Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Brustenzündung

Frage: Brustenzündung

MoDa

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Hallo. Hab eine Frage, hab seit Tagen eine ausgewachsene Brustenzündung. Erst auf der einen, dann ging die eine Seite. Schmerzt aber noch und jetzt fängt die andere Seite auch an . Hatte 2 Tage 40 Fieber. Nehme seit gestern auch Antibiotika. Fieber ist auch weg. Allerdings weint mein 5.5 Monate alter Sohn seit heute früh . Geht an die Brust hin. Saugt. Geht wieder weg . Geht wieder hin. Und weint dazwischen nur. Bis dsnn irgendwann der MSR ausgelöst wird. Was so natürlich noch länger dauert. Jetzt hab ich 60 ml Milch aufgetaut und er hst es gegessen und war zufrieden . Hab ich jetzt zu wenig milch ? Was soll ich tun ? Beide Brüste Schmerzen noch. Und durch dieses an und abdogen. Ist due ganze Sache nicht angenehmer . Ich will nicht Abstillen wegen der Brustenzündung. Mir ging es schlecht. Hatte wenig gegessen. Seit heute geht es mir körperlich wieder besser. Hunger und Durst sind wieder da. Hoffe sie haben mir rat. Bischen zufüttern und immer wieder Brust geben? Oder kommt so wenig weil sie entzündete sind? Bin mit den Nerven echt am Ende...erst 2 Tage so schlimm krank und jetzt das


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LIebe MoDa, du kannst probieren, ob es besser ist, wenn du vor dem Andocken warme Auflagen auf die Brust legst (Kirschkernsäckchen oder eine kleine Wärmflasche). Die Wärme lässt die Milch leichter fließen. Auch könntest du mal schauen, ob du die Brustkompression anwenden kannst, ganz vorsichtig, wenn er an die Brust geht. Dabei fließt mehr Milch in der gleichen Zeit. Vielleicht ist es aber auch noch zu schmerzhaft, dann warte damit lieber ein oder 2 Tage. Ich hänge dir unten die Beschreibung an, wie das geht. Es ist schwer von hier aus zu beurteilen, ob du zufüttern solltest oder nicht. Je häufiger du ihn anlegst, desto besser ist es für die Milchbildung, und wenn er dann auch nicht ausgehungert ist, belastet es die Brust weniger als seltene und dafür intensivere Stillmahlzeiten. Wenn er allerdings ständig hungrig ist, dann ist es schon ok, dass du ihn -bis deine Schmerzen besser sind - ein bisschen eingefrorene Milch zufütterst. Ob du trotz entzündeter Brüste genug Milch produzierst erkennst du am sichersten, wenn du den Windeltest machst. Du kannst entweder die einzelnen Windeln wiegen, oder besser noch die von 24 Stunden sammeln, wiegen, und das Gewicht mit der gleichen Anzahl trockener Windeln vergleichen. So erhalten wir über die Ausscheidungen grob Aufschluss darüber, wie viel dein Kind trinkt. Es sollten in diesem Alter 400-500 Gramm sein. Die Urinmenge entspricht nicht der Trinkmenge, denn dann wäre ja ausgeschlossen, dass das Baby zunimmt. Ein Teil der Flüssigkeit, die das Baby mit der Muttermilch aufnimmt geht über die Atmung verloren, ein Teil wird als Schweiß ausgeschieden, das Baby wächst und nimmt zu und auch der Stuhl wird letztendlich aus den unverwertbaren Resten der Muttermilch gebildet. Die Urinmenge ist also generell geringer, als die Trinkmenge. Jetzt sollten es mindestens 500 Gramm Unterschied sein. Mit 5,5 Monaten könntest du ihm aber auch schon Beikost anbieten. Natürlich ersetzt die nicht das Stillen und wird ihn auch nicht gleich sättigen, weil normalerweise mit sehr geringen Mengen angefangen wird, aber möglich wäre es... Lieben Gruß, Kristina Bruskompression "Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein. Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes: 1. Es bekommt mehr Muttermilch. 2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch). Die Brustkompression Wie funktioniert sie? 1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand. 2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein. 3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt. 4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt! 5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen. 6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt. 7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt. 8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust. 9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess." (Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006)


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