Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Thrombozytopenie

Frage: Thrombozytopenie

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Lieber Herr Bluni, ich bin heute bei 35+0 mit Zwillingen nach ICSI. Die SS war meinerseits bisher komplikationslos, den (seit der 20. SSW) kleinen Kindern geht es soweit gut, sie sind auf ihrer ca. 5. bzw. ca. 15. Perzentile normal gewachsen, das Mädchen hat eine SUA, ausserdem war der Femur noch kanpp unter der 5. Perzentile in der 20. SSW; letzter US vor ca. 10 Tagen, zu keinem Zeitpunkt weitere Auffälligkeiten. Seit ca. 4 Wochen habe ich abfallende Thrombozytenwerte bei sonst unauffälligem BB, Leberwerten, Quick/INR/PTT. RR ist normal, Urin ebenfalls, normales Allgemeinbefinden. Thrombos sind innerhalb von 3 Wochen von ca. 130 000 auf ca. 85 000 gefallen, in der letzten Woche auf jetzt gestern 64 000. Habe gestern 12 mg Celestan bekommen, heute noch einmal geplant. Gyn sagt, v.a. dies auch in der Hoffnung, die Thrombos wieder anzukurbeln, weniger wegen Lungenreifung. Er könne Grund der Thrombozytopenie auch nicht genau einordnen, würde eigentlich am ehesten auf Gestations-Thrombozytopenie tipppen; er kennt den weiteren Abfall von gestern noch nicht, ist jetzt bis Di nach Ostern im Urlaub. Heute habe ich erneut Sono-Kontrolle im gleichen Krankenhaus. Habe mich versucht über das Internet schlau zu machen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass wohl eigentlich nur die Gestations-Thrombozytopenie oder eine neu zu diagnostizierende ITP in Frage kommen können. Habe gelesen, dass man beides während der SS nicht sicher differenzieren kann. Frage mich folgendes: 1. In welchen Abständen würden Sie jetzt bis nächster Woche BB kontrollieren lassen? Habe als Mitarbeiterin in einem Krankenhaus unproblematischen Zugang zum Labor dort auch über Ostern. Oder reicht in 1 Woche? 2. Ab welchen Thrombozytenwerten werden die Gynäkologen und Anästhesisten bei geplanter Sectio (Mädchen in BEL, Junge Querlage) unglücklich? 3. Würde man dann evtl. die Sectio eher machen oder weiter abwarten und ggf vor der Sectio Thrombozytenkonzentrate geben? Vielen Dank für Ihre Mühe, bin mal wieder leicht panisch, hatte meine Fehlgeburten mit unseren ersten Zwillingen genau Ostern vor drei Jahren und will bloss nichts verpassen. Lottina


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Lottina, sicher ist dieses sehr ernst zu nehmen und, wenn die Werte kontinuierlich fallen, wären sie um so engmaschiger zu untersuchen. Wichtiger ist, mögliche Ursachen ggf. auszusschließen und hier kann es gut sein, dass auch die Entbindungsklinik mit eingebunden werden sollte in die Entscheidungsfindung. Bei Zwillingen um so mehr. Für das Kind oder die Mutter können Werte, die deutlich unter 100.000 liegen, eine Gefährdung darstellen. Bei Werten um 70.000 wird dieses sicher noch einmal kontrolliert werden. Sofern sich der Wert bestätigt, ist es sinnvoll, die Ursache, ggf. mit der Klinik oder einer speziellen Einrichtung für Hämatologie abzuklären. Hier kommen u.a. schwangerschaftsspezifische Gründe, aber auch Antikörperbildungen in Frage. In dem Fall kann eine Cortisongabe indiziert sein, die auch erlaubt ist, allerdings wird bei höherer Dosierung immer auch an die Nebennierenfunktion des Ungeborenen zu denken sein. Das individuell sinnvollste Vorgehen ist dann am besten mit der Entbindungsklinik abzustimmen. Dazu würden zumindest Verlaufskontrollen gehören. Sie bedeuten nicht gleich, dass eine Spontangeburt nicht möglich ist. Sehr kritisch wären sicher WErte,die dann deutlich unter 50.000 gehen. Aber dieses besprechen Sie bitte kurzfristig mit Ihrer Klinik. Thrombozytenkonzentrate werden meist erst bei deutliche niedrigeren Werten verabreicht. VB


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