NJFrühling
Liebes Still-Team, mein Sohn ist knapp 5 Monate alt; seit 2 Wochen bekommt er mittags einen Gemüsebrei, zusätzlich aber noch im Anschluss die Brust. Gegen 20Uhr legen wir ihn ins Familienbett. Er meldet sich dann wieder gegen 1h, ab diesem Zeitpunkt lege ich mich dann zu ihm. Bis zum Morgen kommt er dann häufig alle 1,5Stunden (auch wenn ich nicht immer dich bin, dass es Hunger ist, gebe ich ihm dann immer die Brust, dann wird er wieder ruhig). Über Tag stillen ich ebenfalls nach Bedarf, da meldet sich der kleine Spatz abe Rune ca. alle 3 Stunden. Gibt es eigene Möglichkeit die anstrengenden Nächte anders zu gestalten, ich meine am Abend schafft er ja in der ersten Schlafphase ja auch schon ca. 5 Stunden. Das wäre toll, die schlaflosen Nächte sind langsam sehr anstrengend. Viele Grüße. Nora
Liebe Nora, das Schlafverhalten hängt nicht unbedingt oder nur in extrem geringem Maße von der Ernährung ab. Gerade in der Zeit ab etwa vier bis sechs Monate wachen viele Babys (wieder) vermehrt auf. Dies liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung auch keine Garantie für angenehmere Nächte. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. In dieser Zeit verarbeiten Kinder vieles in der Nacht, und brauchen die Bestätigung, dass Mama ganz nah ist, und die beruhigende Milch, noch ziemlich. Es ist kein Rückschritt, wie es scheint, sondern zeigt, dass sich dein Kleines weiter entwickelt! Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses „natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit „Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" Du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Du machst nichts falsch! Und hast Du es schon einmal mit dem Kinn-Trick" probiert? Der ist oft sehr hilfreich bei Babys, die die Brust fast ein wenig aus Gewohnheit im Mund haben wollen beim Schlafen. Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... Das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden :-). Wichtig ist auch, dass Du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. • Nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast Du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und Du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße Biggi
Ähnliche Fragen
Hallo Biggi, meine Tochter ist 4 Monate alt und ich stille sie zwischen 10 und 15 mal täglich (tagsüber oft im 1-2 Stunden-Rhythmus, nachts wesentlich seltener). Als unsichere "Erstmutter" frage ich mich nun, ob ich sie zu häufig anlege. Wenn sie unruhig wird, dann versuche ich sie erst durch Kuscheln oder Herumtragen zu beruhigen, aber es endet ...
Hallo, mein Kleiner ist jetzt 19 Wochen. Er wird voll gestillt, war aber noch nie ein guter Schläfer. 4 Std am Stück nachts sind schon das höchste gewesen. Doch jetzt wird sein Schlafverhalten immer schlechter. Seit ca. 3 Wochen wacht er fast alle 1-2 Std auf, wird unruhig und schreit dann auch. Mit Schnuller ist er nicht zu beruhigen, nur mit sti ...
Guten Tag, ich habe einen Sohn, der jetzt 5 Monate alt ist und noch voll gestillt wird. Er trinkt allerdings sehr häufig und hat auch keinen festen Rythmus. Wenn ich Glück habe, schafft er schon mal 2,5h oder 3h zwischen zwei Mahlzeiten, aber das ist die Ausnahme, normal sind eher nur 2h, manchmal sogar weniger. Wir leben momentan in Giechenland ...
Hallo, Amelie ist genau 8 Monate alt und wurde fast 6 Monate voll gestillt. Sie war und ist immer schwerer als die Norm (was mir grds. egal ist, aber zu Erklärung der Situation) Der Beikostbeginn gestaltete sich schwierig-sie hat nur ganz langsam die Mengen gesteigert. (mittags halbes Glas, abends 1/3Portion) In den ersten 3 Monaten schlie ...
Liebe Biggi! Ich habe schon einiges zu diesem Thema bei euch gelesen, mache mir aber doch etwas Sorgen. Meine Tochter ist nun 10 Monate alt und wird noch gestillt (sie isst etwas Brei, aber nicht viel). In den ersten drei Monaten hat sie tw. schon durchgeschlafen.Ab dem vierten Monat meldete sie sich nachts vermehrt (alle 2 bis 3 Stunden). Sie ...
liebe biggi, mein sohn ist 26 monate alt, wir stillen noch viel (13 monate voll anfangs); er mag einfach anscheinend lieber milch als essen. er isst schon, aber nur so nach geschmack, ich gebe ihm alles mögliche (kein fleisch und keine kuhmilchprodukte), immer wieder mal isst er ganz gut, aber dann wieder kaum. stillt viel. tagsüber auch immer vie ...
Sehr geehrtes Expertenteam, meine Tochter ist 20 Wochen alt und bekommt seid drei Wochen mittags Brei. Den isst sie sehr gerne und so zwischen 130-170g. Trotzdem muss ich sie noch zehn mal am Tag stillen. Ist das ok? Was kann ich machen um die Anzahl der Stillmahlzeiten zu reduzieren? Sie ist 68cm groß und wiegt stolze 7,2 kg. Liebe Grüße, Annel ...
Liebe Stillberaterin, Mein Kind, knapp 10 Monate wird nach Bedarf gestillt. Zu Mittag gibt es Gemüsebrei und Abends Getreide-Obst Brei. Beikost haben wir mit 6 Monaten gestartet, mittlerweile isst sie jeweils 100g Portionen (nicht soo viel). Seit ein paar Tagen will sie in den Morgenstunden sehr häufig an die Brust und lässt sich nicht anders ...
Hallo liebe Biggi, mein Sohn kam nach einer Mekoniumaspiration direkt nach der Erstversorgung auf die Intensivstation und wurde jetzt erst mit 3,5 Wochen nach Hause entlassen. Während seines Aufenthalts habe ich zwischendurch immer wieder stillen können, ansonsten abgepumpt und die Krankenschwestern haben mit anfangs Magensonde und später mit Flasc ...
Hallo, ich habe heute gelesen, dass Babys Bauchweh uns Hunger nicht unterscheiden können. Stimmt das? Da meine Tochter zu früh und viel zu leicht auf sie Welt kam, habe ich anfangs so oft wie möglich angelegt und mache das jetzt auch noch. Sie hat in den letzten 3Wochen 1Kg zugenommen, also recht viel, was ja eigentlich gut ist. Und gestillt ...
Die letzten 10 Beiträge
- Zusätzliche Stillmahlzeit einmalig durch Brei ersetzen
- Baby 9 Monate nachts abstillen
- Zu viel Milch linke Brust
- Weiterstillen trotz Zähnen
- Stillen und neue Brille
- Stillprobleme, Stillhütchen, Zungenbändchen
- Erneute Rückfrage Wildfleisch
- Wildfleisch in der Stillzeit
- Zahnreinigung in der Stillzeit
- Abstillen nach 3 Monaten