Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

6 Monate altes baby wacht jede Stunde auf

Hallo,

unser Sohn schläft kaum zwei Stunden am Stück die Nacht. Er wacht auf und schreit und das seit 2,5 Monate. Er schläft super alleine ein. Satt ist er auch, bekommt 3 mal Brei und sonst Brust. Eine Blockade haben wir auch lösen lassen. Sein Tag ist ruhig gestaltet und wir sind viel an der frischen Luft. Er hat weder bauchweh noch ist er erkältet. Der Schlafmangel zerrt an den Nerven und wir wissen nicht was wir noch tun können.

von rosi1988 am 09.01.2015, 21:36 Uhr

 

Antwort:

6 Monate altes baby wacht jede Stunde auf

Liebe rosi,

will Ihr Kind nachts häufig an die Brust?

Eine Erklärung wäre, dass er sein Saugbedürfnis (3 x Brei!) auslebt.

Ansonsten: Schlafen kann ein Kind nicht lernen. Schlaf ist abhängig von der Gehirnreife. Allerdings müssen dafür viele Rädchen ineinandergreifen, bis das funktioniert. Fachmännisch ausgedrückt: Der Tag-Nachtrhythmus oder der circadiane Rhythmus wird im Gehirn festgelegt und zwar nach der individuellen Uhr im Nucleus suprachiasmaticus. Der bedient die Zirbeldrüse und löst dort die Ausschüttung von Melatonin aus. Und dann kann man schlafen.

Ihr Kind macht einen ganz normalen Entwicklungsschritt durch.

Kinder werden nachts wach - manchmal bis weit ins zweite Lebensjahr hinein! Ob Sie es jetzt Hunger (nach Nahrung oder Körperkontakt) oder Nähebedürfnis (Überprüfen, ob kind sich in Sicherheit wiegen kann) nennen, ist dabei belanglos. Wichtig ist, dass Mama (mit Nahrung, Geruch, Stimme) da ist und Sicherheit vermittelt.

Es gibt KEINEN festen Zeitpunkt ab dem ein Baby durchschläft - auch wenn es schon so war und andere Mütter oder Bücher es immer verkaufen wollen!

"Studien und die Erfahrung von unzähligen Eltern haben eindeutig gezeigt, dass das nächtliche Aufwachen, das ab etwa vier bis sechs Monaten nachts wieder vermehrt auftritt, entwicklungsbedingt ist.

Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben. Sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen (!), dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht.

Bleiben Sie gelassen und sorgen Sie zügig für Beruhigung/Nahrung - umso schneller schlafen alle wieder!

Lesen Sie bitte dazu das "Emotionale Bewusstsein" bei Dr. Posth hier bei RuB.

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 10.01.2015

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