Frage: Was kann ich tun?

Hallo Biggi, meine kleine Maus wird am 19. August fünf Monate alt und ich stille sie noch voll.Doch zur Zeit stelle ich mir die Frage ob meine Milch noch ausreicht. Vor einem Monat schlief Maria in der Nacht schon durch,das heisst von abends neun Uhr bis in der früh acht Uhr. Tagsüber immerwieder zehn bis dreissig Minuten, und getrunken hat sie fast regelmässig alle vier Stunden. Doch dann hat sie plötzlich in der Nacht alle zwei bis drei Stunden hunger bekommen, zuerst dachte ich mir: naja muss sich die Milch neu einstellen, doch nachdem dies zwei Wochen andauerte wollte ich sie mit dem Schnuller beruhigen doch dies funktionierte nicht. Im Moment trinkt sie in der Nacht alle vier Stunden und dies seit einer Woche, mir persönlich macht dies nichts aus, den sie schläft danach sofort wieder ein. Doch sollte sie mit fast fünf Monate nicht durchschlafen?Reicht ihr meine Milch nicht mehr? Eigentlich wollte ich sechs Monate voll stillen und dann langsam mit der Beikost anfangen, doch braucht meine Maus jetzt schon Beikost? Könnten Sie mir vielleicht einen Tip geben was das richtige für uns zwei ist? Viellen Dank derweil, und liebe Grüsse Margit mit Maria Ach übrigends meiner Maus geht es sonst super gut, wir hatten sonst noch nie Schwierigkeiten, und sorry das es ein wenig länger geworden ist.

Mitglied inaktiv - 14.08.2001, 11:37



Antwort auf: Was kann ich tun?

? Liebe Margit, es ist absolut normal, dass ein Baby (und auch noch ein Kleinkind) nachts aufwacht. Das Durchschlafen ist zwar etwas worauf die Eltern mehr oder weniger sehnsüchtig hoffen und warten, doch es ist unrealistisch bei einem Baby oder Kleinkind wirklich einen bestimmten Zeitpunkt anzupeilen zu dem das Kind „durchschlafen muss". Das Schlafverhalten hat auch kaum etwas mit der Ernährung zu tun. Es ist (verständlicherweise) schwer zu akzeptieren, dass ein Baby, das bereits lange Schlafphasen hatte, wieder aufwacht. Doch entwicklungsbedingt wachen Babys irgendwann ab etwa vier bis sechs Monaten oft (wieder) nachts auf, was jedoch nicht an der Ernährung hängt. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht. Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt Ihnen in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Als stillende Mutter haben Sie den ungeheuren Vorteil, dass Sie Ihr Kind durch diese für alle anstrengende Zeit begleiten können, ohne dass Sie richtig wach werden und aufstehen müssen. Genießen Sie dieses Privileg, sich einfach nur umdrehen zu müssen und dann, wenn schon nicht sofort weiterschlafen zu können, so doch zumindest ruhen können. Beikost sollte erst dann eingeführt werden, wenn das Baby die folgenden Anzeichen zu erkennen gibt: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, • der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Wenn diese Kriterien noch nicht erfüllt sind, ist es noch zu früh für Beikost. Eine zu frühe Einführung der Beikost ist nicht sinnvoll, da dadurch der Organismus des Kindes überfordert werden kann, vor allen der Darm und die Nieren des Kindes können überlastet werden und außerdem erhöht eine zu frühe Einführung der Beikost das Allergierisiko. LLLiebe Grüße Biggi Welter

von Biggi Welter am 14.08.2001