Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Doppler-Ergebnisse

Antwort von Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Hallo Sabine,

ich hatte einen ähnlichen Befund und versuche einmal, Dir das zu erklären (so, wie es mir erklärt wurde, wie ich es erlebt habe und hoffentlich nicht zu laienhaft):

Mit dem Doppler wird der Blutfluss (Flow) in den Arterien der Gebärmutter, der Nabelschnur und des Babys gemessen, die Werte werden vom Computer in ein Diagramm umgewandelt.

Bei erhöhtem Widerstand in den Arterien verändert sich das Diagramm entsprechend, bis hin zum sogenannten 'notch' (zu deutsch: Kerbe). Im Diagramm sieht man also die Unregelmässigkeit im Blutfluss, die durch den erhöhten Widerstand in den Arterien auftritt, als Kerbe (notch).
Je höher der Widerstand desto deutlicher sieht man den notch.

Bei mir war es damals so, dass ich rechts mal einen notch hatte, mal war es wieder besser. Links jedoch wurde der Widerstand immer höher, nach einiger Zeit wurde sogar festgestellt, dass das Blut zwischen den Pumpstössen des Herzens in der Arterie zurückfliesst.

Durch diese Durchblutungsstörungen ist auch der Transport der Nährstoffe hin zur Plazenta und zum Kind gestört und es kommt meistens zu einer Wachstumsverzögerung (Retardierung).

Allerdings darfst Du Dir das nicht so vorstellen, dass das Kind ganz plötzlich aufhört zu wachsen und sofort geholt werden muss. Die Babies reifen im Normalfall genauso wie andere Babys im Bauch weiter, sie wachsen nur weniger bzw. legen weniger (oder gar keine) Fettreserven an. Die Natur hat es wohl so angelegt, dass beim Baby in solchen Mangelsituationen zuerst einmal die wichtigen Organe ausgebildet werden und erst später Energie ins Wachstum investiert wird.

Bei mir war es so: Ich wurde engmaschig mit CTG und Doppler kontrolliert und schliesslich ins Krankenhaus eingewiesen, um diese Überwachung zu erleichtern. Man wartete auf den Augenblick, an dem es dem Kind draussen besser gehen würde, als in meinem Bauch, vorher wurde nichts unternommen. Unser Kleiner wurde in der 35. SSW mit 1390 g und 39 cm per Kaiserschnitt geboren (Retardierung von sechs Wochen, also eine Grösse die etwa der 29. SSW entsprach). Die Reife der 35. SSW war jedoch gegeben, er konnte nach wenigen Tagen die Temperatur schon gut halten, atmete von Beginn an selbständig und konnte sehr bald ohne Magensonde auskommen.

Allerdings wurde bei mir im Unterschied zu Dir dieses Problem bereits in der 22. SSW festgestellt, also ganze 11 Wochen früher. Ich habe es mit viel Schonung (und eben KH, aber erst ab der 27. SSW) noch bis zur 35. SSW geschafft, bevor unser Kleiner geholt werden musste. So hast Du also sehr gute Chancen, dass es Dein Baby noch sehr lange aushält und vielleicht ganz normal zum Geburtstermin kommt (wenn auch möglicherweise etwas kleiner, als der Durchschnitt).

Ich wünsche Dir alles, alles Gute und drücke die Daumen!

Liebe Grüsse
Anke

P.S. Unser 'Zwerg' ist heute weniger als zwei Monate vom dritten Geburtstag entfernt, und kerngesund. Nur seine Grösse von 91 cm und sein niedriges Gewicht von nur 11,5 kg zeugen heute noch von seinem 'Frühstart'.

von AnkeP am 05.08.2002, 22:33 Uhr

 
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