Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

vorzeitige Wehen und Angst vor Frühgeburt

Frage: vorzeitige Wehen und Angst vor Frühgeburt

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Sehr geehrter Herr Dr. Bluni, ich bin zur Zeit in der 30. SSW. Seit letztem Wochenende habe ich immer wieder Wehen, bei kleinen Anstrengungen (meinen 16 Monate alten Sohn über die Treppen tragen, nur die Spülmaschine ausräumen, Wäsche machen oder eine Kleinigkeit kochen), manchmal reicht auch schon, dass ich mich anziehe und an ganz verzwickten Tagen auch dann, wenn ich still sitze. Über Nacht geht es aber immer weg, insofern scheint die Ruhe gut zu tun. Am Dienstag war ich vorsichtshalber bei meinem FA, dort auf dem CTG waren auch Wehen zu sehen, da der Muttermund aber fest zu, der Gebärmutterhals bei gut 4cm liegt und auch eine vorrübergehend feststellbare Trichterbildung weggegangen ist, sagte man mir, ich solle ein wenig kürzer treten und fleißig das Magnesium einnehmen. Mein Problem ist nun, dass ich (obwohl es mein viertes Kind ist) absolut nicht einschätzen kann, ob ich halt einfach das Pech habe, gleich mit harmlosen, wenn auch schon schmerzhaften Wehen die Quittung zu bekommen, wenn ich zu viel mache (wobei es gar nicht einfach ist, noch weniger zu tun) oder ob sich im Laufe der Zeit am Muttermund doch etwas tut und dann die Geburt nicht mehr aufzuhalten ist. Natürlich hat der Arzt gesagt, ich soll jederzeit und sofort wiederkommen, aber ich kann doch nicht alle zwei Tage auf der Matte stehen, und nachsehen lassen? Verstehen Sie, ich kann ganz gut die Zähne zusammenbeißen, aber wie soll ich wissen, ob weiterhin alles okay ist? Ständig die Pferde scheu machen und mit Riesenaufwand wieder in die Praxis (oder sogar jetzt am Wochenende in die Klinik) zu fahren ist auch nicht so wirklich der wahre Jakob. Mein größtes Problem dabei ist, dass ich emotional eine Heidenangst habe, noch einmal eine Frühgeburt zu haben. Mein Sohn kam bei 35+0 nach vorzeitigem Blasensprung zur Welt, medizinisch war da nichts problematisch, er war nur im medizinischen Sinne ein Frühchen ohne irgendein Problem. Nur ich habe quasi bis zum ET emotional gekämpft, weil ich im Kopf mit der SS noch nicht fertig war. Insofern wäre es für mich emotional äußerst schwer zu verkraften, jetzt eine Frühgeburt zu haben, die ich vielleicht dadurch, dass ich die Wehen zu lange einfach hingenommen habe und darauf vertraut habe, dass alles weiterhin fest verschlossen ist, selbst verursacht habe. Mein FA hat kein Problem damit, mich oft zu beruhigen durch eine Untersuchung und ich würde auch den Weg gerne immer auf mich nehmen, bin halt nur unsicher, ob das nötig ist oder ob ich anders beruhigt werden kann. Ich hoffe, das war jetzt nicht zu konfus, aber meine Angst vor einer Frühgeburt ist so groß. Herzliche Grüße, Anne


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Anne, 1. die Vorgeschichte stellt sicher ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wichtig bei einer Folgeschwangerschaft ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. 2. sofern hier aber die Befunde unauffällig sind, wird man mehr nicht machen können. 3. Bitte sprechen Sie sich deshalb zu Ihren akuten Beschwerden mit Frauenärztin/Frauenarzt und/oder der Frauenklinik ab. Diese werden wohl sehr gut beurteilen können, ob Sie sich wegen der Beschwerden sorgen müssen. Und ganz wichtig: in dem Fall sollten Sie sich dann auch darauf verlassen. VB


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