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Frühchen - Forum für frühgeborene Babys

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Geschrieben von sunnydani am 04.02.2021, 11:34 Uhr

Neigen eure ehemaligen Frühchen auch zu heftigen Wutanfällen??

Ich glaube, dass das charakterabhängig ist und nichts mit der Frühgeburt zu tun hat.

Mein Großer (gerade um ein paar Tage noch eine Frühgeburt, aber ich sah ihn nie als Frühchen, da er von Anfang an bei mir war und alles wie bei einem "normalen" Baby war) hatte sehr häufige und intensive Wutanfälle und eine sehr niedrige Frustrationstoleranz, genauso war/ist er sehr hartnäckig und fordernd.

Und mein Kleiner, mein richtiges Frühchen (25+2) ist viel ausgeglichener, fröhlicher, ruhiger und akzeptiert auch viel schneller mal Kompromisse, kann jetzt mit 2,5 Jahren schon viel besser warten als der Große und sich auch besser allein beschäftigen und beruhigen. Er hat sicher auch hin und wieder mal Wutanfälle, ich denke, das ist normal und hat jedes Kind, aber es gibt doch einen sehr deutlichen Unterschied zum Großen. Die Wutanfälle sind bei weitem nicht so intensiv und häufig und er kann sich viel schneller beruhigen, als der Große das konnte.

Was hilft, ist sicher von Kind zu Kind verschieden.
Wir haben sehr vieles durchprobiert und mit dem Alter wurde es auch immer besser. Er wird jetzt in zwei Wochen 7 Jahre alt und hat mittlerweile nicht mehr so häufig einen Wutanfall. Er kann sich schon viel besser verbal ausdrücken und auch seine Gefühle benennen, sodass man damit einen richtigen Wutanfall oft schon abfangen kann.
Früher haben wir öfter versucht Situationen zu vermeiden, von denen wir wussten, sie führen zu einem Wutanfall, wir haben seine Gefühle benannt, haben danach darüber gesprochen und versucht gemeinsam eine Lösung zu finden, was man machen könnte, damit er nicht so ausrastet.
Wir haben ein "Wutbarometer" gebastelt. Ein Barometer von 1 bis 10, das unten grün und oben rot ist und an dem er eine Wäscheklammer befestigen kann, wenn er wütend ist und damit anzeigen kann, wie sehr er wütend ist. 1 ist gar nicht und 10 ist extrem.
Wir haben ein Buch zum Thema "Das kleine Wutmonster" ganz oft gelesen. Darin kam ein Lied vor und oft hat es auch geholfen, wenn ich beim Anbahnen eines Wutanfalls angefangen habe, das Lied zu singen und ihn gefragt habe, ob das kleine Wutmonster gerade wieder bei ihm zu Besuch ist.
Dann haben wir einen Knetball, den er ganz fest drücken konnte, wenn er wütend war. Wir haben einen Boxsack, in den er dann hineingeschlagen hat. Wir haben ihm gesagt, er soll und darf mal ganz laut schreien und soll somit seine ganze Wut hinausschreien, wir haben ihn rausgeschickt, dass er ganz schnell laufen soll, um seine Wut hinauszulaufen. Wir hatten ein Wutkissen, dass er werfen und boxen und schlagen durfte, so lang und fest er konnte und wollte.
Wir haben einfach versucht seine Wut gezielt irgendwo hineinzulenken, denn das oberste Gebot war, dass er niemanden verletzen und nichts kaputt machen darf. Es ist in Ordnung, dass man wütend ist, man darf wütend sein, aber man muss lernen, wie man damit umgeht.

Und das alles haben wir über viele Jahre gemacht und oft haben wir auch gedacht, dass nichts fruchtet. Aber jetzt denke ich mir, doch, es hat etwas geholfen, denn es ist, im Vergleich zu früher, schon viel besser geworden. Er hat doch daraus gelernt und kann sich schon viel besser selber wieder beruhigen und mit der Wut umgehen. Deshalb hat es sich gelohnt all die Jahre durchzuhalten.

Ich hoffe, ihr findet auch irgendwie euren Weg, damit umzugehen und etwas, dass euch dabei hilft!

Alles Liebe!

 
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