Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Kindsbewegungen

Frage: Kindsbewegungen

Mitglied inaktiv

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Hallo Dr. Bluni, ich habe da doch noch eine Frage die mich etwas beschäftigt. Und zwar bin ich in der 34. SSW und ich habe irgendwie das blöde Gefühl, daß die Kindsbewegungen weniger geworden sind. Ich weiß, daß es alles von Frau zu Frau und von Schwangerschaft zu Schwangerschaft verschieden ist und es kaum Richtlinien gibt. Kann es aber sein, daß es sich jetzt aus Platzmangel schon etwas weniger bewegt? Man liest ja auch immer, daß gesunde Babys sich im Mutzterleib öfter melden und kranke eben weniger. Muß ich mir Sorgen oder dergleichen machen? Ansonsten ist alles O.K und Beschwerden habe ich bis auf mein Lippenherpes und einer Erkältung kaum. Und ganz kurz noch, mein Gebärmutterhals ist auf 2,9 cm verkürzt aber in dieser SSW ist er doch sowieso schon kürzer oder wie lang sollte er in der 34. SSw sein (Nehme Magnesium 2 x tgl. ein)?! Vielen Dank und nochmal schöne Feiertage!!! Kerstin


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Ongelore, 1. ein starres Schema haben die Kinder nicht, nach dem sie sich bei allen Schwangeren gleich bewegen. Dies kann individuell völlig variieren und an vielen Faktoren liegen. Aber, die subjektiv erlebten Kindsbewegungen geben indirekt Aufschluss über das Wohlbefinden des Ungeborenen. Ein gesundes und vitales Kind bewegt viel und oft. Ein krankes oder beeinträchtigtes Kind schont sich und bewegt sich entsprechend weniger und "lebt auf Sparflamme". Werden die Kindsbewegungen eindeutig seltener oder häufiger als gewohnt registriert, sollte der Zustand des Kindes mittels CTG, Ultraschalluntersuchungen und klinischen Parametern überprüft werden. Sofern die Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt oder Frauenärztin hier aber unauffällig sind, ist der Schwangern zu empfehlen, bei kurzfristiger "Ruhe im Bauch", als auch bei zeitweilig verstärkter Aktivität nicht gleich beunruhigt zu sein. Wichtig zu wissen, ist sicher auch, dass reife Feten ein Drittel des Tages im Tiefschlaf verbringen und nur ein Zehntel des Tages wirklich wach sind! Auffällig wären zum Beispiel länger als 24 Stunden anhaltende, reduzierte Bewegungen. Ansonsten lässt sich aus dem Bewegungsmuster bei bisher unauffälligen Untersuchungen nicht gleich etwas Krankhaftes ableiten. 2. physiologischerweise verkürzt sich der Gebärmutterhals gegen Ende der Schwangerschaft immer, was ein Zeichen dafür ist, dass sich die Gebärmutter auf die Geburt vorbereitet. Kommt es jedoch früh zu einer Verkürzung deutlich vor der 34. SSW, dann bedeutet dieses, je nach Ausprägung ein gewisses Risiko für eine Frühgeburt. Diese Verkürzung wird durch eine vorzeitige Wehentätigkeit hervorgerufen, wobei die genauen Entstehungsmechanismen bis heute nicht eindeutig geklärt sind. Eine bakterielle Besiedlung ist sicher nur eine Erklärung. Die Länge alleine lässt hier keine Rückschlüsse zu, ausser, dass man sagen kann, dass eine Länge von weniger als 2,5 cm mit einem erhöhten Risiko der Frühgeburt einhergeht und deshalb entsprechende Empfehlungen und Maßnahmen ausgesprochen werden. Man muss dieses aber immer im Gesamtzusammenhang sehen: Sehr hilfreicht ist hier, wenn man weiss, ob die Frau Beschwerden Kontraktionen oder gar Wehen hathat, ob sich Hinweise für eine Entzündung im Bereich der Scheide finden, die auch der Auslöser sein können oder ob sich im vaginalen US Hinweise auf eine weitere Verkürzung des Gebärmutterhalses finden. Unter entsprechender Schonung kann es hier zu einer Verbesserung der Situation kommmen. VB


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