Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Warum schreit mein Baby beim stillen?

Frage: Warum schreit mein Baby beim stillen?

Julchen87

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Hallo, meine Tochter ist nun 13 Wochen alt und wird vollgestillt. Bis sie 8 Wochen alt war litt sie unter Gelbsucht und war sehr trinkfaul. Das stillen war sehr mühselig und anfangs mussten wir zufüttern, doch ich habe hart daran gearbeitet, dass das stillen letztendlich klappte und sie trank gut. Doch dann begann sie beim stillen sehr unruhig zu sein und zu zappeln. Das war zwar anstrengend aber einigermaßen händelbar. Doch seit zwei Wochen schreit sie beim stillen nach ein paar Minuten. Sie dockt immer wieder an, schreit dann los, verschluckt sich, schluckt Luft und irgendwann geht gar nichts mehr und sie muss dann auch viel spucken. Nachts trinkt sie gut. Ich habe schon alles ausprobiert (ruhige Atmosphäre, andere Stillposition, pucken). Einen zu starken Milchspendereflex habe ich auch nicht, sie hat auch keinen Soor Infekt und keine Bauchschmerzen oder andere Erkrankungen, Zungenbändchen ist in Ordnung. Kurios ist, dass sie manchmal auch tagsüber richtig gut und lange trinkt, daher weiß ich auch, dass ich genug Milch habe. Sie hat in den letzten Wochen nicht so gut zugenommen (Kinderarzt sagt das Gewicht ist in Ordnung aber im unteren Bereich). Genug nasse Windeln hat sie und ansonsten gedeiht und wächst sie auch gut. Haben Sie eine Idee woran das liegen könnte? Ich habe Angst, dass ich bald nicht mehr stillen kann und zufüttern muss wenn sie irgendwann nicht ausreichend zunimmt. Und auch so.. Weiß ich nicht mehr wie lange ich das noch aushalte, das ist wirklich kein Zustand und ich stoße wirklich an meine Grenzen Ich hoffe Sie können mir helfen.


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Liebe Julchen87, offensichtlich hast du schon sehr gründlich alle möglichen Ursachen für das Verhalten deiner Maus angeschaut und anschauen lassen. Mehr können wir von hier aus auch gar nicht machen (tatsächlich ist das, was du unternommen hast, viel mehr als das, was wir von hier aus leisten können), und ehrlich gesagt gibt es sehr viele Situationen, wo wir zu dem Ergebnis kommen: Wir wissen es nicht. Keiner kann in das Baby hineinschauen und sagen, was das Weinen auslöst. Keiner weiß es, und wenn alle in Frage kommenden Ursachen nicht zutreffen, bleibt nichts anderes als die Situation zu akzeptieren wie sie ist. Genau wie deine Stillberaterin gesagt hat. Das kann auch eine gute Übung für später im Leben mit diesem Kind sein ;-) Tatsächlich ist JETZT das wichtigste, dass du raus kommst aus der Sorge. Zum einen kann es helfen zu wissen, dass es so sein kann, wie es eben ist, dass viele Mütter und viele Babys ähnliches erleben. Und dass die Kleinen trotzdem groß und gesund werden können. Wenn dein Arzt sagt, dass Gewicht des Babys sei im unteren Bereich bedeutet das nicht, dass sie "fast" zu wenig zunimmt. Hol doch mal euer gelbes U-Heft heraus und schau ganz hinten auf die Gewichtskurve. Da sind einige zur Orientierung eingedruckt und es stehen Prozentzahlen nebendran. Diese Zahlen bedeuten, dass so und soviel Prozent aller in der Statistik erfassten Babys solch eine Gewichtsentwicklung zeigen. Mehr aber auch nicht. Wenn du jetzt schaust, wo die Kreuzchen liegen, die beim Kinderarzt nach dem Wiegen hier eingetragen werden, dann ist das einzige, was wichtig ist, ob sie sich ungefähr auf einer Linie bewegen, die parallel zu den vorgegebenen Kurven ist. Mehr nicht. Denn es ist doch absolut normal, dass es Babys gibt, die wie kleine Buddhas viel mehr wiegen als ein Vergleichskind, und andere, die viel zierlicher sind. So wie vielleicht deren Eltern. Weiter kann dir zur Orientierung helfen zu wissen, dass ein Baby im ersten Halbjahr sein Geburtsgewicht verdoppelt und es innerhalb der ersten 12 Monate verdreifacht. Solange deine Maus also konstant zunimmt, ist "im unteren Bereich" keinesfalls ein schlechtes Omen. Selbstverständlich kannst du auch dann dein Baby so lange stillen, wie ihr das möchtet. Am meisten helfen wird dir jetzt also helfen, zuversichtlich und "cool" zu bleiben. Ist sie unruhig und weint beim Stillen, dann ist das so. Dann darf dir das keine Angst machen, denn du weißt: "So ist mein Baby eben, das ist nicht entspannend, aber es darf sein." Bietet deine Stillberaterin eine Stillgruppe an? Es könnte dir gut tun, dich dort mit anderen Müttern auszutauschen, die wissen wie das ist, wenn man unsicher ist und Angst hat, etwas falsch zu machen oder zu übersehen. Die diese innere Sorge selbst erlebt haben oder erleben. Unter Gleichgesinnten findet frau oft tolle Ermutigung und gute Tipps. LIeben Gruß, Kristina


Julchen87

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Achso, ich hatte auch schon eine Stillberaterin zu Besuch. Sie meinte, wir müssen da einfach durch und ich solle sie wenn sie so schreit nicht zwingen sondern es später einfach nochmal versuchen und dass es nicht so dramatisch sei, wenn die mal weniger trinkt. Die Kleine zeigt dann auch keinen Hunger zwischendurch. Sie nimmt zur Beruhigung und zum einschlafen einen Schnuller seit sie ein paar Tage alt ist. Die Stillberaterin glaubt nicht an eine Saugverwirrung, da die Kleine ja eine Zeit lang gut getrunken hat.


Julchen87

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Das beruhigt mich sehr. Meinen Sie denn, dass es dich hierbei um eine Phase handelt oder kann es tatsächlich ein dauerhafter Zustand sein?


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Ich bin SICHER, dass es nur eine Phase ist. Wie lange sie dauert, kann ich dir jedoch nicht sagen. Definitiv aber wird sie vorüber gehen!! Lieben Gruß, Kristina


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