EvaLini
Sehr geehrter Herr Dr. Karle (falls diese Nachricht an jemand anderen geht, entschuldigen Sie bitte), Ich habe eine 15 Monate alte Tochter die vermutlich gerade an RSV erkrankt ist. Ich mache mir um sie keine Sorgen, da sie ein robustes Mädchen ist. Ich habe mich im Oktober 2024 am Ende meiner Schwangerschaft zu ihr gegen RSV impfen lassen. Sie wurde somit nun nicht mehr selbst geimpft. Wo meine Sorge nun aber liegt ist beim Geschwisterchen, das gerade in der 17. Woche in mir heranwächst. Ich habe gelesen, dass neue Studien belegen, dass das Virus meinem Baby schaden kann. Meines Wissens nach wurde da "nur" an Ratten getestet, die bereits in der Mitte der Schwangerschaft waren. Ich kann nicht abschätzen, ob meine noch nicht so weit fortgeschrittene Schwangerschaft da nun ein Vorteil ist. Wie schätzen Sie das Risiko für mein Ungeborenes ein? Natürlich versuche ich etwas auf Abstand zu gehen, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass ich es schaffen werde, mich nicht auch anzustecken. Wäre es sinnvoll nun ständig eine Maske zu tragen, wenn die Kleine bei mir ist? Wie lange muss ich da nun wirklich aufpassen? Kleinkinder können den Virus ja angeblich wochenlang noch ausscheiden. Vielen Dank für Ihre Expertise! Liebe Grüße Eva Deine Schwangerschaftswoche: 17
Guten Morgen, RSV kann während der Schwangerschaft zu schwereren Atemwegssymptomen bei der Mutter führen und in seltenen Fällen das ungeborene Kind infizieren, weshalb Schutzmaßnahmen und Impfungen empfohlen werden. Risiken für Sie als Schwangere Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) verursacht meist Erkältungssymptome, kann jedoch bei Schwangeren schwerere Verläufe auslösen, da das Immunsystem in der Schwangerschaft geschwächt ist. Mögliche Komplikationen umfassen Lungenentzündungen und eine erhöhte Anfälligkeit für schwere Atemwegserkrankungen. Risikofaktoren für schwerere Infektionen sind vorbestehende Lungenerkrankungen wie Asthma, Rauchen und ein geschwächtes Immunsystem. Risiken für das ungeborene Kind In seltenen Fällen kann RSV von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden. Studien zeigen, dass das Virus über die Plazenta gelangen und nach der Geburt in der Lunge des Neugeborenen nachweisbar sein kann. Dies kann zu schweren Atemwegserkrankungen, Bronchiolitis oder langfristigen Problemen wie Asthma führen. Neugeborene haben ein noch unreifes Immunsystem, weshalb sie besonders gefährdet sind. Schutzmaßnahmen Sie können sich durch folgende Maßnahmen schützen: Händehygiene: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser. Kontakt vermeiden: Abstand zu erkrankten Personen halten. Husten- und Niesetikette: Mund und Nase mit Taschentuch oder Armbeuge bedecken. Oberflächen desinfizieren: Türklinken, Lichtschalter und Spielzeug regelmäßig reinigen. Impfungen und Prävention Eine RSV-Impfung während der Schwangerschaft wird empfohlen, insbesondere wenn der Geburtstermin in die RSV-Saison (Oktober bis März) fällt. Die Impfung schützt das Neugeborene über die von der Mutter übertragenen Antikörper in den ersten Lebensmonaten vor schweren RSV-Erkrankungen. Alternativ kann das Neugeborene nach der Geburt mit einem passiven RSV-Antikörper (z. B. Nirsevimab) geschützt werden, wenn die Geburt außerhalb der RSV-Saison liegt. Machen Sie sich keine Sorgen und halten Sie sich an die Hygieneschutzmaßnahmen. Alles gute wünscht Ihnen. Dr. Christian Karle
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