Mama1415
Liebe Stillberaterinnen, Ich habe lange hier einfach mitgelesen, bereits bei meinem ersten Kind, bei dem ich leider auch schon Probleme hatte. Meine Maus kam vor drei Wochen (2 Wochen vor Termin) zur Welt. Die Geburt war unkompliziert, die Kleine jedoch zu leicht und eben klein (45cm,2340g). Leider musste Sie dann einige Tage auf der Frühchenstation bleiben und ich hatte zunächst kaum Milch, sodass sie zugefüttert werden musste. Ich begann zu Pumpen und zunächst funktionierte das auch mit jedem Tag besser. Bei meinem Sohn damals habe ich aus Unwissenheit sehr früh zugefüttert und er konnte auch nicht wirklich gut trinken, da er auch sehr klein und leicht war. Je mehr ich damals pumpte desto weniger Milch hatte ich und ich hatte einen wirklich langen und harten Kampf bis ich ihn endlich stillen konnte, was letztlich dann auch nicht lange ging da ich dann als er 6monate alt war nichtmehr genug Milch hatte(halbstündig anlegen und er nahm trotzdem ab). Bei meiner Tochter waren die ersten Versuche des anlegens zunächst super, da sie sofort andocken und nuckeln konnte. Je länger sie jedoch auf der Frühchenstation blieb desto schlechter wurde es, bis sie schließlich die Brust nur noch zum nuckeln nahm. Zu Hause hatte ich mich halbwegs damit abgefunden, dass ich auch bei meinem zweiten Kind nicht einfach "drauf los" stillen kann und mich soweit mit der Pumpe arrangiert. Doch sobald der Babyblues nachgelassen hatte wurde auch die Milch die ich abpumpen konnte immer weniger. Ich begann häufiger zu Pumpen, doch je mehr ich gepumpt habe, desto weniger wurde die Milch, bis schließlich aus beiden Brüsten zusammen nur noch max 30ml gesamt abgepumpt werden konnten und das auch nur noch 2-3 mal am Tag, zwischendrin war es noch weniger. Ich habe alles mögliche ausprobiert, doch mir scheint es will nicht werden solange meine Tochter sich nicht mehr anlegen lässt. Ich habe dann beschlossen mir den Stress nichtmehr anzutun, da ich auch einfach die Zeit dafür nicht habe, denn auch mein Sohn will versorgt werden, und die Pumpe komplett sein lassen. Eigentlich hatte ich beschlossen abzustillen, habe aber dann folgenden Morgen, da die Brust gerade wirklich prall und meine Tochter wach war, beschlossen noch einen letzten Versuch zu wagen. Tatsächlich trank sie dann zum ersten Mal wieder an der Brust. Es dauerte ewig und waren "nur" 50ml aber da die Brust an der sie gerade nicht trank regelrecht ausgelaufen ist (bei der Pumpe konnte ich trotz aller Mühe den Milchspendereflex nicht auslösen) bin ich zu dem Schluss gekommen dass es wohl doch einfach am Pumpen liegt und würde uns gerne noch eine Chance ohne Pumpe geben. Allerdings habe ich nun das Problem dass meine Kleine die Brust nicht wirklich als Nahrungsquelle ansieht... Sie nuckelt kurz, schluckt mit etwas Glück 4-5mal und schläft dann sofort ein. Sie lässt sich dann auch absolut nicht wecken. :( Meine Hebamme riet mir dazu sie weiter anzulegen wann bzw wenn ich das möchte und mich zu freuen dass ich zumindest als "Schnuller" diesen Kontakt mit ihr habe statt mich weiter zu stressen, da ich auch enorm drunter gelitten habe dass mein Sohn ansonsten zu kurz kommt. Nun meine Frage : Lässt sich diese offensichtliche Saugverwirrung noch lösen oder lasse ich es besser einfach sein? Momentan lege ich sie nach Möglichkeit vor jeder Mahlzeit kurz an und gebe ihr danach dann halt eine Flasche.. Leider mit Pre, da meine Milch durch mangelndes entleeren einfach nicht reicht und auch nicht wirklich mehr werden will... Bei meinem Sohn habe ich wirklich bis zum Brusternährungsset alles gegeben und mich wirklich reingehängt, aber das geht in dem Ausmaß diesmal nicht mehr und ich muss auch ehrlich sagen dass ich ein SOLCHES Maß an Mühe auch nichtmehr wollen würde... Vllt habt ihr ja noch Ideen...? Vielen Dank und beste Grüße
Liebe Mama1415, ohne Brusternährungsset werdet Ihr es wahrscheinlich nicht schaffen. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Nun kann ich aber weder dich noch dein Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und dir auch nichts zeigen. Dazu möchte ich dich zu allererst ermutigen, nach einer Stillberaterin in eurer Nähe zu schauen. "Nah" kann auch 1 Stunde entfernt sein - es lohnt sich allemal!! Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi