PD. Dr. med. Lars Hellmeyer

Schwere Verletzung der Gebärmutter+Eileiter bei Notkaiserschnitt

Antwort von PD. Dr. med. Lars Hellmeyer

Frage:

Sehr geehrter Dr. Hellmeyer!

Ich musste am 1.5.2014 meinen Sohn in SSW 24+6 per Notkaiserschnitt zur Welt bringen. Ich wurde am 30.4.2014 in der LFKK wegen vorzeitiger spontaner Wehen und Fruchtblasenprolaps (mumu war auf über 4 cm nach 1 1/2 Stunden Wehen) aufgenommen. Es wurde Tokolyse und 2 andere Wehenhemmer gegeben und die 1. Lungenreife verabreicht. Unter strikter Bettruhe bekam ich am 1.5. wieder leichte Wehen und 1 Stunde danach Blasensprung - die 2. Lungenreife konnte damit nicht verabreicht werden. Das Fruchtwasser war leicht missfarben darum geht man von einer Entzündung als Wehenauslöser aus. Da sich meine Gebärmutter auch noch währen des KS unter Vollnarkose ununterbrochen zusammenzog wurde unser Baby so eingekeilt das man es kaum rausholen konnte (die rede ist im OP-Bericht von betonhart) man verabreichte mir auch 2 Hübe Nitro - was auch immer das ist. Es war extrem schwierig den kleinen rauszuholen das die Gebärmutter sich ununterbrochen zusammenzog und unser Baby einzwängte. Irgendwann haben sie ihn dann rausholen müssen wodurch er eine große cm große offene Wunde am köpfchen erlitt. Weil die Geb. so schwierig verlief wurde bei der Geburt der re. Eileiter abgerissen, die Uteruswand re. fast komplett abgetrennt bis zur Rückwand. Die OP dauerte insgesamt 2 Stunden und war auch für mich nicht ungefährlich wie mir gesagt wurde.... Ich war am 29.4. beim FA welcher eine muttermundlänge von 3 cm feststellte und meinte das alles ok ist und hoffentlich auch beim nächsten termin noch so ist... zudem muss ich erwähnen das ich im märz 2013 eine konisation hatte.

Unser Sohn wurde nachdem ich aufgewacht bin sofort Notgetauft da man uns sagte er musste 4x reanimiert werden und wird die Nacht nicht überleben. Dank Medikamente und Maschinen überlebte unser kleiner Schatz 4 Tage bevor er in unseren Armen für immer einschlafen musste. Die Geburtsverletzung am Kopf war sehr groß, zudem massivste Hirnblutungen Grad IV, Blut in der Lunge, sein kl. Körper war von den vielen medikamenten aufgeschwemmt, es war eine Qual ihn so zu sehen. Es war einfach zu früh für ihn, dann das schwere Geburtstrauma, es ist einfach schrecklich und unbegreiflich für uns.

Heute bin ich 13 tage post op, am 9. tag post op wurde ich entlassen, ich habe noch immer wahnsinnige schmerzen beim gehen, kann kaum aufrecht stehen. ab wann ist es sinnvoll die inneren KS narben per US zu kontrollieren. ich habe riesige angst das zu viel kaputt gemacht wurde und meine gebärmutter nicht mehr fähig sein wird erneut ein kind zu versorgen! man sagte mir zwar das sie alles was kaputt gemacht wurde rekonstruieren konnte aber ich weiß nicht ob ich dem trauen kann...

betreffend einer weiteren SS wurde mir geraten 6 monate zu warten, ca. in ssw 16 eine cerklage zu machen, engmaschige vorsorgeuntersuchungen direkt in der LFKK - auch betreffend entzündungen, und auf jeden fall wieder einen KS ca. in ssw 38 durchzuführen.... was sagen sie dazu - sehen sie unter den umständen der geburt, der verletzungen an der gebärmutter noch eine chance überhaupt ein gesundes kind auszutragen? ich habe angst ob ich wegen dem abgerissenen eileiter überhaupt noch mal schwanger werden kann...

Welche Untersuchungen gibt es um festzustellen ob man sich eine entzündung geholt hat??

Ich hoffe sie können mir weiterhelfen!

MFG Tanja

von T1984 am 13.05.2014, 12:06 Uhr

 

Antwort auf:

Schwere Verletzung der Gebärmutter+Eileiter bei Notkaiserschnitt

Hallo T1984, das ist ja wirklich eine dramatisch traurige Geschichte, die Sie ein Leben lang begleiten wird. Wichtig ist, dass Sie nach diesem Trauma (Sie und der Partner) psychologisch aufgefangen werden. Jetzt zu den Fragen: Eine Ultraschall-Kontrolluntersuchung bringt gar nichts, von einer Cerclage in einer Folgeschwangerschaft halte ich nichts, dann eher eine Pessartherapie (nicht invasiv) oder ggf. ein Muttermundsverschluss. Sie sollten 1 Jahr, allein auch wegen der Trauerarbeit warten, bevor Sie eine erneute Schwangerschaft planen. Am besten sprechen Sie im Intervall nochmal mit dem Operateur, der wird sich sicherlich erinnern. Diese Konstellation habe ich aber schon ein paar Mal erlebt, mit gutem Ausgang der Folgeschwangerschaft. LG und alles erdenklich Gute

von Dr. med. Lars Hellmeyer am 13.05.2014

Antwort auf:

Schwere Verletzung der Gebärmutter+Eileiter bei Notkaiserschnitt

Vielen Dank für Ihre Antwort! In psychologischer betreuung standen wir bereits im KH und nachdem wir unseren sohn verabschiedet haben werden wir uns wieder in psychologische betreuung begeben.

Meine schwagerin hatte im aug 13 einen not-KS, bei ihr wurde die narbe eine woche nach dem ks per ultraschall angesehen ob diese gut verheilt - verstehe ich das richtig das solch eine untersuchung gar nichts bringt - man nicht sehen kann wie die narben innen verheilen??

warum ist eine pessartherapie oder muttermundverschluss besser als eine cerclage? dachte mumu-verschluss und cerclage ist dasselbe...

von T1984 am 13.05.2014

Antwort auf:

Schwere Verletzung der Gebärmutter+Eileiter bei Notkaiserschnitt

Hallo erneut, die innere Narbenheilung ist nicht im Schall zu sehen, höchsten, wenn eine Öffnung besteht, aber das ist absolut selten. Routinemäßig muss die Wundheilung auf keinen Fall per schall kontrolliert werden. Ein Muttermundsverschluss ist eine richtige Operation mit Narkose, während eine Pessartherapie nicht invasiv ist. Fürs Pessar gibt es den Beweis, dass es etwas bringt, für den Muttermundsverschluss ist die Studienlage unzureichend. LG

von Dr. med. Lars Hellmeyer am 14.05.2014

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