Das hilft bei einem Milchstau

Baby an der Mutterbrust

© fotolia, Svetlana Fedoseeva

Wenn die Brust stellenweise oder auch insgesamt auffallend hart ist und bei Druck schmerzt, liegt vermutlich ein Milchstau vor.

Die Milch kann nicht mehr richtig abfließen, denn die Milchkanäle sind blockiert - das kann eine Brust oder auch beide Seiten betreffen. In dieser Situation ist es sehr hilfreich, sich schnell an Ihre Hebamme oder eine erfahrene Stillberaterin zu wenden.

Es tut gut, jetzt mit einer erfahrenen Expertin zu reden, die zuhört und Rat weiß. Das hilft Ihnen auch zur Ruhe zu kommen - wichtig, damit sich der Milchstau nicht zu einer Entzündung auswächst.

Ein Milchstau tritt häufig auf, wenn alles einfach zu viel und zu unruhig ist. Wenn Sie zum Beispiel schlecht oder zu wenig geschlafen haben, das Anlegen des Babys nicht recht klappt oder es beim Stillen eher hektisch zugeht. Auch eine Erkältung sowie ein zu enger oder falsch sitzender BH begünstigen einen Milchstau. Manche Frauen muten sich zudem schon bald nach der Geburt wieder zu viel zu. Dabei heißt es aus gutem Grund Wochenbett - ein Hinweis darauf, wie nötig Mutter und Kind die Ruhe haben. Hebammen wissen, dass die Brust in der Stillzeit gleichsam ein Spiegel der Seele ist: Fühlt die Mutter sich seelisch oder körperlich nicht wohl, schlägt das schnell auf die Brust. Wenn die schmerzt, ist es sinnvoll, mal in sich hineinzuhorchen.

Ruhe und Wärme wirken heilend

Bei einem Milchstau ist es nicht nur möglich, weiter zu stillen, sondern sogar sinnvoll. Damit der Druck etwas nachlässt und die Milch wieder leichter fließt, hilft Wärme. Sie sorgt dafür, dass die in den Milchseen gespeicherte Milch freigegeben wird. Ihr Baby muss dann nicht so stark saugen.

Vor dem Stillen können Sie einen in gut warmes Wasser getauchten und dann ausgewrungenen Wachlappen auf die Brust legen. Dann mit kreisförmigen Bewegungen die Brust zur Warze hin behutsam ausstreichen. Am besten geht das, wenn Sie die Brust mit der anderen Hand stützen und sich übers Waschbecken beugen. So kann die heraustropfende Milch abfließen. Sobald die Spannung in der Brust etwas nachlässt, können Sie ihr Baby anlegen. Es hilft auch, warm zu duschen, und die Brust dabei behutsam auszustreichen.

Tipp: Wenn Sie vor dem Ausstreichen der Milch etwas Stillöl auf der Brust verteilen, gleiten Ihre Finger leichter über die Haut.

Möglichst in Ruhe und entspannt zu stillen, ist immer hilfreich. Bei einem Milchstau ist es besonders wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Baby zum Stillen zurückziehen können und ungestört sind. Am besten legen Sie Ihr Kind so an, dass sein Kinn die empfindlichste Stelle Ihrer Brust berührt. Denn dann wird gerade diese Partie beim Stillen massiert und gut leer getrunken. Bei einem Milchstau ist es auch sinnvoll, die Stillpositionen immer wieder zu wechseln. So kann Ihr Baby die Brust von allen Seiten gut entleere. Bitten Sie doch einfach Ihre Hebamme oder Stillberaterin, Ihnen beim Anlegen in verschiedenen Positionen zu helfen.

Da die Brust sich bei einem Milchstau heiß anfühlt, tut es gut, sie nach dem Stillen zu kühlen. Legen Sie für etwa eine Viertelstunde einen in sehr kaltes Wasser getauchten Waschlappen auf (zwischendurch immer wieder im kalten Wasser abkühlen). Hilfreich ist auch eine Quark-Kompresse: Einfach kalten Quark fingerdick auf ein Tuch oder eine Mullwindel streichen und die Kompresse auf die Brust legen.

Auch homöopathische Mittel sind oft hilfreich, dazu kann Ihre Hebamme Sie bestimmt beraten. Grundsätzlich sind in der Stillzeit gut sitzende BHs wichtig. Bügel-BHs sind jedoch ungeeignet, denn die Bügel drücken auf die Milchkanäle. Dadurch kann die Milch nicht richtig abfließen und staut sich.

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