Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Zyklus

Frage: Zyklus

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Dr. Bluni, ich habe Ihre Infos zu kurzen Zyklen gelesen, ebenso, dass dies nicht zwangsläufig mit einer Gelkörperhormonschwäche zusammenhängen muss. Ich habe zwei Kinder nach ICSI-Behandlungen bekommen, es konnte aber nie ganz abgeklärt werden, warum ich auf natürlichem Weg nicht schwanger geworden bin. Die letzte Geburt liegt zwanzig Monate zurück, seit ca. 12 Monaten habe ich wieder einen Zyklus, dessen Länge in den ersten Monaten 30 -31 Tage betrug (wie vor der SS), jetzt seit einigen Monaten aber immer kürzer wird. Erst zwei, drei Monate 28 Tage, dann 27 Tage, der letzte Zyklus jetzt nur 26 Tage. Dies irritiert mich etwas. Einhergehend damit (vielleicht auch nur zufällig?) bemerke ich an mir immer häufiger Phasen depressiver Verstimmung, aber auch Launenhaftigkeit oder Gereiztheit (muss ich leider zugeben). Ich habe öfter das Gefühl, grundlos Weinen zu müssen. Da ich mich in meiner Alltagsorganisation mit meinen beiden Kindern (4 Jahre und 20 Monate)und meinem Job (zwei Tage pro Woche)eigentlich gut und nicht überfordert fühle, frage ich mich, ob dies alles hormonelle Ursachen hat (evtl. auch gekoppelt mit der Schilddrüse?). Wie sehen Sie das? Vielen Dank für Ihre Antwort. gam


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

Beitrag melden

hallo, was die von Ihnen beschriebene Zykluslänge und Variation in der Länge angeht, ist dieses eigentlich als nicht ungewöhnlich zu bezeichnen und eine Länge von etwa 22-33 Tagen sehen wir als nicht beanstandungswürdig an. Dieses ist aber immer im Gesamtzusammenhang zu sehen. 2. Eine gewisse Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit nach der Geburt ist sicher keine untypische Erscheinung, da mit der Muterrolle doch eine erhebliche Veränderung einhergeht, die auch nicht nur auf hormonelle Umstellungen oder eine eventuelle Blutarmut zurückzuführen ist. Dieses ist meist ein sehr komplexes Geschehen, bei dem neben den Abläufen der Geburt auch psychosoziale Gründe eine erhebliche Rolle spielen, auch, wenn dieses für die Betroffen nicht primär so zu sein scheint. Auch, wenn diese Veränderungen häufig nur temporär begrenzt auftreten, bedarf es manchmal einer recht langen Zeit bis die Frau sich in dieser neuen Rolle mit einer ganz anderen Beanspruchung, einem ganz anderen Tagesablauf, anderen Anforderungen in nicht unerheblichem Maße zurechtfindet. Sicher wird auch vom Partner eine große Menge an Einfühlungsvermögen, und entsprechende tatkräftige & emotionale Unterstützung gefordert. Allerdings sollte die Frau hier auch immer mit ihren betreuenden Arzt/Ärztin sprechen, da die Abgrenzung gegenüber dem so genannten Baby-Blues oder einer Depression schwierig sein kann und die Übergänge hier fließend sein können, was die Diagnose manchmal erschwert. Depressionen (im Wochenbett) müssen vom „Baby Blues“ unterschieden werden. Beim Baby Blues handelt es sich um eine vorübergehende, kurz andauernde psychische Störung mit einer milden depressiven Symptomatik, die durch Erschöpfung, Weinen, Traurigkeit, Stimmungslabilität, Ängstlichkeit und Irritierbarkeit gekennzeichnet ist. Der Baby Blues tritt mit einer Häufigkeitsrate von etwa 50% zumeist zwischen dem 2. und dem 5. Tag nach der Geburt auf und dauert wenige Stunden bis zu wenigen Tagen. Als Risikofaktoren werden depressive Episoden in der Vorgeschichte, Stressbelastung in der Schwangerschaft, sozioökonomische Faktoren, geringe oder keine soziale Unterstützung, Unzufriedenheit mit der Partnerschaft, Ungewolltheit der Schwangerschaft, traumatische Erlebnisse in der eigenen Kindheit, traumatisches Erleben der Geburt und biologische Auslöser diskutiert. Bei etwa 10% der Frauen kommt es zu einer Depression im Wochenbett oder danach. Sie beginnt meistens in den ersten Wochen nach der Geburt mit wiederkehrenden Episoden für zwei bis sechs Monate. Für eine biologische Ursache gibt es bis heute noch keine hinreichenden Beweise. Viel wichtiger für die Entstehung sind persönliche und soziale Faktoren insbesondere aus der Zeit vor der Geburt. Risikofaktoren wie eine frühere Depression in Kombination mit geburtshilflichen Problemen wären hier z.B. zu nennen. Frühzeichen können häufig übersehen werden, da die Warnzeichen sehr diskret sind oder sein können. Das Mittel der Wahl bei einer fraglichen Depression ist die konsiliarische Betreuung durch einen Psychiater oder Psychotherapeuten, der/die dann auch die Indikation zu dem ein oder anderen Medikament stellt. VB


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Herr Karle, Vor 12 Tagen musste ich in der 20.SSW meinen Sohn still zur Welt bringen, nach einem Blasensprung und KH Aufenthalt 3 Wochen zuvor. Ich hatte keine Ausschabung. Die Blutungen hoerten an Tag 7 komplett auf. Meine Entzündungswerte sind normal, lediglich Erys und HB sind noch immer stark erniedrigt durch den hohen Blutverlust b ...

Hallo Herr Dr. Karle. Seit meiner stillen Geburt + Ausschabung in der 18 SSW ist mein Zyklus viel länger als früher. Ich bekomme erst an Zyklustag 34-40 meine Periode. Meine Periode ist unerträglich, ich habe stärkere schmerzen als früher. (Endometriose grad 4) obwohl mir gesagt wurde, dass es nach der Schwangerschaft etwas besser sein wird. Ich m ...

Lieber Dr. Karle, ich hatte im Dezember eine Fehlgeburt (8. SSW) und am 21.12.22 wurde die Ausschabung durchgeführt. Im Januar und Februar kam meine Menstruation relativ geregelt und unauffällig (13.1. und Anfang/Mitte Februar). Nun müsste sie eigentlich erst im März kommen, allerdings habe ich genau in der Zyklushälfte eine "Dauerblutung" beko ...

Guten Morgen und danke für Ihre Zeit. Am 14.04.23 wurde bei mir ein MA in der rechnerisch 8 SSW festgestellt. Am gleichen Tag habe ich Cytotec eingenommen und die Blutung ging los. Seitdem musste ich noch weitere Male Cytotec einnehmen da immer noch Reste vorhanden waren. Endlich schien mein HCG zu fallen - jedoch nur sehr langsam. Ich bin in reg ...

Sehr geehrter Herr Dr. Karle, in der 10. SSW hatte ich eine Missed Abortion. Der Abgang wurde Cytotec eingeleitet. Leider sind noch Reste in der Gebärmutter zu sehen (ca. 1cm - lt. FA nicht mehr viel). Seit 3 Wochen warte ich nun auf die Rückkehr meines Zyklus, aber die Anzeichen (Zervix, Muttermund, Temperatur, Stimmung) für einen Zyklus bleib ...

Sehr geehrter Dr. Karle, meine Tochter ist jetzt 5,5 Monate alt und ich stille noch voll. Am 23.07. habe ich das erste Mal meine Periode bekommen, nur sehr leicht für 4 Tage. Heute nach 18 Tagen habe ich erneut Schmierblutung(so fängt meine Periode immer an) und auch das typische Ziehen im Unterleib. Ist es noch ok, da sich der Zyklus erst wied ...

Guten Tag Herr Dr. Karle, Ich habe ca. einen 33 Tage Zyklus.  Im letzten Zyklus hatte ich nach ca. 15Tagen eine recht starke Zwischenblutung aber nicht so stark wie eine Periode. Meine Frauenärztin kontrollierte dies und fand nichts auffälliges. Lediglich einen 19mm Follikel und spinnbaren Zervixschleim. Das komische ist, dass bei der Kontro ...

Guten Tag Herr dr Karle    ich befinde mich in Zyklus 25 und habe am 29.2 einen Temperatur Abfall auf 36,5 gehabt am nächsten Tag war der Ovulationstest positiv und der darauf in der fruchtbarkeitsphase hatte ich mit mein Partner ungerschüzter gv  Am 5.3 lag die Temperatur bei 37,5 am 6.3 bei 37,6 am7.3 bei 37,8 am8.3 bei 37,3 ...

Hallöchen, ich hatte vor 9 Wochen einen Kaiserschnitt. Ich wurde medikamentös am Tag danach abgestillt.  Die Periode kam nach 6 Wochen. Weder beim Wochenfluss, noch bei der Periode hatte ich Probleme oder Schmerzen. Diesen Zyklus tracke ich per Ovu Tests um zu schauen ob er sich eingependelt hat. Seit 4 Tagen ist der Wert deutlich erhöht (Zyklu ...

Guten Abend! Ich habe nach der Geburt vor 5 Monaten, schon wieder einen mehr oder weniger stabilen Zyklus und hatte bereits 3x meine Periode, da ich nicht stille. Was aber sehr komisch ist , dass ich immer direkt im Anschluss an die Periode gelben/hellbraunen Ausfluss habe. Dieser endet dann meist erst mit dem Eisprung wieder. Also dauert ca 1 ...