Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

schwierige entscheidung

Frage: schwierige entscheidung

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

lieber dr. bluni, möchte erstmal generell sagen, das ich es toll von ihnen finde, das sie sich die zeit nehmen, hier fragen zu beantworten! kurz zu meiner situation: ich bin 38 j u nach langer zeit nach icsi schwanger geworden. wäre ich ganz normal schwanger geworden, hätte ich sofort eine fruchtwasseruntersuchung machen lassen, aber so hatte ich angst vor einer fehlgeburt. habe mich für die nackenfaltenmessung entschieden, die recht gut ausgefallen ist (nach ultraschall 1:668 f. trisomie 21 u für 18 1:2019, adjustiert: 1:2474 u 1:4279). dann wurden in der 17.ssw 2 plexuszysten festgestellt, in der 20.ssw waren diese 2 noch da mit einer größe von 0,58 u 0,43. es gibt noch 2 weitere kleine plexuszysten, die aber wohl so klein sind, das man die größe garnicht gemessen hat. ansonsten wurde keine auffälligkeiten der organe etc. festgestellt. ich bin informiert über das thema plexuszyste. an sie folgende frage: nach zusammenfassen aller kriterien, wie hoch schätzen sie ein risiko für mich für eine trisomie? glauben sie allein durch die plexuszysten, das das risiko zugenommen hat im vgl zur nackenfaltenmessung? und wie hoch ist das risiko einer fehlgeburt jetzt in der 20./21. ssw noch?überlege, ob ich doch noch eine fu machen lasse,da eine trisomieerkrankung konsequenzen für mich hätte. auf der anderen seite habe ich unheimliche angst, ein gesundes kind durch die untersuchung zu verlieren, das ich mir so sehr gewünscht hatte. befinde mich absolut im zwiespalt u wäre ihnen sehr dankbar für einen persönl. rat in meiner situation!!! vielen dank und beste grüße yaanna


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

Beitrag melden

Liebe Yaana, 1. wichtig für Sie zu wissen, ist erstens,dass eine Ultraschalluntersuchung eine genetische Störung nie komplett ausschließen kann, dass zweitens die Nacktentransparenzmessung nur eine Risikoberechnung ist, deren Sicherheit auch untersucherabhängig ist. 2. wenn Sie schon etwas zu den Plexuszysten gelesen haben, wird Ihnen nicht übergangen sein, dass eine einzelne Zyste im Plexus choroideus nur mit einem geringen Risiko für eine Chromosomenanomlie einhergeht. Zahlenmäßig ist es bei etwa 1:200 anzusiedeln. Dieses ist eine 0,5%ige Wahrscheinlichkeit, aber nicht 20%ig. Sind mehrere Zysten zu sehen, dann ist das Risiko für eine genetische Störung und auch eine Trisomie 18 erhöht; nach Durchsicht der Literatur liegen mir hierzu jedoch keine Zahlen vor. Wichtig ist, dass man diese Dinge erklärt werden, und dass nach ultrasonographischen Hinweisen für eine genetische Störung geschaut wird, um das pro & contra einer invasiven Diagnostik zu besprechen. Dieses sollte in einer speziellen Einrichtung für Pränataldiagnostik erfolgen. 3. das Risiko für eine Fehlgeburt liegt bei einer Amniozentese bei etwa 1%. 4. In Ihrer Situation ist es deshalb am ratsamsten, wenn Sie sich in einer kompetenten Einrichtung vor Ort beraten lassen und dort das Pro und Contra des ein oder anderen Vorgehens erörtern. VB


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.