Mitglied inaktiv
Hallo, ich bin in der 17 SSW und habe mir eine dicke Erkältung (die sich zu einer Lungenentzüdnung entwickelt hat) eingefangen. Mein Arzt hat mir nun diverse Medikamente verschrieben: Sinupret forte gegen den Schnupfen, Bronchipret für den Husten aber auch ein Antibiotikum(Amoximerck - Wirkstoff: Amoxicillin-Trihydrat). Außerdem nehme ich noch ein Präparat gegen mein Asthma: Budecort 200 (Wirkstoff: Budesonid). Laut Aussage meines Arztes sind diese Medikamtente für das Baby unbedenklich. Ist das wirklich so - oder muss ich mir Sorgen machen, dass es evtl. zu Schädigungen beim Baby kommen kann? - Sollte ich vorsichtshalber in der 22./23. SSW einen erweiterten Ultraschall machen lassen (zur Überprüfung von Herz + anderen Organen)? Vorab schon einmal vielen Dank für Ihre Antwort! Leonie
Hallo, 1. je nach Ausprägung der Erkältung/grippaler Infekte/Entzündung der Nebenhöhlen, ist es am sinnvollsten durch den Hausarzt oder HNO-Arzt zu entscheiden, ob nur symptomatische Maßnahmen ausreichen, oder ob vielleicht doch mehr getan werden sollte, wie vielleicht die Verabreichung eines Antibiotikums. Dieses ist dann auch meist problemlos möglich. Es ist also nicht nötig, nur zuzuschauen und abzuwarten. Eine Erkältung; Entzündung der Nasennebenhöhlen, ein grippaler Infekt oder auch eine Bronchitis stellen in der Schwangerschaft keine Gefahr für das Kind dar. Zur Fiebersenkung ist z.B. auch Paracetamol erlaubt. Die Verordnung von Hustenmitteln (Antitussiva) in der Schwangerschaft wird streng gehandhabt und erfolgt sinnvollerweise in Rücksprache mit dem Hausarzt. Nach dem 3. Schwangerschaftsmonat sind in Ausnahmefällen bei besonders quälendem, trockenem Husten codeinhaltige Präparate kurzzeitig einsetzbar. Die Einnahme sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt/Ärztin abgeklärt werden. Bei anderen Substanzen, die vielfach zur Anwendung empfohlen werden, ist vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft Vorsicht geboten. 2. die Immunabwehr sollte die Schwangere und Stillende am besten auf natürliche Weise: gesunde Lebensweise, Sport u.a. stimulieren und nicht mit TAbletten. Die Rote Liste schreibt zu Sinupret: Es ist nicht kontraindiziert und es liegen keine negativen Erfahrungen vor. Das bezieht sich aber immer auf die aktuelle Datenlage. 3. Amoxicillin ist unbedenklich. 4. in der Schwangerschaft können bei Heuschnupfen die meisten Antihistaminika bedenkenlos angewandt werden, insbesondere inhalative Präparate, die Cromoglicinsäure enthalten. Diese Substanz wirkt überwiegend lokal und zeigt kein erhöhtes Risiko für teratogene Schäden. Neben den inhalativen Substanzen können Sie selbstverständlich auch Augen- oder Nasentropfen anwenden. Die Antihistaminika dürfen also zur Behandlung allergischer Erkrankungen, als Mittel gegen Schwangerschaftserbrechen und auch als Schlafmittel eingesetzt werden. Falls Kortikoide erforderlich sind, empfiehlt sich hier ebenfalls die inhalative Gabe wegen der wesentlich geringeren systemischen Wirkung. Die besten Erfahrungen liegen für Sprays vor, die Budesonid enthalten. Bei Orientierung an die Dosierungen kann man auch mit einer Langzeitmedikation keinen Schaden anrichten. Bei den Antihistaminika ist die Gabe von Terfenadin erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel erlaubt, weil dann die Organbildung abgeschlossen ist. Die sog. Betamimetika z.B. Sultanol, Berotec, Bronchospasmin oder Bricanyl sind ebenfalls gut erprobt. Sie lösen die Verkrampfung der Bronchialschleimhaut . Bei Asthma-Symptomen kann man auch Prednisolon geben, weil es nur zu 10-20 Prozent über die Placenta auf den Feten übergeht. 4. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich doch bitte an unseren Experten für Medikamente in der Schwangerschaft, Herrn Dr. Paulus. Er hat übrigens hier bei rund-ums baby.de auch ein Forum zu solchen Fragen. Die Adresse ist http://www.rund-ums-baby.de/med_schwangerschaft/ VB