Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Bluni, ich bin in der 10. SSW und man hat bei mir festgestellt, dass ich III D HPV positiv Viren habe. Die alle drei Monate wieder kontrolliert werden sollen. Meine FÄ hat mir nur gesagt, falls die Werte so bleiben, dass sie mich dann in einer Geburtsklinik vorstellen wird. Sie war leider sehr im Stress und konnte mir nicht richtig erklären was ich genau habe und was das für das Kind und die Geburt bedeutet. Ich mache mir jetzt große Sorgen. Können Sie mir helfen?
hallo, 1. Ein auffälliger Abstrichbefund in der Schwangerschaft bedeutet nicht in jedem Fall, dass eine derartige Veränderung (die häufig oberflächlich ist und dann auch noch keinem Krebs im eigentlichen Sinne entspricht) sofort klinische Konsequenzen im Sinne einer Operation nach sich zieht. Zu einem kontrollbedürftigen Abstrichergebnis in der Schwangerschaft ist folgendes anzumerken: In der Schwangerschaft kann die Beurteilung eines solchen Befundes manchmal für den Zytologen schwieriger sein. Abhängig vom Ergebnis des Befunds wird eine Verlaufkontrolle entweder durch den Frauenarzt oder Frauenärztin vor Ort durchgeführt. In besonderen Fällen ist dann eine weiterführende Diagnostik durch eine entsprechend kompetente Einrichtung für Zytologie sicher sinnvoll. Dieses hat den Zweck, bestimme Veränderungen in der Tiefe sicher auszuschließen, um damit entscheiden zu können, was das für die Patientin sinnvollste Vorgehen ist. Hierzu gibt es mittlerweile die so genannten Dysplasiezentren. Deren Adressen sind unter der Internetadresse http://www.dysplasiezentren.de/ abrufbar. Je nach Ausprägung des Ergebnisses ist – sofern nichts anderes entschieden wird – häufig eine 4-8wöchentliche Kontrolle des Abstrichs notwendig. In einigen Fällen wird man zumindest um die Gewebeentnahme (Biopsie) nicht herum kommen. Eine Konisation (die Ausschneidung eines Gewebekegels am Muttermund) ist in der Schwangerschaft nur selten erforderlich, würde aber nicht bedeuten, dass die Schwangerschaft nicht weiter ausgetragen werden kann. Sicher stellt ein solcher Eingriff ein Risiko für die Schwangerschaft dar. Priorität hat aber immer die Gesundheit der Frau. Bei besonders auffälligen Befunden soll es in jedem Fall vermieden werden, dass dieser in der Schwangerschaft weiter fortschreitet, was eine größere Operation nach der Geburt nach sich ziehen würde und damit ggf. die Heilungsaussichten verschlechtert. Diese Entscheidung ist nicht immer einfach. Hier wird die Entscheidung dann auch häufig in Absprache des Frauenarztes oder Frauenärztin mit dem Dysplasiezentrum oder dem Zytologen getroffen. Das sinnvollste Vorgehen kann also nur im Einzelfall entschieden werden. 2.Zu den genannten Viren – HPV, ihrer Bedeutung und der Frage ob ein Suchverfahren nach ihnen (Screening) generell sinnvoll ist, kann man folgendes sagen: Bei HPV (Human Papilloma Virus) handelt es sich um eine Gruppe von über 100 miteinander verwandter Virustypen. Einige von ihnen können Warzen im Genitalbereich hervorrufen können, während andere HPV-Stämme Warzen an Händen und Füssen hervorrufen. Im Genitalbereich werden die sichtbaren Warzen Kondylome genannt. Sie treten nicht bei jedem HPV-Infizierten auf; viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie Kondylome haben. Infektionen mit HPV sind häufig: Etwa 80% aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens. Die Übertragung erfolgt auf sexuellem Wege. Bei 80-90% aller Infektionen kommt es im Laufe von Wochen oder Monaten zu spontaner Rückbildung. Bestimmte HPV-Typen sind krebsauslösend und spielen bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen eine Rolle. Diese so genannten. Hochrisikotypen („high-risk-HPV“) finden sich zu jedem Zeitpunkt bei etwa 10% der weiblichen Bevölkerung im geschlechtsreifen Alter. Die überwiegende Zahl dieser Infektionen heilt spontan und dauerhaft ab. Die Infektion selbst ist noch nicht behandelbar. Nur bei wenigen Infektionen mit Hochrisikotypen des HPV kommt es zur Ausbildung der Krebsvorstufen. Die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses aus den Vorstufen dauert aber mindestens 7-10 Jahre und die Vorstufen lassen sich mit einer Serie von Abstrichen über mehrere Jahre zu 95% erfassen. Es gibt derzeit keine ausreichende Datengrundlage zum routinemäßigen Einsatz der HPV-Diagnostik auf der Suche nach einem Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen. Von den maßgeblichen medizinisch- wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird ein primäres HPV-Screening gegenwärtig nicht empfohlen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hält ein primäres HPV-Screening derzeit für nicht indiziert. Die bisher etablierte Früherkennung von Veränderungen durch Gebärmutterhalsabstriche ist die beste Vorsichtsmaßnahme gegen Gebärmutterhalskrebs. Frauen, bei denen eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde, haben verständlicherweise Angst, dass die Infektion Krebs verursachen könnte. Deshalb ist es hier immer anzuraten, wie oben beschrieben, über die Bedeutung der Infektion, der großen Wahrscheinlichkeit der spontanen Rückbildung und die individuelle Risikoeinschätzung zu sprechen. VB
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