Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Was mich mal interessiert zu dem was Sie raten

Frage: Was mich mal interessiert zu dem was Sie raten

Mitglied inaktiv

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Sie schreiben immer: "Wenn die Frau/die Eltern sich gegen eine invasive Diagnostik wie der Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie zum Ausschluss einer Trisomie oder ähnlicher Chromosomenstörungen entscheiden, weil sie das Risiko z.B. für eine Fehlgeburt nicht eingehen möchten, dann ist der Frau (insbesondere, wenn sie älter ist, als 35 Jahre) in erster Linie die Messung der Nackentransparenz oder das Ersttrimesterscreening zwischen der 11.+14. SSW zu empfehlen." Was bringt Frauen / Eltern denn Ihrer Meinung nach das First-Trimester-Screening oder auch nur die Nackentransparenzmessung, wenn man invasive Diagnostik nicht machen lassen möchte? Dann hat man letzlich einen Wert, der einem nichts sagt außer einer Wahrscheinlichkeit, die man dann überprüfen lassen müsste, wenn man eine Diagnose oder einen Diagnoseausschluss haben möchte. Und dafür sind, was z.B. Trisomien angeht, wiederum invasive Untersuchungen nötig - die aber gerade nicht (!) gemacht werden sollen. Wo liegen unter diesen Gegebenheiten für Eltern, die invasive Untersuchungen ablehnen die Vorteile, ein recht teuer erkauftes Wahrscheinlichkeitsergebnis in Händen zu halten nach dem First-Trimester-Screening / der Nackentransparenzmessung? Da sehe ich so keinen Sinn drin, sondern -pardon- Geldmacherei der ÄrztInnen. Aber keinen Sinn für die Eltern / die Frau. MfG Sabine


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Sabine, wenn ich Ihre Beiträge der letzten MOnate zu genau diesem Thema lese, ist zu bemerken, dass Sie -vielleicht auch aus persönlichen Gründen - sehr an diesem Thema interessiert sind, aber dennoch immer darauf verweisen, dass die Geburt eines Kindes, z.B. mit einem Down-Syndrom, in den heutigen Tagen sicher einfacher ist, als zu früheren Zeiten. Ich denke, so, wie Sie diese Ansicht vertreten, sollte jeder Frau und jedem Paar für sich zugestanden werden, die Entscheidung dahingehend für sich alleine und selbstbewußt zu treffen. Aus genau diesem Grund können Sie meinen Ausführungen auch entnehmen, dass die objektive Information des Paares - sofern dieses einen solchen Wunsch danach äußert - das wichtigste in dem Zusammenhang ist. Das bezieht sich auf die Sicherheit der Untersuchungsverfahren, aber aber auch darauf, dass z.B. das Ersttrimesterscreening letztlich nur eine Risikoberechnung ist. Aber, in den Händen derer, die dieses Verfahren gut beherrschen, ist es sicher eine Bereicherung, da es schon sehr früh in der Lage ist, gewisse Hinweise zu geben oder auch eine Risikoberechnung durchzuführen und so können viel mehr Frauen als früher vor einem invasiven Verfahren bewahrt bleiben. Zu früheren Zeiten lief es doch häufig noch nach der Devise,alle Frauen ab 35 sollten die Amniozentese durchführen lassen. Und deshalb ist dieses Angebot, zu dem wir eigentlich auch immer aufklären müssen, auch als eine Möglichkeit und nicht als ein Zwang zu sehen. Hier dann das Argument des Preises anzuführen, halte ich für wenig legitim. Eine gute Medizin hat nun mal seinen Preis und letztlich kann und sollte jede(r) entscheiden, ob ihm das Verfahren diesen Preis wert ist. VB


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