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Geschrieben von Juliesmum am 05.06.2017, 18:31 Uhr

Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Hallo,
Ich habe diese Woche den ersten Kennenlerntermin bei einer Therapeutin. Ich habe mir diese aufgrund einer Angststörung gesucht. Mein Mann weiß natürlich Bescheid, sonst rede ich darüber eigentlich mit niemandem...
Mein Mann würde jetzt sagen, er unterstützt mich darin, ich sehe es aber nicht ganz so... Wenn ich ihn frage, sagt er, er habe "nix dagegen" dass ich zu einer Therapeutin gehe eigentlich denke ich, er will nur seine funktionierende, "normale" Ehefrau wieder zurück haben... ansonsten aber das Thema ausklammern. Ich muss da total alleine durch.
Was kann ich nur tun? Ich mache meiner Umwelt was vor, auch ihm irgendwie und das ist echt anstrengend
Gruß Julie

 
39 Antworten:

Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Trini am 05.06.2017, 18:59 Uhr

Was erwartest du denn von deinem Mann?

Soll ER entscheiden, ob es mit der Therapeutin passt?

Das kannst nur DU.

Ich hatte 2015 Brustkrebs.
Ich habe ALLE Entscheidungen selbst getroffen, mein Mann war nur Erklärung der Diagnose mit beim Arzt.
Aber, Mastektomie, Wiederaufbau ( Bauch oder Obrschenkel), Straffung der gesunden Brust ( ja oder nein) war allein meine Entscheidung.

Auch hinsichtlich meiner bevorstehenden TotalOP will und wird er mir nicht reinreden.

Einzige Einflussnahme seinerseits: Er hat mir von einer Reha abgeraten. Da war ich aber selbst nicht überzeugt.

Ein psychisches ProProblem mag da anders sein als ein organisches, ABER er kann dir da wirklich nicht helfen.

Trini

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Nala1987 am 05.06.2017, 19:06 Uhr

Hm, nun ja, was erwartest Du denn? Dass er es gut findet? Mit Dir geht? Ich finde es schon ganz gut, dass er sagt, er hat nichts dagegen. Das mag für Dich nicht besonders sein, aber für viele, Männer und Frauen, ist es sehr schwer damit umzugehen, wenn der Partner ein Problem hat und eine Therapie braucht. Manche Beziehungen zerbrechen daran. Er akzeptiert es und das ist doch schonmal gut. Vielleicht ist Dein Mann auch so ein bisschen wie meiner. Meiner möchte nicht mehr als nötig über Dinge reden, die er bzw. wir nicht sofort lösen können. Das ist dann eben seine Art damit umzugehen und dafür gehst du ja dann auch zum Therapeuten. Vielleicht kannst du mit einer Freundin oder jemandem aus der Familie darüber sprechen? Männer haben vielleicht auch einfach nicht immer das nötige Verständnis. Das ist keine Absicht! Manche Menschen können einfach nicht verstehen, wie das mit psychischen Problemen ist.

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Juliesmum am 05.06.2017, 19:53 Uhr

Naja... wäre ja irgendwie auch noch schöner, wenn er was dagegen hätte, dass ich mir Hilfe suche, oder?
Ich kann leider mit niemandem darüber reden, möchte z.b.meine Mutter nicht damit belasten...
Ich würde mir wünschen, dass mein Mann mal nachfragt, wie es mir im Alltag geht usw. Da kommt nix... er sagt, er liebt mich, aber mir kommt das wie leere Worte vor. Ganz ehrlich, alleine wäre es auch nicht anders...

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Re: Eher was für die beste Freundin als für den Mann...

Antwort von Astrid am 05.06.2017, 20:14 Uhr

Es ist leider normal, dass Männer keinen Enthusiasmus entwickeln und sich richtig mit reinhängen, wenn eine Frau eine Therapie macht. Im Gegenteil: Es ist ihnen nicht geheuer. Denn die meisten Männer haben viel weniger Zugang zu psychischen Themen als Frauen - auch nicht zu ihren eigenen. Sie haben das entweder nicht gelernt, oder es liegt nicht in ihrem Naturell, darüber kann die Gender-Forschung diskutieren. Fakt ist, dass es bei vielen Männer so ist. Hör doch mal zu, wenn Männer mit ihrem besten Freund reden, dann weißt Du, dass nicht wirklich eine Chance besteht, dass Dein Mann sich nun plötzlich sensibel in Dich hinein versetzen kann und will.

Ich würde versuchen, Deinem Partner dieses mangelnde Interesse nicht allzu übel zu nehmen. Mein eigener Mann kann mit psychischen Dingen oder meiner Befindlichkeit auch nicht so arg toll umgehen, und ich kenne es von Freundinnen und deren Partnern ganz genauso. Sie sind damit einfach überfordert, da ist nix zu holen. Männer zeigen ihre Anteilnahme oft anders: durch praktische, konkrete Unterstützung. Vielleicht ist ja auch Dein Mann durchaus hilfsbereit bei Dir, nur ist er eben nicht gut in heiklen Gesprächen.

Ich finde, solche Dinge bespricht man lieber mit der besten Freundin. Ein Mann ist dafür absolut kein Ersatz. Falls Du keine solche Freundin hast, wäre die jetzige Situation doch ein Anstoß, nochmal neu nach Freundinnen zu suchen. Jede Frau sollte ein, zwei Freundinnen haben, mit denen sie problemlos über so etwas sprechen kann, ich habe das auch. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, dass mein Mann für so etwas gut sein sollte.

LG

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Re: Eher was für die beste Freundin als für den Mann...

Antwort von Seansmama am 05.06.2017, 20:45 Uhr

Ich hatte während meiner Wochendepression auch leichte Panikattacken usw., kein Schlaf, es kam alles zusammen, bin auch schlafgewandelt. Ich sag Dir, kein Mensch, der das nicht selber durchmacht, kann damit was anfangen. Ich hab das meiner Therapeutin auch nur erzählt und niemand anders weiter, es kann da keiner weiter helfen. Dein Mann weiß damit nicht umzugehen, Du schaffst Dir damit nur ein neues Problem. Erzähl ihm von deinem Tag oder Problem, aber erwarte keine Lösung von ihm, er ist nicht dein Therapeut, sondern dein Mann.

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Ich ...

Antwort von Trini am 05.06.2017, 20:52 Uhr

"ticke" auch eher männlich.

Ich könnte zwar stundenlang telefonieren, um einen Therapeuten zu finden, aber über Befindlichkeiten (auch die eigenen ) zu sprechen, liegt mir nicht.

Trini

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von niccolleen am 05.06.2017, 21:13 Uhr

Das tut mir sehr leid. Ich kann dir das nachfuehlen, ich wuerde mir auch mehr Unterstuetzung von meinem Partner im Leben erwarten. Aber ich kann auch bestaetigen, was jemand geschrieben hat: Maenner verbinden Psychologische Beratung mit "da ist eine Schraube locker" und da geht man nur hin, wenn man geistig behindert ist.Insofern ist das ja auch schon ein grosser Schritt, dass er "nichts dagegen hat", er koennte sich auch denken, um Gottes Willen, Meine Freundin ist ein Fall fuer die Klapsmuehle geworden.
Erzaehl ihm einfach von der Kennenlernstunde, und dann von der naechsten STunde, etc. sodass er sich ein bisschen mehr darunter vorstellen kann.

lg
niki

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von leaelk am 05.06.2017, 21:32 Uhr

Hallo,
ich persönlich denke, dass Therapie etwas ist, was man für sich alleine regeln muss.
Helfen kann da von Außen sowieso Niemand.
Selbst der Therapeut kann nur Anregungen geben -- machen muss frau selber.

Das Thema Fassade ist da doch auch ein Thema, welches in Dir liegt.
WER erwartet die Fassade von Dir?
Warum glaubst Du erwarten Andere Dich auf die eine oder andere Art?
WAS würde passieren, wenn Du Du wärst und Dich nicht mehr verstellen würdest?

Oft sind diese ganzen Vermutungen und Annahmen alte Glaubenssätze, die wir einfach leben, ohne sie genauer zu hinterfragen.

Nur DU kannst entscheiden, nach Außen authentisch zu sein.
Nur Du kannst die Verantwortung für Dein Leben übernehmen.

Wenn Du Jemanden zum Reden außerhalb der Therapie brauchst und Dein Mann Dir das nicht geben kann, dann sprich mit einer Freundin oder mit einer sonstigen Vertrauensperson.
Jemanden, bei dem Du Dich besser aufgehoben fühlst.

Alles Gute für Deinen Weg
leaelk

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Juliesmum am 05.06.2017, 21:43 Uhr

Mein Mann sagt, er hat das alles gar nicht so mitbekommen mit der Angst... andere Leute haben mich drauf angesprochen, dass es mir doch nicht gut geht und es so wie ich mich verhalte evtl nicht normal ist.
Mein Mann hat mir geglaubt wenn ich gesagt habe" nee nee, alles ok Schatz"
Ihn stören eher die Auswirkungen, vor allem wenig Intimität, weil ich den Kopf nicht frei habe... also nicht, dass es mir evtl nicht gut geht, sondern der wenige Sex

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Paartherapie statt Angsttherapie?

Antwort von Gerit77 am 05.06.2017, 22:34 Uhr

Für mich klingt es so, als wäre deine Angst nur (viell.unbewusst) Mittel zum Zweck um andere, partnerschaftliche Probleme zu verpacken. Angst schützt ja auch. Und ist nur ein Symbol für etwas. Wenn Deine Angststörung noch nicht immer da ist, so frage Dich, wozu sie gut ist. Alles Gute! Und ....Therapie machst du immer nur für Dich und nicht in Abhängigkeit von der Reaktion anderer. Sonst scheitert es schon im Ansatz.

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Juliesmum am 05.06.2017, 23:38 Uhr

Klar mache ich die Therapie für mich selbst... ich meine nur, dass andere mich eben drauf aufmerksam gemacht haben, dass ich mir evtl Hilfe suchen sollte... meinem Mann ist das gar nicht aufgefallen bzw wollte er es wohl nicht sehen...

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Julia+Christopher am 06.06.2017, 8:45 Uhr

Was erwartest du von deinem Mann? Jeder nimmt so eine Situation anders wahr. Gerade Männer nehmen emotionale Dinge nicht oft nicht so schnell wahr wie Frauen. Oft stimmt da aber auch "wer redet, dem kann geholfen werden".
Hast DU ihm schon einmal gesagt, was du dir von ihm wünscht.

Ich hatte 15/16 auch eine harte gesundheitlich Zeit mit Chemo/OP/Bestrahlung/Reha. Wenn ich explizit gesagt habe "ich hätte gerne, dass du da mit gehst/dieses oder jenes machst" dann hat er das auch gemacht. Er wäre aber niemals auf die Idee gekommen von selber mit zu kommen (selbst wo er frei hatte). Auch haben wir da relativ wenig drüber geredet. ABER wenn es drauf ankam war er da.

Auch hat er mir selten Ratschläge gegeben, wenn es um gesundheitlich Entscheidungen ging. Seine Antwort ist da "ich weiß doch nicht, wie es dir geht". Womit er ja auch recht hat.

Vielleicht solltest du auch mal aufhören, deine Umwelt und deinem Mann was vorzumachen.

LG

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von zita am 06.06.2017, 10:01 Uhr

Hallo,

Ich kann dich sehr gut verstehen. Hatte auch temporär psychische Probleme, die tiefer gingen u auch unser Familienleben beeinflusst haben. Ich finde schon, dass man von seinem Partner eine gewisse Anteilnahme und zumindest Interesse erwarten kann. Diese Ausrede, es sind ja halt Männer, wird bei psychischen Problemen ja noch häufiger gebraucht, ich lasse sie aber nicht gelten. In welcher zeit leben wir denn??Auch Männer sind in der Lage, sich einzufühlen oder zumindest sich zu informieren.im umkehrfall würden wir es ja auch tun. In meiner Therapie wurde der Partner an einigen Terminen auch dazu geladen.

Nur weil hier ein paar Frauen schwerwiegende gesundheitliche Situationen alleine gemeistert haben, heißt fas ja noch lange nicht, dass das gut u richtig ist!!

Also bezieh deinen Mann ruhig mit ein, man kann Ihnen etwas zumuten...

Lg zita

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von Hexhex am 06.06.2017, 11:32 Uhr

Hm, es ist natürlich auch ein wenig seltsam, wenn Du auf Nachhaken Deines Mannes antwortest: "Alles okay, Schatz!" Warum machst Du das denn, wenn eben nicht alles okay ist?

Vielleicht musst Du zukünftig deutlicher über Deine Wünsche und Bedürfnisse sprechen? Von selbst kommen Männer auf so etwas nun wirklich nicht, sie sind nicht gut darin, versteckte Botschaften zu erkennen oder ein verändertes Verhalten im Alltag richtig einzuschätzen. Das gehört eher zu den Stärken einer Freundin oder auch der Mutter.

Apropos Mutter: Auch hier finde ich, Du darfst Deine Mutter ruhig "belasten". Sie ist Deine Mutter! Wen, wenn nicht sie, darfst du mit seelischen Nöten belasten...? Ich werde immer für meine Kinder da sein, egal wie alt sie sind oder wie alt ich bin. Geht Dir das bei Deinem eigenen Kind nicht so?

Du darfst Dich nicht wundern, wenn keiner auf Dich eingeht, wenn Du keinem von Deinen Gefühlen berichtest. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn Leute mit leidender Stimme sagen "Jaja, alles in Ordnung!" und dann hoffen, dass alle merken, dass sie doch Hilfe brauchen... Das ist so eine Kleinmädchen-Nummer und nicht sehr selbstbewusst. Sage doch einfach in Zukunft klar, was Du brauchst!

LG

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von Juliesmum am 06.06.2017, 12:16 Uhr

Danke schon mal an alle...
Ich hoffe wirklich dass die Therapeutin passt und die mir helfen kann. Sie bietet nur Gruppentherapie an, mal schauen, ob das geeignet ist.
Wenn ich zu meinem Mann sage, mir geht es nicht gut, kommt ein "ach Schatz, ich hab dich doch lieb"... was soll ich damit groß anfangen?

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Ich denke mal, ....

Antwort von Trini am 06.06.2017, 13:12 Uhr

das ist das Erste, was du in der Therapie lernen wirst.
"Wie spreche ich über meine Gefühle?"

Trini

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von Julia+Christopher am 06.06.2017, 13:49 Uhr

Mal von der anderen Seite betrachtet. Was soll dein Mann mit "mir geht es nicht gut" anfangen?

Hilf ihm dich besser zu verstehen
Möchtest du reden "mir geht es nicht gut, kannst Du dich bitte mit mir hin setztn und mir einfach nur zuhören"
Möchtest du einen Rat "mir geht es nicht gut, kannst Du mir bei der Entscheidung helfen, indem du deine Gedanken mir weiter gibst"
möchtest du körperliche Nähe "mir geht es nicht gut, kannst Du mich bitte in den Arm nehmen"
möchtest du Ablenkung "mir geht es nicht gut, kannst Du mich auf andere Gedanken bringen. ...
möchtest du Ruhe "mir geht es nicht gut, ich gehe eine halbe Stunde raus/in die Wanne, kannst du bitte die Kinder ins Bett bringen. "

Ich will deinen Mann nicht aus der Verantwortung nehmen. Du kannst jedoch das Verhalten von anderen nur indirekt ändern, in dem DU dein Verhalten änderst.

Ich selber habe vor Jahren, als es mir psychisch schlecht ging, auch viel zu wenig gesagt, was meine Bedürfnisse waren und immer gedacht, dass muss der andere doch merken. Auch jetzt während meiner Krebserkrankung hatten meine Freunde und Bekannte durch die Bank weg den Eindruck, ich wolle meine Ruhe haben. Dabei hätte ich mich über jeden Anruf/Kontakt gefreut. Meine Schuld: ich hätte es klarer kommunizieren müssen.

Alles Gute!

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Männer sind manchmal Blind in diesen Dingen

Antwort von Pebbie am 06.06.2017, 15:15 Uhr

Mein Mann sagte mir zu meiner Chemotherapie das ich diese nur zum Spaß mache, weil der Tumor schließlich rausoperiert und keine Lymphknoten beteiligt waren. Ich war über diese Bemerkung sehr gekränkt, als ich ihm dies so sagte hat er sich entschuldigt und gesagt das das so nicht gemeint war. Männer sind manchmal etwas unbeholfen.

Allerdings sehe ich das auch so wie die anderen, das das DEIN Ding ist, was DU durchziehen musst. Gibt der Therapeut Dir Tipps wie Du das mit Deinem Mann durchziehen kannst, dann ist er gefragt. Aber ihn direkt mit einbeziehen finde ich unangebracht.

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von Juliesmum am 06.06.2017, 16:50 Uhr

Ich komme grad von dem ersten Termin... die Therapeutin möchte mich gern in eine Tagesklinik schicken... 25 std Therapie in der Woche...
Sie sieht im Moment wenig Sinn in einer Gruppentherapie in ihrer Praxis. Nächste Woche habe ich nochmal einen Termin bei ihr, wir sind heute nicht ganz fertig geworden. Vielleicht ändert sich ihre Meinung ja nochmal...
Ich kann/möchte in keine Klinik gehen. Wer soll sich denn um meine Kinder und Haustiere kümmern? Für eine Haushaltshilfe sind sie schon zu groß...

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von leaelk am 06.06.2017, 16:59 Uhr

Hallo,
Tagesklinik heißt doch, dass Du nachmittags wieder nach Hause kommst.
Vormittags werden die Kinder doch in der Schule sein.
Zahlt Deine Krankenkasse keine Haushaltshilfe mehr beim Alter Deiner Kinder?
Viele Krankenkassen zahlen eine Haushaltshilfe bis das jüngste Kind 14 oder sogar 16 Jahre alt ist.
Und wenn die Kinder so alt sind, dann können sie auch stundenweise alleine zu Hause bleiben, ohne Schaden zu nehmen.
Tagesklinik ist auf jeden Fall oftmals sehr effektiv. Einerseits gibt es nicht den Glasglocken-Effekt und andererseits hat man mal wirklich intensiv Zeit, sich um seine Themen zu kümmern.
Natürlich gibt es auch Dinge, wo Tagesklinik nicht das Mittel der Wahl ist.

Ich denke, DU musst für Dich eine Entscheidung treffen.
Was willst Du wirklich? Wie könnte eine Alternative aussehen?
LG leaelk

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von Juliesmum am 06.06.2017, 17:38 Uhr

Die Tagesklinik geht über 10 Wochen... Wartezeit mind 3-5 Monate. Ich käme immer erst um ca 17 Uhr heim... die Kinder sind 14 und 12 Jahre. Mein Mann verlässt um 6.30 das Haus und kommt um ca 18.30 wieder.
Die Omas wohnen 30 bzw 60km entfernt.
Also keiner da, der sich nachmittags um Kinder und Hund (!) kümmert. Der Hund muss ja mittags auch raus... ich habe Verantwortung...kann doch nicht einfach in eine Klinik gehen

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von Julia+Christopher am 06.06.2017, 17:51 Uhr

Es gibt Nachbarn, Freunde, Familie etc. Mit genug Vorlauf kann man für den Hund eine Pflegestelle finden. Die Kinder könnte in der Zeit ggf. zu Freunden mit, mal ne Stunde alleine bleiben, wenn Ferien sind zu Oma und Opa oder auf ne Freizeit etc.

Warum besprichst du das nicht mit deinem Mann, die er sich das vorstellen könnte.

Deine Kinder haben ZWEI Elternteile.

Wenn dir geholfen werden soll musst du das auch zulassen!

Was wäre denn, wenn du nach her hinfällst und dir das Bein brichst und ins Krankenhaus muss? Dann müsste es auch gehen! Soooo klein sind deine Kinder ja auch nicht mehr.

LG

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von leaelk am 06.06.2017, 18:23 Uhr

Da das jüngste Kind erst 12 Jahre alt ist, hast Du bei jeder gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf eine Haushaltshilfe.

Es gibt meistens eine Lösung - aauch wenn die vielleicht nicht die Optimallösung ist.
Liebe Grüße
leaelk

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Sunny Bee am 06.06.2017, 19:48 Uhr

Hast du Mal offen mit ihm gesprochen, dass du das Gefühl hast, dass er dich nicht unterstützt? Ich habe festgestellt, dass das einen großen Unterschied macht. Ich hatte Depressionen und bin da alleine nicht raus gekommen. Ich redete dann mit meinem Mann drüber, was er von einer Therapie hält und wie er das sieht (und das ich es alleine einfach nicht schaffe). Er war super verständnisvoll und sagte mir, er hätte auch schon drüber nachgedacht mir das vorzuschlagen. Er wollte aber erst noch warten und hätte es dann aber vorgeschlagen. Seit dem hat er es aber nicht so leicht, weil ich das natürlich auch zu Hause verarbeite. Aber wir reden seit dem viel offener.

Ich würde ihm also einfach sagen, wie du dich fühlst. Kann ja nichts verkehrt dran sein. ;-)

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Seansmama am 07.06.2017, 16:36 Uhr

Auf die Krankenkasse kann man leider nicht hoffen! Ich war auch schon von jetzt auf gleich krank und mein Mann musste alles selber stemmen, 6 Wochen lang, danach war er Halbtotal und selber fast behandlungsbedürftig. Ich würd. Versuchen, die Physio als Einzelsitzungen, Gruppe war nix für mich. Ich hatte immer das Problem, wie sollen mir Leute helfen,Die selber Mit ihren Problemen nicht klarkommen und dann haste 10 verschiedene Sichtweisen, die wollte ich mir einfach nicht antun.

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Die Meinung eines Therapeuten ist nicht zwingend!

Antwort von Nala1987 am 07.06.2017, 20:20 Uhr

Ich würde auch nicht in eine Klinik gehen, erst recht nicht, wenn eine einzige Sitzung bei einer Person der Ausgangspunkt ist. Die AP dazu hier zu drängen und es ok zu finden dass sie (und ihr Partner, der aber sicher auch arbeiten muss) sich irgendwie schon einigen können, wie die Kinder zu versorgen sind, finde ich nicht fair.
Ein guter Arzt/ Therapeut geht auch auf die Bedürfnisse des Patienten ein, solange keine akute Gefährdung für dessen oder das Leben anderer im Verzug ist. Vielleicht ist es leider, ich weiß wie schwer es ist ÜBERHAUPT Termine zu bekommen und dann noch so lange zu suchen, bis es wirklich passt, nicht die richtige Therapeutin. Ich will damit nicht sagen, dass man grundsätzlich nicht auf die Urteile vertrauen soll, aber zusätzlich Sorge um die Kinderversorgung ist vllt auch nicht sinnvoll.
Wer von denen, die hier so locker dazu raten, würde es mit gleichaltrigen Kindern einfach so machen? Das ist ja kein Job. So eine Therapie nimmt einen oft sehr mit, da ist es auch schwierig, sich dann abends noch nebenher noch auf Kinder und Partner einzulassen.
Nein ich würde auch nicht teilstationär gehen in dieser Situation!

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Re: "Alles okay, Schatz!" ist aber auch eine eher seltsame Botschaft!

Antwort von Nala1987 am 07.06.2017, 20:22 Uhr

Aber man kommt oft fix und fertig nach Hause. Ich sehe das nicht immer als optimale Lösung!

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Juliesmum am 08.06.2017, 8:44 Uhr

Ich habe mit meinem Mann gesprochen. Er meinte, wenn es mir hilft, soll ich in eine Klinik gehen. Aber was sagt man dem Umfeld? Familie, Freunde, Arbeitgeber?
Was sollen denn die Kinder sagen? "Mama geht grade nicht arbeiten, die geht tagsüber in eine Klinik??"
Eine Gruppentherapie lasse ich mir ja noch angehen, obwohl einzeln wohl besser wäre... aber eine Klinik? Ich bin doch nicht verrückt

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Julia+Christopher am 08.06.2017, 10:09 Uhr

Nein, du bist nicht verrückt. Du bist KRANK!

Was sollst du den Kindern sagen. "Mama geht es im Moment nicht so gut, sie ist etwas krank und im Krankenhaus wird ihr geholfen."

Meinst du die Kinder haben es nicht schon lange mitbekommen, dass es dir nicht gut geht?

Würdest du bei einem Beinbruch auch überlegen, was andere denken, wenn du einen Gips trägst?

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Juliesmum am 08.06.2017, 11:36 Uhr

Ich meinte was ich denn meinem Umfeld sagen soll? Familie, Freunde, Arbeitgeber? Damit geht man doch nicht hausieren...
Gipsbein ist was anderes....

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Dem Arbeitgeber musst du gar nichts sagen.

Antwort von Trini am 08.06.2017, 12:56 Uhr

Du wirst AU geschrieben - aus die Maus.
(Mein Chef weiß auch nichts über den Grund meiner letzten AUs - und das wird auch so bleiben).
Und wenn Familie und Freunde nicht wissen, dass du Probleme hast, sind sie keinen Pfifferling wert.

Trini

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Re: Dem Arbeitgeber musst du gar nichts sagen._ trini, mach mal halblang

Antwort von Juliesmum am 08.06.2017, 16:26 Uhr

Hallo,

welches Urteil erlaubst du dir hier? Mein Mann weiß Bescheid, ansonsten gehe ich mit diesem Problem nicht hausieren. Was habe ich davon, wenn ich mein ganzes Umfeld damit belaste? Sollen sich meine Mutter, Kinder usw Sorgen machen? Sich vielleicht noch irgendwie mit dran schuld fühlen? Besonders mein jüngerer Sohn ist sehr sensibel...

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Re: Dem Arbeitgeber musst du gar nichts sagen._ trini, mach mal halblang

Antwort von leaelk am 08.06.2017, 17:52 Uhr

Hallo,
aus persönlicher Erfahrung kann ich Dir sagen, dass gerade sensible Kinder spüren, wenn etwas nicht stimmt.
Wenn sie dann aber "heile Welt" vor"gespielt" bekommen, dann gibt das eine Doppelbotschaft.
Oft fühlen sich die Kinder dann gerade schuldig.
Besser ist es, offen und altersangemessen mit den Kindern zu sprechen. Ihnen die Situation zu erklären und deutlich zu sagen (und dann auch zu tun), dass man sich um sein Problem kümmert und das sie sich keine Sorgen machen müssen.
Diese Offenheit hilft.
Zudem geht es den Kindern gut, wenn es der Mutter gut geht und wenn sie das, was sie sehen, hören, spüren, wahrnehmen auch einordnen und verstehen können.

Und nein, dafür musst Du vor Deinen Kindern nicht ganz konkret ins Detail gehen. Aber eben eine grobe Vorstellung vermitteln.
Kinder verstehen da besser und mehr, als wir meinen UND es hat eine sehr wertvolle Vorbildfunktion für sie, wenn sie merken: "Mama kümmert sich um sich und das ist in Ordnung!"

Und ja, diesen Weg müssen viele Menschen erst lernen, weil sie etwas anderes gelernt haben. Weil es vielleicht verboten ist, Schwäche zu zeigen. Weil psychische Beschwerden "verpönt" sind -- Du hast ja selber in Verbindung mit Klinik das Wort "irre" im Kopf, aber das hat mit den Patienten in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken wenig bis gar nichts zu tun. Das sind genauso kranke Menschen, wie die Menschen im Akutkrankenhaus auf der Inneren o.ä.

Ein bisschen habe ich das Gefühl, dass Du Dich noch etwas windest, Deine Situation anzugehen. Aber das ist nur ein Gefühl!
Und wenn es so wäre, so wäre auch das --- erstmal eine in vielen Fällen typische Reaktion.

Trotzdem ist es so, dass nur Du Deine Situation ändern kannst und dafür gibt es keine Optimallösung. Dafür müssen Kompromisse gefunden UND eingegangen werden.

LG leaelk

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@Nala

Antwort von leaelk am 08.06.2017, 17:56 Uhr

Sowohl aus beruflicher, als auch als persönlicher Erfahrung weiß ich, dass eine Tagesklinik ganz viel verbessern kann.
Und ja, ich habe dafür meine Kinder auch schon an eine Haushaltshilfe "übergeben" tagsüber, da ich zusätzlich alleinerziehend bin.
DAS geht!!!!
Auch mit dem, was abends noch vom Tag nacharbeitet.
Und die Kinder der AP sind ja nicht mehr klein und können das verstehen.
Meine Kinder waren damals Kindergartenkinder und ich konnte ihnen Vieles noch nicht erklären. Zudem brauchten die meine volle Aufmerksamkeit, sobald ich nachmittags nach Hause kam.
Trotzdem würde ich es jederzeit wieder machen.

Schwieriger zu organisieren und belastender für die Kinder ist ein stationärer Aufenthalt.
Ebenfalls schwieriger für alle Familienmitglieder wäre eine unbehandelte Erkrankung.

Ambulante Therapeuten haben übrigens i.d.Regel mindestens 6 Monate Wartezeit. Je nach Region sogar noch länger.

LG leaelk

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Re: Dem Arbeitgeber musst du gar nichts sagen._ trini, mach mal halblang

Antwort von Nala1987 am 08.06.2017, 20:35 Uhr

Auch Dein Umfeld wird etwas gemerkt haben. Die Angst vor deren Reaktion ist meistens unbegründet. Psychische Krankheit ist genauso eine Krankheit wie eine Lungenentzündung. Es ist sicher ein Prozess, aber Du wirst lernen, das zu aktzeptieren und dazu zu stehen. Das ist nichts Schlimmes.
Du musst nicht ins Detail gehen und mit verrückt hat das absolut nichts zu tun! Es reicht zu sagen, dass es Dir nicht gut geht, aber du nicht ernsthaft krank im Sinne einer körperlichen Erkrankung bist und es nicht in dem Sinne Lebensbedrohlich ist. Du nun möchtest, dass es Dir besser geht und du deswegen tagsüber eine Klinik aufsuchst.
Arbeitgeber geht der Grund einer Erkrankung nichts an! Steht auch nicht auf dem AU- Schein!
Es wird Dir sicher auch schon besser gehen, wenn Du offener damit umgehst. Vielleicht versteht es nicht jeder, aber es wird sicher jeder ernst nehmen.

Und hey, es ist doch toll, dass Dein Mann Dich so unterstützt! Also ist Deine ursprüngliche Nachricht ja eigentlich hinfällig. Das ist eine große Unterstützung und ein großes Zugeständnis! Das ist toll von Deinem Mann und so solltest du das jetzt auch versuchen zu sehen! Das ist seine Art Dich zu unterstützen und das ist schon ganz viel wert!!!

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Re: Dem Arbeitgeber musst du gar nichts sagen._ trini, mach mal halblang

Antwort von Trini am 08.06.2017, 20:41 Uhr

Du schriebst von einer Angststörung.
Das merken Eltern und Kinder ( in dem Alter) doch.
Und mit ihnen darüber zu sprechen, ist nicht "mit dem Problem hausieren gehen".

Wenn deine Ängste dich so beeinträchtigen, dass dir eine Tageslinik empfohlen wird, spüren Sie ganz sicher, dass du Hilfe brauchst.

Trini

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Bookworm am 09.06.2017, 14:51 Uhr

PN

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Re: @Nala

Antwort von Nala1987 am 10.06.2017, 11:44 Uhr

Das bestreite ich alles garnicht. Aber wenn der Patient es nicht möchte, nicht vorstellen kann und dafür nicht bereit ist, dann ist es eben im Moment nicht das Richtige. Ich kenne die Wartezeiten und mir ist auch klar, dass das alles sehr wohl gehen kann. Wenn Sie das aber nicht möchte, dann muss (und sei es nur bis es zur Einsicht kommt) eine andere Lösung gefunden werden.

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Re: Keine Unterstützung von Partner bei Therapie

Antwort von Juliesmum am 13.06.2017, 21:12 Uhr

Hallo,
Ich war heute das 2.mal bei der Therapeutin, sie möchte jedoch nicht mit mir arbeiten. Sie besteht auf Tagesklinik. Ich habe jedoch auch eine Liste mit weiteren Kollegen bekommen, da kann ich es gern versuchen.

Es hätte wohl eh nicht gepasst zwischen uns

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