Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Rhesusfaktor NEGATIV + Blutexpander

Frage: Rhesusfaktor NEGATIV + Blutexpander

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Hallo Dr. Bluni, in meiner SS konnten Sie mir gluecklicherweise schon etliche Male helfen! Bin in Lhasa/Tibet, sie erinnern sich? Und nun in der 31. SSW+5. Mein RH ist NEGATIV, den meines Freundes kennen wir nicht. Test ist aber moeglich. Meine Blutgruppe ist "0", mein Freund hat "B". Nun wuerde ich gerne wissen, ob es problematisch ist beim naechsten Kind, wenn das erste Baby RH positiv ist und ich in China keine ANTI RH-Spritze innerhalb 72 Stunden nach der Geburt bekommen kann? Hier darf man ja eh nur ein Kind bekommen, daher bezweifle ich sehr stark, dass ich die Spritze auftreiben kann. Wie muss der Impfstoff denn gelagert werden? Kuehl? Was hab ich in der Zukunft fuer Moeglichkeiten, um das 2. Baby NICHT zu gefaehrden. Gibt es UEBERHAUPT welche? Meine Blutgruppe ist hier auch sehr selten. Hab aber gehoert, dass es kuenstliche Blutexpander gibt, die das Blutvolumen vergroessern. Wie geht das? Wieviel Blut kann man dadurch kompensieren? Muss der BE kuehl gelagert werden oder kann man ihn verschicken? Gibt es noch andere Moeglichkeiten? Tausend Dank VORAB fuer die Info!!!


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Carmen, 1. in dieser Situation ist es sicher am einfachsten und auch erst mal der kostengünstigste Weg, zu klären, welche Blut-und Rhesusgruppe der Vater des Kindes hat. Wenn die Rhesusgruppe negativ ist, dann erübrigt sich alles Weitere. 2. Sofern herauskommt, dass er rhesuspositiv ist, kann das jetzige Kind eben auch rhesuspositiv sein. Es kann so bei einer entsprechenden Sensibilisierung des Immunsystems der Mutter (Blutaustaussch zwischen Kind und Mutter nach Blutung in der Schwangerschaft, Verletzung der Plazenta, Fruchtwasserpunktion o.a.) zur Bildung von Antikörpern kommen, die bei einer darauffolgenden Schwangerschaft mit rhesuspositivem Kind zur Zerstörung der Blutkörperchen mit schweren Krankheitsbildern des Kindes einhergehen können. Das bedeutet, dass hier nach deutschem Standard folgendes Vorgehen vorgesehen ist: -um dieses zu verhindern, erhalten rhesusnegative Schwangere in der Schwangerschaft (und zwar auch schon in der ersten), nach Fehlgeburt, nach Eileiterschwangerschaft, nach stärkeren Blutungen, nach Fruchtwasserpunktion oder ähnlichem und nach Geburt eines rhesuspositiven Kindes eine Spritze Anti-D innerhalb von 72 Std. (z.B. Rhesogam), um eventuelle Antikörper abzufangen. - auch wird ein Antikörper-Suchtest bei allen Schwangeren (Rh-positiven und Rh-negativen) in der 24. bis 27. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Sind bei Rh-negativen Schwangeren keine Anti-D-Antikörper nachweisbar, so soll in der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche eine Standarddosis (um 300 ug) anti-D-Immunglobulin injiziert werden, um möglichst bis zur Geburt eine Sensibilisierung der Schwangeren zu verhindern. 3.Nach Untersuchungen von Mollison (1993) entwickeln zwar nur etwa 17% der rhesus-D-negativen Frauen durch ihre erste Schwangerschaft mit einem Rhesus-positiven Feten nachweisbare anti-D-Antikörper, wenn keine Prophylaxe durch die oben genannte "passive Immunisierung" durchgeführt wird, dennoch wird das Vorgehen so von den deutschen Fachgesellschaften im Einvernehmen nahegelegt. 4. Wie sie dieses Anti-D-Serum in Tibet oder China bekommen, kann ich nicht sagen. Aber, dieses Vorgehen sollte auch dort zum Standard gehören und ansonsten ginge es ggf. über eine internationale Apotheke. 5. Zu den Lagerunsbedingungen gibt es hier in Deutschland Bände füllende Vorschriften der Transfusionsmedizin, die sich unter der Internetadresse http://www.bundesaerztekammer.de/30/Richtlinien/Richtidx/Blutprodukte2005Nov/Haemo2005.pdf nachlesen können. 6. da sich wohl für die allermeisten Geburten hier in Deutschland kaum die Frage einer Verabreichung von Blutprodukten stellt, würde ich hier ohne besonderen Grund auch eher dazu raten, von der "Normalsituation" auszugehen. Ansonsten gilt das Gleich, wie in den Ausführungen der Bundesärztekammer. Und gerade in den von Ihnen genannten Ländern wäre ich mit der Übertragung iregendwelcher Blutprodukte äußerst zurückhaltend. Herzliche Grüße nach Tibet VB


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