Mitglied inaktiv
In der 22. Woche wurde festgestellt, dass mein Kind zu groß und schwer ist . Die Werte entsprachen der 24. Woche. Daraufhin habe ich einen Zuckerbelastungstest machen lassen, der Schwangerschaftsdiabetes ergab. Ich war sofort bei Diabetologen und habe einen Ernährungsplan bekommen, den ich seit 4 Tagen einhalte (bin jetzt 23+6). Vier Mal täglich muss ich den Blutzzuckerspiegel kontrollieren, die Werte sind alle tadellos (zwischen 62 nüchtern und max. 105 1 Stunde nach dem Essen). Wie groß ist die Gefahr für mein Kind, wenn das so bleibt? Außerdem habe ich seit dem Ernährungsplan permanent Magenknurren, teilweise wird mir sogar schummrig. Vorher habe ich mengenmäßig wesentlich mehr gegessen. Besteht auch die Gefahr, dass das Kind unterversorgt wird? Woran würde man das merken? Und welche Abstände für die Ultraschallunteruntersuchungen empfehlen Sie jetzt? Ich weiß, das sind viele Fragen auf einmal, aber ich bin wirklich sehr beunruhigt!
hallo, 1.eine Diabetikerin/ Schwangere mit einem Schwangerschaftsdiabetes kann heute eine Schwangerschaft in aller Regel "normal" austragen und ein gesundes Kind zur Welt bringen. Es ist aber zu fordern, dass sie sich schon bei der Planung, spätestens sofort nach Feststellung der Schwangerschaft, von einem diabetologisch erfahrenen Internisten und einem mit diabetologischen Problemen vertrauten Gynäkologen gemeinsam betreuen läßt. Wichtigstes Ziel der Prophylaxe und Behandlung ist eine normoglykämische (normale Zuckerwerte) Diabeteseinstellung. Dieses Ziel ist erreicht, wenn die Blutglukosewerte vor den Mahlzeiten unter 90 mg/dl, eine Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl, zwei Stunden danach unter 120 mg/dl liegen. In der ersten Schwangerschaftshälfte soll das HbA1c im oberen Normbereich, später im unteren Normbereich stoffwechselgesunder Schwangerer liegen (Normbereich mit 4,8 bis 6,0 %). Das Therapiekonzept des Gestationsdiabetes sieh als erste Stufe eine Ernährungsberatung vor. In 90% der Fälle genügt diese Ernährungsumstellung (bei der übrigens kaum eine Patientin Hungergefühl hat), um das Therapieziel zu erreichen. Gleichzeitig sollte eine ausreichende Bewegung der Schwangeren sichergestellt sein. Bereits ein halbstündiger Spaziergang nach dem Essen kann die Blutzuckerwerte deutlich senken. Nur bei Schwangeren, die auch dann noch ein pathologisches Blutzuckertagesprofil (wie oben angegeben) aufweisen, ist zusätzlich eine Insulingabe notwendig. Zur Ernährungsumstellung ist folgendes zu sagen: Empfohlen wird eine Ernährung, die eine für die Bedürfnisse der Schwangerschaft adäquate Kalorienmenge und Zusammensetzung enthält. Der Kalorienbedarf für eine Schwangere im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) beträgt ca. 30 kcal/kg Körpergewicht. Bei Frauen mit einem Body-Mass-Index von größer 27 kg/ Quadratmeter Körperoberfläche am Beginn der Schwangerschaft sollte die Kalorienmenge auf 25 kcal/ kg Körpergewicht reduziert werden. Die Kostverordnung soll von einer ausgebildeten Fachkraft nach Kohlenhydrat-Einheiten (KE) quantifiziert werden. Weiteres sollten Sie mit den Experten vor Ort besprechen, insbesondere die Frage, was zu tun ist, wenn hier noch Hungerphasen eintreten. Das Kind wird hierbei aber sicher nicht unterversorgt werden. 2.Die Mutterschaftsvorsorge bei Diabetikerinnen ist während der ganzen Schwangerschaft intensiver als bei stoffwechselgesunden Frauen. Die Zusammenarbeit mit einem Perinatalzentrum, das in der Betreuung diabetischer Schwangerer Erfahrung hat, ist zumindest geboten. Neben dem Frühultraschall zur genauen Berechnung des SS-Alters sollte in der 20.-22.SSW eine eingehende US-Untersuchung zum Ausschluss von Organfehlbildungen durchgeführt werden. Das zunächst vierwöchentliche Intervall von US-Untersuchungen sollte in der Spätschwangerschaft durch zweiwöchige Intervalle ersetzt werden. Hier sollte neben dem Gewicht des Kindes auch die Fruchtwassermenge beurteilt werden. Ab der 28. SSW wird eine intensivierte fetale Zustandsdiagnostik mit Kontrolle der fetalen Bewegungen, einem CTG (Cardiotokogramm) und eine Doppler-Untersuchung empfohlen. Die Häufigkeit sollte individuelle festgelegt werden. Das CTG sollte ab der 32.-33. SSW 2x/Woche und ab der 35. SSW 3x/Woche durchgeführt werden. Bei problemlosem Verlauf ist eine vaginale Entbindung am Termin anzustreben. Ein Austragen über den Termin hinaus sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Die letzten Empfehlungen stammen von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. 3.Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, haben im Verlauf der folgenden 10 Jahre ein bis zu 30%iges Risiko, einen Diabetes zu entwickeln. Deshalb sollten die Betroffenen mit ihrem Diabetologen vor Ort über ihr Risiko und die sinnvollsten Kontrollen sprechen. Regelmäßige Nachkontrollen sind hier also extrem wichtig. Von einigen Fachvertretern wird deshalb für diese Frauen gefordert, jährlich einen oralen Glucosetoleranztest zu wiederholen. 4.Auf den Internetseiten der Deutschen Diabetes-Klinik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de/download/DDFI_Broschuere_Schwangerschaft.pdf können Sie dazu eine sehr informative Broschüre für Betroffene downloaden. VB
Mitglied inaktiv
Hallo! Leider hat es mich auch erwischt und bei mir war es eigentlich genauso wie bei Dir. Mittlerweile hat sich alles gut eingespielt und mein Baby liegt wieder im "Rahmen" ;o) Also, es ist immernoch zwei Wochen größer (da es ja nicht mehr schrumpft), aber es ist nicht weiter über die normalen Werte hinaus gewachsen. Ich möchte Dir einen Tip zu Deinen Hungergefühlen geben. Ich bin von den Mahlzeiten auch nicht satt geworden, die mir der Diabetologe empfohlen hat. Und da man ständig Angst hat, etwas falsch zu machen, lässt man sich auch auf keine Experimente ein. Aber: Du kannst all das, was KEINE BE hat, essen bis zum Umfallen (sprich Salat mit Essig/Öl Dressing oder z.B. Fleisch) Davon wirst Du garantiert satt, denn soviel Zeit liegt zwischen den Mahlzeiten doch gar nicht! lg und alles, alles Gute! n.
Mitglied inaktiv
Hallo, hab Eure beiträge gelesen, und hab da auch mal ne Frage. Meine Ärztin sagte mir, dass man einen Schwangerschaftsdiabetes nicht anhand der normalen Blutzuckerwerte erkennen kann, sondern einen Glucosetoleranztest machen muss! Ich verstehe aber dann den zusammenhang nicht, warum man sich 4 Mal täglich den BZ-Stixen soll, wenn man doch angeblich nach diesen Werten eh nix sagen kann! Dieser Glucosetoleranztest steht bei mir noch an, weil mein Baby angeblich auch etwas zu groß ist und ich auch stark übergewichtig! Allerdings sind meine Blutzuckerstixe immer super...geht schon fast in die Unterzuckerung!Halbe Stunde nach dem Essen habe ich normale Werte um 85mg%. Da ich im Krankenhaus arbeite kontrolliere ich regelmäßig....ich hatte nie einen Wert über 100mg%. MAcht der Glucosetoleranztest dann Sinn? Vielen Dank Carmen
Mitglied inaktiv
Hallo! Wenn Deine Werte so niedrig sind, würde ich eher in Betracht ziehen, dass Du ein großes Baby bekommst, weil es in der Familie liegt ;o) Der Glukosetest ist aber nicht schlimm. Mach ihn einfach mal zur Vorsorge. Ich empfand nur den Geschmack dieses Saftes ekelig, weil er zuckersüß auf nüchternen Magen getrunken werden muss. lg und alles Gute!
Mitglied inaktiv
Vielen Dank für deinen Beitrag - da fühlt man sich gleich nicht mehr so allein mit seinem Problem. Darf ich fragen, in welcher Woche du jetzt bist? Zu dem Ernährungstipps habe ich auch noch eine Frage: Ich soll nur ein Mal täglich max. 150 g Fleisch oder Fisch essen. Am Gewicht kann es nicht liegen; wiege jetzt 61,3 kg bei 1,74 (nur 5 Pfund mehr als vor der Schwangerschaft), und ich habe durch die Ernährungsumstellung noch abgenommen. Das sollte doch wohl auch nicht sein, oder? Ich würde mich sehr freuen, wenn du noch mal antwortest, und wünsche dir für den Rest der Schwangerschaft auch alles Gute!!!
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