Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Buni, ich bin in der zehnten SSW und habe einen Toxoplasmosetest beim Arzt gemacht, da ich die Hoffnung hatte, Antikörper zu haben. Leider habe ich keine. Nun zu meiner Frage: Ich liebe Hackesbrötchen mit rohem Eidotter, dank Toxoplasmose und Salmonellen bleibt mir zur Zeit nur das Brötchen. Gibt es keine Möglichkeit, dass irgendwie zu umgehen? Kann man die Toxoplasmoseerreger vielleicht in der Mikrowelle abtöten oder was ist mit vegetarischem Hack??? Das hört sich sicher sehr lächerlich an, aber seit ich schwanger bin, will ich das Zeug erst recht essen, ich bin fast wie ein Junkie! Ebenso verhält es sich mit Bananenweizen und Cidre, das hat mich nie interessiert, jetzt bin ich wie wild drauf, möchte aber auch mein Kind nicht gefährden (ich studiere Sonderpädagogik und kenne die schwerwiegenden Folgen). Gibt es da igendwelche Tricks, die mir helfen und mein Kind nicht gefährden? Vielen Dank für ihre Hilfe Hurka
hallo, 1.zeigt sich bei einer Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft, dass sie keinen Schutz vor der Infektion besitzt, sollte die Untersuchung in jedem Fall nach 8-10 Wochen wiederholt werden, um eine zwischenzeitliche Ansteckung auszuschließen und um noch genügend Zeit für eine antibiotische Behandlung zu haben. Für Toxoplasmose-negative Schwangere gilt: Kein Genuss von rohem oder blutigem Fleisch (Beefsteak, Tartar). Kein Kontakt mit Katzenkot und Katzenkistchen (außer mit Gummihandschuhen). Junge Kätzchen meiden (diese scheiden besonders viele Parasiten aus). Bei Gartenarbeit Handschuhe tragen, Hände von Augen, Nase und Mund fernhalten und anschließend gut abwaschen. Sowohl im Garten als auch in Sandkästen von Kindern findet sich häufig Katzenkot. Beim Zubereiten von rohem Fleisch Augen, Nase oder Mund mit den Händen möglichst nicht berühren. Hände anschließend gut abwaschen. Rohes Obst und Gemüse immer gut abwaschen. Katzenhalter: gehen ein erhebliches Risiko ein. Die Katze soll, wenn möglich, nicht draußen jagen gehen. Auch der Katze soll nur gekochtes Fleisch gefüttert werden. Das Katzenkistchen mit heißem Wasser desinfizieren. Eine Impfung oder bewusste Infektion ist nicht möglich. 2. bezüglich der Frage, worauf beim Genuss bestimmter Lebensmittel in der Schwangerschaft geachtet werden sollte, ist folgendes anzumerken: Im Prinzip kann die schwangere Frau ihren Lebens- und Essgewohnheiten mit gewissen Einschränkungen nachgehen. So wird empfohlen, auf den Genuss bestimmter Lebensmittel zu verzichten, um ein etwaiges Risiko, wie z.B. eine Keimbelastung, zu vermeiden, da sich diese negativ auf das Ungeborene auswirken könnte. Verzichten sollten Sie in der Schwangerschaft z.B. auf: 1.Mett, Tartar, rohes nicht ausreichend gegartes Fleisch, Sushi, Rohwürste, Tee- und Schmierwurst, nicht gekochte Mettwürste, wegen einer möglichen Keimbelastung mit Toxoplasmen. Diese Bakterien können die so genannte Toxoplasmose verursachen. 2.Rohmilchkäse & Rohmilchprodukte wegen einer möglichen Keimbelastung mit Listerien. Diese Bakterien können die Listeriose verursachen. Alle Rohmilch-Käsesorten - aber ganz besonders die Sorten, die während der Herstellung nicht einer Hitzebehandlung unterzogen werden, sind potentielle Listerien-Träger. Der hier oft nachgefragte Mozarella aus Rohmilch gehört danach auch zu diesen Käsesorten. Aber: Nachdem in den 80ern aufgetretenen Fällen von Listeriose in den Molkereien, ist man dazu übergegangen, Mozarella zumeist aus pasteurisierter Milch herzustellen. Im Handel gibt es wohl noch meist als lose Ware durchaus Mozarella aus Rohmilch zu kaufen. Dieser sollte gemieden werden. Meist sind Rohmilchkäse, die im Supermarkt erhältlich sind, entsprechend ausgezeichnet. Unter den entsprechenden Stichworten ist über unsere Suchfunktion schon einiges an weiterführenden Informationen zu finden. Ansonsten sind noch Leberwurst und Leber zu nennen. Diese sind nicht unbedingt empfehlenswert wegen des hohen Vitamin-A-Anteils und der Belastung mit Schwermetallen. Näheres hierzu auch unter dem entsprechenden Stichwort in der Suchfunktion. Wichtig im Hinblick auf die immer wieder genannte Salami ist, dass das Restrisiko einer Keimbelastung sehr gering ist, diese in diesen seltenen Fällen für die Schwangere eine besondere Bedeutung haben und es deshalb letztlich die Frau selbst entscheiden sollte, wie sie mit diesem Restrisiko umgeht. Mir ist bekannt, dass der Verzicht auf den Genuss von Salami seitens einiger Einrichtungen und Publikationen, zu denen auch die DGE gehört, immer wieder empfohlen wird. Persönlich verweise ich hier auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, das hierzu sagt: "Sicher sind auch alle gepökelten Rohdauerwaren, z.B. Rohschinken und Salami." Nachzulesen unter http://www.rki.de/GESUND/MBL/MBL.HTM?TOXOPLAS.HTM&1 3. Alkohol, als der bedeutsamste vorgeburtliche Schadstoff beim Kind, gilt als die heute häufigste nicht genetische Ursache einer geistigen Entwicklungsverzögerung . Immerhin werden in der Bundesrepublik werden pro Jahr 2 200 Kinder mit dem Krankheitsbild der Alkoholembryopathie geboren. Die Zahl der Kinder mit Alkoholeffekten, die ohne sichtbare Veränderungen, zum Beispiel mit Lern- und Verhaltensstörungen, mit Hirnleistungsschwächen aufwachsen und deren Mütter abhängig, mißbräuchlich, vor allem episodenhaft exzessiv, und auch gewöhnlich getrunken hatten, ist um ein vielfaches höher. Bis heute ist keine Schwellendosis bekannt, von der man sagen kann, dass diese eine sichere Verträglichkeit bedeutet. Insofern sollten Sie in jedem FAll auf alkoholhaltige Getränke verzichten. VB
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