Warum Kryoversuch mit Embryonen im Vorkernstadium?

Prof. Dr. med. Barbara Sonntag Frage an Prof. Dr. med. Barbara Sonntag Frauenärztin

Frage: Warum Kryoversuch mit Embryonen im Vorkernstadium?

Hallo Frau Prof. Dr. Sonntag, bei unserer zweiten ICSI konnten bei meiner Ehefrau 12 Eizellen gewonnen werden. Von diesen gelang bei 4 Eizellen die Befruchtung mit meinen kryokonservierten Spermien. (bei der ersten ICSI waren es nur zwei befruchtete EZ die an Tag 2 eingesetzt wurden und sich nicht einnisten konnten). Zwei dieser 4 Embryonen wurden nach 3 Tagen eingesetzt. Leider kam es wieder nicht zu einer Einnistung. Die anderen beiden Embryonen wurden bereits im Vorkernstadium eingefroren. Nun habe ich folgende Fragen: 1.) Warum wurde nicht versucht, die Embryonen zu "Blastos" zu entwickeln und später einzusetzen und ggf. einzufrieren? 2.) Ist aus rechtlichen Gründen lediglich eine Kryokonservierung von Embryonen im Vorkernstadium möglich? 3.) Sind die Erfolgschancen bei kryokonservierten "Blastos" und kryokonservierten Embryonen im Vorkernstadium gleich? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen

von toga88 am 25.01.2021, 16:22



Antwort auf:

Warum Kryoversuch mit Embryonen im Vorkernstadium?

Zu 1) Beide Wege sind grundsätzlich möglich und individuell zu beraten. Zunächst handelt es sich bei kryokonservierten Vorkernstadien ja gerade nicht um Embryonen, so dass es sich tatsächlich um eine rechtlich unterschiedlich zu betrachtende Situation handelt. Das deutsche Embryonenschutzgesetz gibt vor, dass nur so viele Embryonen in der Kultur entstehen sollen, wie auch auf die Frau übertragen werden können (also üblicherweise nicht mehr als zwei). Ob in Ihrer individuellen Situation der sogenannte Blastozystentransfer mit einer verlängerten Kultur und unter Verwendung von mehr als zwei Vorkernstadien zur Steigerung der Erfolgschancen sinnvoll und möglich wäre, ist im vorherigen Gespräch zu kären. Grundsätzlich stehen Ihnen ja auch jetzt noch die zwei kryokonservierten Vorkernstadien für einen erneuten Embryotransfer zur Verfügung und können damit zur Schwangerschaft führen. Welcher Weg erfolgreich und am wenigsten belastend und sicher ist, lässt sich häufig erst im Nachhinein erkennen. zu 2) Nein, auch Embryonen können unter bestimmten Voraussetzungen eingefroren werden. zu 3) Das ist sehr abhängig von den individuellen Voraussetzungen wie Alter, Zahl der Therapiezyklen, etc.

von Prof. Dr. Barbara Sonntag am 26.01.2021


Ähnliche Fragen ähnliche Fragen

Einfrieren im Vorkernstadium

Sehr geehrte Herr Dr. Gagsteiger, folgende Situation: Ich vererbe eine Muskelerkrankung dominant und leide zudem an einer malignen hyperthermie. Wir haben weiteren Kinderwunsch und weichen für eine PID nach Tschechien aus. Die Klinik möchte aufgrund der Hyperthermie keine Punktion mit Narkose machen. Ich werde daher die icsi in Deutschland...


Kryokonservierung von Eizellen im Vorkernstadium

Hallo Dr. Grewe, ich hatte Ihnen ja geschrieben, dass in meiner ersten IVF von 6 weiterkultivierten Eizellen es nur Eine zur Blastozyste geschafft hat u.eingefroren wurde.Die restlichen Eizellen konnten sich nach Tag 3 nicht mehr weiterentwickeln. In den Unterlagen hatte ich nur das Einfrieren von Blastozysten angekreuzt und nicht noch zusätzlich d...


Vorkernstadium

Hallo! Kann ein Vorkernstadium auch nach 18 Stunden noch entstehen? Hatte gestern Punktion von 8 eizellen, bisher ist eine erfolgreich befruchtet worden. Bei den anderen hat sich nach 18 std. bisher noch nichts getan, sie warten aber noch ab. Gibt es noch die Chance, dass sich in den nächsten Stunden noch ein Vorkernstadium bei der ein oder an...


Transfer in Vorkernstadium

Sehr geehrter Dr. Moltrecht, ich stecke gerade in meiner zweiten ICSI und habe am Freitag 2 Eizellen im Vorkernstadium transferiert bekommen. Die Punktion hat am Mittwoch stattgefunden. Eigentlich hätten die Eizellen also schon weiter sein müssen. Kann ich mir überhaupt Hoffnungen machen oder ist die Chance auf eine Schwangerschaft zu gering?...