock, globalmoments

Erst einmal m├Âchte ich Sie beruhigen: Was wir als Stress empfinden, ist ganz individuell und h├Ąngt von vielen Faktoren ab. Jede Frau ist unter­schiedlich belastbar und jede hat andere Dinge, die sie mehr oder weniger stressig findet.

Zum Beispiel kann es sein, dass die eine werdende Mutter einen vollen Tag als anregend empfindet, w├Ąhrend eine andere das als Stress wertet. Viel um die Ohren zu haben kann also durchaus okay sein, solange Sie sich gut dabei f├╝hlen.

Wichtig: Balance finden zwischen Job und Schwangerschaft

Anders sieht es aus, wenn Ihnen t├Ągliche Belastungen zu schaffen machen. Das erlebe ich zum Beispiel, wenn Frauen ihr erstes Kind erwarten und ihr Job sie aktuell sehr fordert. Dann kann es schwierig sein, eine Balance zu finden. Frauen, die schon Kinder haben, halten diese oft so auf Trab, dass sie sich kaum um ihre Schwangerschaft k├╝mmern k├Ânnen. Sobald Sie das Gef├╝hl haben, k├Ârperlich oder seelisch unter Druck zu stehen, ist es sinnvoll, zu handeln.

Wichtig ist, dass Sie sich einen Ausgleich suchen. Am besten g├Ânnen Sie sich regelm├Ą├čig bewusst Zeit f├╝r sich und Ihr Baby. Da gibt es viele M├Âglichkeiten - vom Geburtsvorbereitungskurs bis hin zu Bauchtanz, Aqua-Finess oder Yogakursen f├╝r werdende M├╝tter. Nat├╝rlich k├Ânnen Sie sich auch einfach mal mit einer Freundin treffen. Andere Frauen ziehen sich mit einem Buch zur├╝ck oder machen einen ungest├Ârten Spaziergang. Hebammen k├Ânnen Sie mit hom├Âopathischen Mitteln oder Akupunktur unterst├╝tzen. Eine Akupunkt-Massage oder das Aktivieren der Energiebahnen durch einen Osteopathen empfinden ebenfalls viele werdende M├╝tter als wohltuend. Geht das Leben ansonsten seinen normalen Gang, reichen solche einfachen Dinge oft schon aus.

Beziehungskrise, Geldsorgen, Dauerstress - k├Ânnen sich aufs Kind auswirken

Anders ist die Situation, wenn zum Beispiel eine ernste Beziehungskrise, Geldsorgen, Dauerstress in der Arbeit oder andere anhaltende Probleme im Raum stehen. Das kann eine werdende Mutter tats├Ąchlich so stark belasten, dass sich das auf ihr Kind auswirkt.

Denn intensiver und dauerhafter Stress ver├Ąndert den Hormonhaushalt, etwa durch die Aussch├╝ttung des Hormons Cortisol. Dieses Hormon gelangt ├╝ber den Mutterkuchen zum Teil bis zum Kind und kann seine Entwicklung beeinflussen. Einer Studie aus Jena zufolge sind die betroffenen Kinder unter Umst├Ąnden sp├Ąter unausgeglichener als andere. Auch ihre Anf├Ąlligkeit f├╝r Konzentrationsschw├Ąchen oder depressive Erkrankungen scheint erh├Âht zu sein.

F├╝r die betroffenen Frauen ist es umso wichtiger, sich Hilfe zu holen, damit ihre Schwangerschaft trotz allem m├Âglichst sch├Ân und gesund verl├Ąuft. Oft kann zum Beispiel schon ein Gespr├Ąch mit der Hebamme oder dem Frauenarzt helfen, einen Weg zu finden. Je nach Ursache des Problems k├Ânnen auch Beratungsstellen weiterhelfen, zum Beispiel solche f├╝r Schwangeren- oder Ehe- und Familienberatung. Sie alle arbeiten vertraulich und kostenlos.

Weitere Themen:

Mobile Ansicht

Impressum Über uns Neutralitätsversprechen Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2023 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.