Mitglied inaktiv
Hallo! ich bin in der 33. SSW und habe neulich von meinem franz. FA folgende Empfehlung bekommen - ich soll ein hochdosiertes Vitamin D3 zu mir nehmen und somit dem Baby nach der Geburt die VitaminK-Gabe ersparen. Die Geburt an sich wird ein geplanter KS sein. Meine Frage: in wie weit ist diese Methode üblich und welche potentielle Nebenwirkungen fürs Kind könnte sie haben? meine zweite Frage bezieht sich auf Augentropfen, die jedes Baby nach der Geburt verabreciht bekommt. Wogegen sind sie? Welche Nebenwirkungen sie haben können? und inwieweit ist es nötig? Vielen Dank im voraus Masha aus Frankreich
Liebe Masha, 1. für die Vitamin D3-Gabe gibt es erstens keine Indikation und sie kann zweitens auch die für das Kind harmlose Vitamin-K-Gabe nicht ersetzen. 2. die sogenannte Credesche Augenprophylaxe mit Silbernitrattropfen sollen eventuell sich von der Mutter auf das Kind übertragene Keime wie die Gonokokken ("Tripper")abgetötet werden, da diese sowohl zu schweren Entzündungen in schlimmen Fällen sogar zur Erblindung führen könnten. Die gesetzliche Vorschrift zur Durchführung der Credéschen Prophylaxe mit Silbernitrat (1 %) ist aufgehoben, so daß sie nur im Einverständnis mit den Eltern vorgenommen werden darf. Dennoch wird eine möglichst frühe postnatale Durchführung bei allen Neugeborenen überwiegend empfohlen. Sofern man nicht ganz darauf verzichtet, gibt es wohl Untersuchungen mit Jodverbindungen als 2,5% Lösungen. Hier muss man aber vorher mit der entsprechenden Klinik sprechen. Aus heutiger Sicht muß die Crédesche Prophylaxe allerdings differenziert betrachtet werden. Zum einen ist die Irritation an den Augen von Silbernitrat nicht unerheblich, zum anderen besteht keine oder nur einer stark verminderte Wirkung gegen Chlamydia trachomatis. Dieser Erreger kann ebenfalls eine Entzündung an den Augen verursachen. Herzliche Grüße nach Frankreich. VB