Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Schwangerschaftscholestase!

Frage: Schwangerschaftscholestase!

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Guten Tag Dr. Bluni! Ich bin jetzt in der 33. SSW und vor ca. 3 Wochen wurde bei mir eine Schwangerschaftscholestase diagnostiziert. Meine Leberwerte waren um mer als das 20fache erhöt,inzwischen sind sie aber gesunken, auch ohne Medikamente denn dieses Udoxi....(ich weiß nicht mehr genau wie es heißt), habe ich nicht vertragen. Ich muß jetzt wöchentlich zu Blutkontrolle. Die werte sind inzischen nur noch um das 6fache erhöt. Nun meine Fragen: - Mir wurde gesagt die Geburt müsse eigeleitet werden, ist das auch noch der Fall wenn die Werte weiter sinken? - Ich habe öfter Bauchkrämpfe und mir ist oft übel, kann das damit zusammenhängen? - Zu allem Überfluss hab ich noch ne Symphysenlockerung, hat das irgendeinen Einfluss auf die Geburt oder die weitere SS außer natürlich die Schmerzen?


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1. Die Schwangerschaftscholestase (ICP) wird in Mitteleuropa bei 0,1 bis ein Prozent der Schwangerschaften beobachtet. Sie manifestiert sich vorwiegend im letzten Schwangerschaftsdrittel und ist mit der Entbindung prinzipiell voll reversibel. Die orale Gabe von Ursodesoxycholsäure bessert den Juckreiz und die mütterlichen Leberwerte bei der Schwangerschaftscholestase. Die Ursodesoxycholsäure kann zumindest im 2./3. Trimenon bei Cholestase eingesetzt werden. Die orale Gabe von Ursodesoxycholsäure lindert den Juckreiz, hat einen günstigen Effekt auf die Transaminasen und vermindert die Frühgeburtlichkeit, was im Rahmen von Studien älteren Datums sogar in einer Senkung der perinatalen Mortalität resultierte. Die Schwangerschaftscholestase ist – wie schon angeführt - nach der Entbindung rasch (innerhalb von 24 bis 48 Stunden) reversibel und hat abgesehen von Juckreiz und begleitender Symptomatik für die Schwangere einen gutartigen Charakter. Somit ist die Entbindung die kausale „Therapie“ der Schwangerschaftcholestase. Bei Zeichen für fetalen Stress beziehungsweise Verschlechterung des fetalen Zustandes ist die vorzeitige Geburtseinleitung indiziert. Dieses kann auch ein Kaiserschnitt sein. 2. zur Klärung der Frage, was hier die Ursache für Ihre Beschwerden ist, empfiehlt es sich, wenn Sie sich dazu an Ihre Frauenärztin/Frauenarzt wenden, da wir von hier aus nicht in der Lage sind, eine Diagnose zu stellen. 3. es gibt zu der Frage des optimalen Entbindungsmodus bei Symphysendehnung nur eine gering überschaubare Menge an Literatur. Gleiches gilt für die Frage, nach welchem Entbindungsmodus nun die anschließende Regenerationsphase im Hinblick auf die Symphysenbeschwerden die kürzeste ist. Bekannt ist, dass es in einer nachfolgenden Schwangerschaft mehrheitlich zu erneuten, meist stärkeren Beschwerden kommt. Insofern sollte die Frage nach dem geburtshilflichen Vorgehen hier immer individuell beantwortet werden, da hierzu mangels geeigneter Studien keine Leitlinien vorliegen. Ein Kaiserschnitt ist nicht zwingend erforderlich und die Diagnose "symptomatischer Symphysenschaden" ist für viele Geburtshelfer keine Indikation für einen primären Kaiserschnitt. Die Entscheidung für oder gegen eine Spontangeburt bzw. für oder gegen eine vorzeitige Geburtseinleitung sollte von den klinischen Beschwerden, dem Schwangerschaftsalter, und der ursprünglichen Geburtsvorstellungen der Frau abhängig gemacht werden. Der Einsatz der Periduralanästhesie kann gerade bei symphysären Schmerzen sehr hilfreich sein. VB


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