Aphes
Hallo liebe Biggi, Meine Tochter ist vor drei Wochen 1 Jahr alt geworden. Wir hatten schon Tage, an denen sie nur 1x gestillt wurde. Nachts, im Familienbett, stille ich seit jeher bestimmt 7x pro Nacht. Das war bisher kein Problem, weil das automatisch im Halbschlaf passierte. Jetzt hat sich etwas eingeschlichen, was mich sehr belastet: durch Zahnen und drei Tage fiebrig sein durch eine Impfung habe ich sie mehr gestillt als sonst. Und jetzt möchte meine Tochter tagsüber ohne stillen nicht mehr einschlafen. Davor ist sie auch in der Trage eingeschlafen. Das geht gerade nicht mehr, sie fängt dann an zu weinen. Also stille ich sie gerade 2x täglich in den Schlaf. Außerdem kommt sie beim nächtlichen Einschlafstillen schlecht in den Schlaf, so dass sie eine Stunde einfach nur nuckelt und, wenn ich Pech habe, danach total übermüdet wieder wach ist und durch das Bett robbt. Sie wird nachts oft wach und braucht die Brust zum Nuckeln. Ich bin von einer Erkältung gerade sehr geschlaucht und dieses Dauernuckeln an meinen Brüsten zehrt zusätzlich an meinen Nerven. Es ist ja nicht so, dass sie zügig trinkt, sondern dass sie im Halbschlaf nuckelt. Auf Vaters Armen schläft sie nicht ein und einen Schnuller will sie auch nicht. Ist das nächtliche Nuckeln nur Gewohnheit oder nehme ich ihr eine wichtige nächtliche Stütze, wenn ich ihr es vorenthalte? Ist es normal, dass sie auch noch mit einem Jahr nachts so häufig an die Brust will? Lieben Dank für Deine Antwort!
Kristina Wrede
Liebe Aphes, gerade bei Einjährigen beobachten wir immer wieder, dass die Stillfrequenz wieder zunehmen kann. Das ist zunächst einmal nichts falsches - jedoch auch nichts, was du "ertragen" musst, wenn es für dich nicht passt. Auch du stehst an dem Punkt wo du entscheiden darfst, was passiert, wenn deine Tochter deine Entscheidung nicht von allein mit trägt - und was sie daraus lernt. Macht sie die Erfahrung, dass du irgendwann einknickst, weil du vielleicht ein schlechtes Gewissen bekommst, wenn sie anfängt zu weinen, oder wird sie ihre Mama als klar und zuverlässig erleben, die sie zwar zuweilen frustriert (wenn du ihr NICHT gibst, was sie möchte), aber dennoch für sie da bist (in dem du ihre Reaktion als "natürlich" akzeptierst, nicht bestrafst und ihr mögliche Alternativen anbietest). Dann kann sie die Erfahrung machen, dass das Leben trotzdem weitergeht, sie erleidet keinen Schaden und findet neue Wege, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Diese Klarheit ist natürlich (vor allem zu Beginn) nicht ohne Anstrengung zu schaffen, darum kann es sinnvoll sein, dass du dir überlegst, wann du damit beginnen möchtest. Am besten dann, wenn du Unterstützung für deinen Alltag bekommen kannst, so dass du unruhige Nächte durch Ruhepausen am Tag ausgleichen könntest. Lieben Gruß, Kristina