Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Vorzeitiger Blasensprung

Frage: Vorzeitiger Blasensprung

Mitglied inaktiv

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Wie verhält man sich bei einem vorzeitigen Blasensprung? Muss man sich dann sofort hinlegen und wenn ja, in welcher Position? Stimmt es, dass die Gefahr für einen Nabelschnurvorfall nicht besteht, wenn das Fruchtwasser nur tröpfchenweise abgeht und nicht schwallartig??? Danke für Ihre Antworten. Alexa1


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, die Schwangere braucht nach einem Blasensprung nicht generell zu liegen oder muss sich gar generell per Liegendtransport in die Klinik begeben. Es sei denn, der Frauenarzt oder Frauenärztin vor Ort würde hier eine entsprechende Empfehlung aussprechen. Jedoch sollte die Frau nicht erst 12 Stunden warten, bis sie sich in die Klinik begibt, sondern sollte sich unmittelbar nach Blasensprung dort melden. Was die Frage nach einem generellen Liegendtransport bei Blasensprung angeht, kann ich dazu folgendes sagen: es ist sicher ein wenig verwunderlich, von wem denn eine solche Empfehlung ausgesprochen wird. Von der überwiegenden Mehrzahl der Frauenärzte in Klinik und Praxis scheint dies nicht zu stammen. Die allgemeine Empfehlung an die Schwangere, deren Fruchtblase zuhause springt, ist, sich kurzfristig in die Klinik zu begeben. Und dies geschieht in aller Regel per PKW, was auch sicher für die allermeisten Schwangeren ausreicht. Die Statistiken besagen, dass ein Nabelschnurvorfall bei 0,3-07% der Schwangeren vorkommt= 3-7 Nabelschnurvorfälle pro 1000 Schwangere; bei Beckenendlage und Querlage etwas häufiger. (Pschyrembel: Praktische Geburtshilfe). Das würde bedeuten, dass man in ca. 990 Fällen einen Krankenwagen (Transportkosten ca. 300-500 Euro) bestellt, obwohl dieser gar nicht notwendig ist. In Anbetracht dieser Zahlen und der nicht gegebenen ärztlichen Empfehlung, sich generell bei einem Blasensprung per Krankenwagen in die Entbindungsklinik zu begeben, würde ich eine solche Empfehlung nicht generell aussprechen. Ich bin mir natürlich bewusst, was ein Nabelschnurvorfall bedeutet und was für Konsequenzen dies hat. Aber: hier gibt es sicher Ausnahmen, die völlig berechtigt erscheinen, nach Blasensprung der Schwangeren einen Liegendtransport nahe zu legen. Das wären zum Beispiel eine Beckenendlage, Querlage, bekanntermaßen noch hoch liegendes Kind oder wenn der behandelnde Frauenarzt oder Frauenärztin dieses für die jeweilige Schwangere für ratsam hält. VB


Mitglied inaktiv

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Hallo! Es kommt darauf an: Ist der Kopf tief und fest im Becken, kann man sich normal bewegen, auch im eigenen PKW in die Klinik. Ist der Kopf nicht fest, heisst es sofort hinlegen, weil es sonst zum nabelschnurvorfall kommen kann und sofort den Rettungswagen rufen. Ist das Telefon weiter weg, sollte man sich auf allen vieren fortbewegen, dabei das Becken möglichst gerade oder etwas höher halten. Wenn man nicht weiß, wie der Kopf liegt, gilt auf jeden Fall die 2. Maßnahme zur Vorsicht, also honlegen und auch sofort liegend in die Klinik. Wenn der Kopf fest ist, kann man auch zu Hause noch etwas warten, allerdings sollte Baby spätestens nach 48 Std ab Blasensprung geboren werden, sonst steigt das Risiko einer Infektion rpide an. Rein theoretisch müßte der Kopf bei Tröpfchenweisem Abgang im becken sein, würde ich mich aber ohne Untersuchung nicht drauf verlassen, weil die Blase nicht unbedingt unten springen muss, sonder z.B. auch ein hoher Blasenriss sein kann. LG Susi


Mitglied inaktiv

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Hallo, normalerweise kann Dein Frauenarzt( oder Hebamme) Dir sagen, ob der Kopf schon tief im Becken liegt oder nicht. Wenn ja, ist alles Ok, dann kannst Du ganz normal in die Klinik fahren (so wars bei mir und ca. ne Stunde nach dem Blasensprung kamen die Wehen ;.) Sollte der Kopf noch nicht im Becken sein, solltest Du Dich hinlegen und mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus oder liegend im Auto transportiert werden. Aber keine Angst, mein Frauenarzt meinte zu mir, nachdem ich ihn das auch gefragt hatte, dass um den Nabelschnurvorfall viel zuviel Wind gemacht wird und er hätte es in 20 Jahren Praxis noch keinmal gehabt. Frag ihn einfach, wie das Köpfchen liegt! LG Yvonne


Mitglied inaktiv

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Hallo, also in meiner Entbindungsklinik sagten sie bei der Besichtigung den Schwangeren nochmal ausdrücklich: Bei Blasensprung um den ET herum bitte, bitte bloß NICHT den Notarztwagen rufen. Dies ist absolut unnötig, auch wenn das Köpfchen noch nicht ins Becken gerutscht ist. Man sollte lediglich sich unverzüglich vom Partner/Freunden/Taxi ins Krankenhaus fahren lassen, aber OHNE Panik, ganz normal. Früher galt wohl mal die Liege-Regel und dass man den Notarzt rufen solle, aber das scheint nicht mehr aktuell zu sein. Dass man schon auf dem Weg zum Telefon robben soll, um in der Waagerechten zu bleiben, ist wirklich großer Blödsinn! :-) Ein vorzeitiger Blasensprung kann natürlich schon ein Fall für den Notarzt sein, vor allem, wenn er viel zu früh auftritt (34. Woche und davor). Er ist selten und hat in der Regel eine Ursache (meist Infektion, die aus der Scheide aufgestiegen ist und die Fruchtblase beschädigt hat). Um ihn zu vermeiden, sollte man einmal die Woche mit einem Ph-Testhandschuh (in der Apotheke zu bestellen) den Säuregehalt der Scheide messen. Bei einem Infekt verändert der sich nämlich, weil die Scheidenflora nicht in Ordnung ist. Ein termingerechter Blasensprung, der kurz vor dem ET auftritt, ist okay. Er bedeutet meist nur, dass nun inh. einer Stunde oder etwas mehr die Wehen losgehen. Liebe Grüße, Mimi


Mitglied inaktiv

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hallo alexa, komme zufällig gerade aus der klinik - bin heute morgen gegen 5:30 mit nem nassen höschen aufgewacht (aber ohne wehen) und hab gleich in der klinik angerufen. bin in der 31. woche und die hebamme hat gesag: sofort krankentransport bestellen und herkommen! wurde dann liegend und mit tatü-tata ins krankenhaus gefahren - nach 45 min CTG und nem ausführlichen US war klar, dass die fruchtblase einen klitzekleinen riss hat. war dann den ganzen tag zur beobachtung dort, aber da kein fruchtwasser mehr abgegangen und auch sonst alles okay ist, durfte ich wieder nach hause fahren. von einem etwaigen nabelschnurvorfall hat mir niemand etwas erzählt. LG, katja


Mitglied inaktiv

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was ich damit sagen wollte: mußte die ganze zeit liegen, durfte mich nur zum trinken kurz aufrichten.


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