Mitglied inaktiv
Hallo Doc Bluni, ich habe eine Messung des Nackenfalte und eine Blutanalyse zur Risikoermittlung durchführen lassen. Der Messwert für die Nackenfalte liegt bei 1,4 mm (SSL 54 mm) . Die Wahrscheinlichkeit für Trisomie 21 läge aufgrund des Alters (Ende dieses Monats 34) bei 1:345, durch die Anlalyse halbiert sich dieser auf 1:700. Eigentlich alles im grünen Bereich. Trotzdem hält mein FA an seiner Empfehlung zur Amniozentese fest. Die Werte könnten halt "schöner" sein. Wenn ich nun berücksichtige, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Komplikation nach der Amniozentese bei 0,5 bis 1%, also bei 1:100 bis 1:200 läge, gehe ich doch damit ein höheres Risiko ein. Mein FA beharrt aber darauf, das die Risiken einer Amniozentese als viel geringer einzuschätzen sind. das habe ich bisher noch nirgends gelesen... Wie schätzen Sie die Situation ein? Vor 5 Jahren, nach 2 Fehlgeburten habe ich jede Menge Analysen in der Pränataldiagnostik machen lassen. Das war ein Nervenkrieg für mich. Am Ende habe ich einen gesunden Sohn zu Welt gebracht. Ich hatte gehofft, dass diese SS etwas entspannter verlaufen würde. Es liegt wohl bei mir... Vielen Dank für ihre Einschätzung Kira
liebe Kira, 1. Im Allgemeinen besteht für die Amniozentese ein Fehlgeburtsrisiko von ca. 1%. In größeren Einrichtungen können die Zahlen etwas geringer sein. Mögliche Komplikationen können aus einem Fruchtwasserverlust durch den unvollständigen Verschluss der Eihäute nach dem Entfernen der Punktionsnadel entstehen. Dies kann zu Wehen führen, welche unter bestimmten Umständen nicht beherrschbar sind. Kleinere Blutungen sind sehr selten und Infektionen sind aufgrund der optimalen hygienischen Bedingungen sehr selten. 2. die sehr komplexen Vorgänge, die Grundlage des Ersttrimesterscreenings sind. führen dazu, dass ein Außenstehender nur mit der Vorgabe fixer Werte alleine keine Interpretation der Situation vornehmen kann und sollte. Es ist aber auch der Grund, dass besonderes Augenmerk darauf gelegt werden sollte, sich die Einrichtung, in der diese Untersuchung durchgeführt wird, rechtzeitig besonders gut auszusuchen. Sie sollte entsprechend qualifiziert sein, was auch heißt, dass vorher mindestens nach der Zertifizierung durch die Fetal-medicine-foundation in London gefragt wird, aber auch nach der Häufigkeit der Durchführung dieser Untersuchungsverfahren in der entsprechenden Einrichtung. Handelt es sich um eine spezielle Einrichtung für Pränataldiagnostik, ist von einer solchen Qualifikation erfahrungsgemäß auszugehen. Letztlich geht es ja auch darum, eine klare Aussage und Information zu den Ergebnissen und den Konsequenzen aus auffälligen Ergebnissen zu bekommen. Missinterpretationen oder falsche, klinische Konsequenzen sollten in jedem Fall vermieden werden. Und so sollte der Untersucher über die ihm zur Verfügung stehende Software anhand der Ultraschallwerte und Blutbefunde immer auch eine individuelle Risikoberechnung durchführen können. Wenn sich ein Risiko von 1:300 oder größer ergibt, sollte zum Ausschluss genetischer Störungen zu einer invasiven Diagnostik, wie der Amniozentese, geraten werden. Für den Fall, dass dann die Genetik unauffällig ist, wäre es ratsam, einen differenzierten Organultraschall zwischen 20. & 23. SSW in einer entsprechend qualifizierten Einrichtung für Pränataldiagnostik durchführen zu lassen, um unter anderem eine Herzfehlbildung auszuschließen. Sicher kann in einzelnen Fällen, wo es in einem Teil der Untersuchung (Nackentransparenzmessung oder biochemische Parameter) doch erhebliche Diskrepanzen gibt, davon abgewichen werden. Zu Veränderungen des freien ß-HCG und von PAPP-A ist folgendes anzumerken: Das PAPP_A im mütterlichen Serum steigt normalerweise mit zunehmendem Schwangerschaftsalter. Bei Trisomie 21-Schwangerschaften sind die Spiegel niedriger, aber die Differenz zwischen Trisomie 21 und normalen Schwangerschaften nimmt mit steigendem Schwangerschaftsalter ab. Das freie ß-hcg im mütterlichen Serum sinkt mit steigendem Schwangerschaftsalter nach der 10.SSW. Bei Trisomie 21- Schwangerschaften sind die Spiegel jedoch erhöht. Die Differenz zwischen diesen und normalen Schwangerschaften nimmt mit steigendem Schwangerschaftsalter zu. Wie hier nun am besten zu verfahren ist, besprechen Sie bitte mit den Experten vor Ort. VB
Mitglied inaktiv
Liebe Kira hör auf Dein Gefühl und Deine Einschätzung. DU musst mit den Diagnosen leben, nicht der Arzt. Was hast Du von 'schöneren' Werten - oder von 'unschöneren'?? Lass Dich nicht verunsichern (ich hätte bei solch einem Arzt schon LÄNGST gewechselt) und genieß die Schwangerschaft. Auch wenn Du ein genetisch 'auffälliges' Kind bekommen solltest - schlimmster Fall bei der Amnio -, dann heißt das doch immer noch, dass Du ein wunderbares, liebenswertes Wesen als Kind bekommst. Also, mein Rat: lass es und genieß die Kugelzeit. Lg Paula
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