bellis123
Bei meiner Tochter hatte ich vor 3,5 Jahre keinen richtigen Milcheinschuß. Laut der Hebamme im Krankenhaus lag es wohl am hohen Blutverlust während der Geburt. Außerdem lag unsere Tochter von Tag 2 bis 10 auf der Intensivstation wegen einer Neugeboreneninfektion und wurde seitdem alle 4 Stunden zugefüttert. Das ganze lief immer so ab, dass ich sie zuerst immer anlegen sollte (10 min pro Brust) und danach die geforderte Milchmenge aus der Flasche in sie reinzwängen musste. Das gestaltete sich als sehr schwierig, da sie sehr schlecht getrunken hat und ich ständig damit beschäftigt war sie beim trinken wach zu halten. Das füttern mit der Flasche hatte sich dann meist auf eine Stunde hingezogen weil es so mühselig war. Nach dem Füttern mit der Flasche habe ich dann nochmal 10 min pro Brust abgepumpt um den Milchfluss anzuregen. Die abgepumpte Milchmenge hat immer maximal 2-5 ml ergeben. Beim Stillversuch an der Brust wird es auch nicht viel gewesen sein, da das Wiegen vorher-nachher immer keine Veränderung anzeigte. Auch als wir zuhause waren habe ich noch 4 Wochen lang diesen Rhythmus durchgezogen, hatte auch diese elektrische Pumpe zuhause. Ich war sehr enttäuscht, dass ich meine Tochter nicht stillen konnte, trotz aller Tipps von der Hebamme. Habe sogar irgendwann Bockshornkleekapseln genommen, auch das hat keinen Unterschied gebracht. Irgendwann hat meine Nachsorgehebamme meine Brust mal abgetastet und meinte, dass es kein Wunder ist dass das Stillen nicht klappt, weil meine Milchdrüsen verkümmert sind. Ich weiß nicht genau ob ich das richtig verstanden habe. Heißt das, dass ich auch bei meinem zweiten Kind (bin in der 18. SSW) Schwierigkeiten mit dem Stillen haben werde? Ich habe recht kleine Brüste, falls das eine Rolle spielt. Ich fand die Situation damals schrecklich, da ich hormonell bedingt sowieso sehr empfindlich war und es mir zu schaffen gemacht hat. Man bekam dann von allen Verwandten und Bekannten schlaue Tipps dass man ja nur dran bleiben müsste etc. als ob ich das nicht schon tun würde. Aber mehr als anlegen und zusätzlich pumpen geht doch nicht oder? Im Nachhinein sehe ich die Situation entspannter. Trotz dass meine Tochter auf Muttermilch verzichten musste, hat sie ein sehr gutes Immunsystem und ist auch ansonsten kerngesund. Daher frage ich mich, ob ich mir beim zweiten Kind den Stress von damals noch mal antun sollte oder gleich mit der Flasche beginnen sollte, weil es sowieso nichts bringt.
Kristina Wrede
Liebe bellis123, wenn du wirklich nicht ausreichend Milchdrüsengewebe entwickelst, dann ist es schwer, voll stillen zu können. Du kannst das schon in der Schwangerschaft daran sehen, dass die Brust nicht wächst. Ob du deshalb jedoch ÜBERHAUPT nicht stillen könntest lässt sich nicht vorhersagen, da es davon abhängt, wie viel milchbildende Drüsen vorhanden sein werden. Und auch wenn es nicht klappen sollte mit dem Vollstillen: Jeder Tropfen Muttermilch tut deinem Baby gut. Mit der entsprechenden Vorbereitung lässt sich auch sicher ein Weg finden, der nicht so stressig wird wie beim ersten Kind. Am besten kontaktierst du früh schon eine Stillberaterin. Dann könnt ihr bereits im Laufe der Schwangerschaft über Stategien nachdenken, die für dich passen werden. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß, Kristina
bellis123
Liebe Kristina, vielen Dank für die schnelle Antwort und deine Einschätzung. Es war tatsächlich so, dass du Brust während der Schwangerschaft nicht gewachsen ist und bei der akutellen Schwangerschaft ist es wieder so. Lediglich die Brustwarzen schmerzen wieder etwas. Ich werde mich mal nach einer Stillberaterin vorort umschauen. Hab nur ein bisschen Bammel davor, wieder von außen so unter Druck gesetzt zu werden als wäre Flaschenernährung was Schlimmes.
Kristina Wrede
Liebe bellis123, lass es am besten abperlen... niemand steckt in deinen Schuhen, darum darf sich auch niemand ein Urteil über dich erlauben!!! Lieben Gruß, Kristina