Mitglied inaktiv
Hallo, nachdem sich durch eine Untersuchung beim Spezialisten für pränatale Diagnostik der Verdacht von Hydramnion bestätigt hat,soll ich nun einen Zuckerbelastungstest durchführen lassen um eine evtl. SSW-Diabetes auszuschließen bzw. bestätigen zu lassen. Nun meine Frage, inwieweit kann eine SSW-Diabetes dem Ungeborgenen bzw. Neugeborenen Baby schaden? Gibt es bestimmte dinge, die beachtet werden müssen sobald das Kind da ist? Hab mal gehört, daß die Diabetes bei den Müttern wieder schnell verschwindet, sobald das Kind da ist. Aber wie ist das mit dem Baby? Hat das eigentlich durch mich jetzt auch eine diabetes? Versuche mittlerweile auch ohne den Test, meinen Zuckerkonsum einzuschränken und auf meine Ernährung zu achten. Vielen Dank für die Antworten manu
Hallo Manu, 1. ja, ein Schwangerschaftsdiabetes kann zu einer deutlichen Vermehrung des Fruchtwassers führen. 2. eine erhöhte Menge an Fruchtwasser (Polyhydramnion) können wir in 0,13 bis 3,2% aller Schwangerschaften nachweisen. Während in etwa zwei Drittel der Fälle kein genaue Ursache nachzuweisen ist, finden sich im übrigen Drittel vorwiegend diabetische Stoffwechselveränderungen (Schwangerschaftsdiabetes) der Mutter. Einer Erhöhung der Fruchtwassermenge können allerdings auch mal kindliche Fehlbildungen zu Grunde liegen. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, zunächst einen Schwangerschafts-diabetes auszuschließen und ggf. parallel eine gezielte sonographische Diagnostik, vor allem des Magen-Darm-Traktes, des Zentralnervensystem und der Organsysteme des Feten durchzuführen, wenn eine bedeutende Erhöhung der Fruchtwassermenge vorliegt. 3. eine Diabetikerin kann heute eine Schwangerschaft in aller Regel "normal" austragen und ein gesundes Kind zur Welt bringen. Es ist aber zu fordern, dass sie sich schon bei der Planung, spätestens sofort nach Feststellung der Schwangerschaft, von einem diabetologisch erfahrenen Internisten und einem mit diabetologischen Problemen vertrauten Gynäkologen gemeinsam betreuen läßt. Wichtigstes Ziel der Prophylaxe und Behandlung ist eine normoglykämische (normale Zuckerwerte) Diabeteseinstellung. Dieses Ziel ist erreicht, wenn die Blutglukosewerte vor den Mahlzeiten unter 90 mg/dl, eine Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl, zwei Stunden danach unter 120 mg/dl liegen. In der ersten Schwangerschaftshälfte soll das HbA1c im oberen Normbereich, später im unteren Normbereich stoffwechselgesunder Schwangerer liegen (Normbereich mit 4,8 bis 6,0 %). Das Therapiekonzept des Gestationsdiabetes sieh als erste Stufe eine Ernährungsberatung vor. In 90% der Fälle genügt diese Ernährungsumstellung (bei der übrigens kaum eine Patientin Hungergefühl hat), um das Therapieziel zu erreichen. Gleichzeitig sollte eine ausreichende Bewegung der Schwangeren sichergestellt sein. Bereits ein halbstündiger Spaziergang nach dem Essen kann die Blutzuckerwerte deutlich senken. Nur bei Schwangeren, die auch dann noch ein pathologisches Blutzuckertagesprofil (wie oben angegeben) aufweisen, ist zusätzlich eine Insulingabe notwendig. Zur Ernährungsumstellung ist folgendes zu sagen: Empfohlen wird eine Ernährung, die eine für die Bedürfnisse der Schwangerschaft adäquate Kalorienmenge und Zusammensetzung enthält. Der Kalorienbedarf für eine Schwangere im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) beträgt ca. 30 kcal/kg Körpergewicht. Bei Frauen mit einem Body-Mass-Index von größer 27 kg/ Quadratmeter Körperoberfläche am Beginn der Schwangerschaft sollte die Kalorienmenge auf 25 kcal/ kg Körpergewicht reduziert werden. Die Kostverordnung soll von einer ausgebildeten Fachkraft nach Kohlenhydrat-Einheiten (KE) quantifiziert werden. Weiteres sollte mit den Experten vor Ort besprochen werden. Auf den Internetseiten der Deutschen Diabetes-Klinik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de/download/DDFI_Broschuere_Schwangerschaft.pdf können Sie dazu eine sehr informative Broschüre für Betroffene downloaden. Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, haben im Verlauf der folgenden 10 Jahre ein bis zu 30%iges Risiko, einen Diabetes zu entwickeln. Deshalb sollten die Betroffenen mit ihrem Diabetologen vor Ort über ihr Risiko und die sinnvollsten Kontrollen sprechen. Regelmäßige Nachkontrollen sind hier also extrem wichtig. Von einigen Fachvertretern wird deshalb für diese Frauen gefordert, jährlich einen oralen Glucosetoleranztest zu wiederholen. 4. das Risiko "Gestationsdiabetes" sollte nicht unterschätzt werden. Im Zusammenhang mit einem Gestationsdiabetes können Unterzuckerungen bei Neugeborenen nach der Geburt zu Entwicklungsstörungen der Kinder führen. Folgende Risiken sind u.a. bei Müttern mit einem Schwangerschaftsdiabetes, der nicht optimal eingestellt ist, erhöht: -Vorzeitige Wehen + Frühgeburtlichkeit vor der vollendeten 37. SSW -kindliche Fehlbildungen -Neigung zu Bluthochdruck, Infekten der Harnwege, der Scheide und des Gebärmutterhalses bei der Mutter in der Schwangerschaft -Plazentainsuffizienz -Zustände der Unterzuckerung -diabetisch bedingte Mitbeteiligung der Augen und/oder der Nieren kann sich verschlechtern. VB
Ähnliche Fragen
Lieber Herr Dr Karle, bei mir wurde vor einigen Wochen SS Diabetes festgestellt. Ich habe meine Werte aber ansich mit Diät sehr gut in den Griff bekommen. Nun leide ich seit ein paar Tagen an einem grippalen Infekt und mir ist aufgefallen, dass meine Werte nach dem Essen nun erhöht sind. (Sie liegen zwei Stunden nach dem Essen zwischen ca. 121 ...
Sehr geehrter Herr Dr. med. Christian Karle, Ich bin schwanger (8. SSW mit Zwillinge) und habe Diabetes Typ 2. Mir hat meine Diabetologe heute mitgeteilt, dass der Eiweiß im Urin leicht erhöht ist. Sie meinte das sei normal während der Schwangerschaft. Blutdruck ist okay und ich habe auch keine Wassereinlagerung. Ich mache mir jetzt natürli ...
Hallo Herr Dr. Mallmann, ich esse jetzt auch viel Hüttenkâse, Magerquark, Naturjoghurt, Haferflocken mit Milch. Im Grunde esse ich nur Mittags anders und Abends Vollkornbrot. Kann man auch zu viel Calcium zu sich nehmen? Ist es zu einseitig? Also natürlich mische ich alles mit Obst. Esse viel Gemüse etc. aber es sind schon viele Milchprodu ...
Hallo Herr Dr. Karle, ich habe SS-Diabetes. Messe regelmäßig meinen Blutzucker. Meine Werte sind sehr gut brauche auch kein Insulin. Zur Zeit habe ich mehr Durst. Trinke nur Wasser. Oder ist das normal im 3. Trimester? Muss ich mir Sorgen machen? danke Deine Schwangerschaftswoche: 31
Hallo Frau Thies, Ich bin mit einem Gewicht von 53 kg in die SS gestartet. Da ich unter SS-Diabetes leide achte ich auf Ernährung und wiege jetzt in der 31. Woche 58,5kg. Ist das nicht zu wenig zu nahme? Kind ist genau zeitgerecht. Schöne Pfingsten! Deine Schwangerschaftswoche: 31
Guten Morgen zusammen, in meiner ersten Schwangerschaft habe ich den kleinen diabetes Test beim FA gemacht, der unauffällig war. Bei der geburstanmeldung (36ssw) hat die Klinik dann gesagt "das Kind ist zu groß und zu schwer, machen sie nochmal einen Test auf Diabetes". Also zum diabetologen und den gossen Test gemacht. Dieser war dann (im nüch ...
Hallo Herr Dr. Karle, ich bin seit heute in der 40. SSW. Habe Diabetes, bin aber nicht Insulinpflichtig. Kind ist genau zeitgerecht. Ärzte meinen kann ruhig 7 Tage ǔber ET kommen. Ich mach mir aber Sorgen. Man liest so viel. Was meinen Sie dazu? danke Deine Schwangerschaftswoche: 40
Guten Tag, bei mir wurde anhand eines Glukosetoleranztests ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Die gemessenen Werte waren: Nüchternwert: 92 mg/dl 1-Stunden-Wert: 111 mg/dl 2-Stunden-Wert: 113 mg/dl Am Morgen des Tests hatte ich erheblichen Stress (u. a. mit meinen Geschwisterkindern), was sich möglicherw ...
Hallo, ich bin in der 25 SSW und hatte am Dienstag den großen Zuckertest. Es ist meine 3 SS und habe gestern den Anruf erhalten, dass der Nüchternwert bei 93 liegt als 1 über den Grenzwert. Ich muss zum Diabetologen. Bei den anderen 2 SS war alles okay. Diesmal ist die Lage anders ist leide an Rheuma und nehme täglich 10mg Prednisolon seit 6 Monat ...
Hallo Herr Dr. Mallmann, bin in der 26 SSW 3 SS. Letzte Woche hatte ich den OGTT und es war der Nüchternwert auffällig mit 93. Jetzt muss ich zum Diabetologen. Ich nehme täglich 10 bis 12,5 Prednisolon aufgrund meiner Rheumaerkrankung seit 6 Monaten durchgehend. Messe seit Samstag. Nüchternwerte daheim waren 95 und 93, also kein Ausrutscher. Tage ...
Die letzten 10 Beiträge
- Sellerie in Suppe
- Toxoplasmosegefahr
- Ringelröteln - Ansteckungsrisiko über Dritte
- 5. Ssw - Angst vor Virus oder schlimmeren
- Zu viel Kamillentee getrunken 8/9ssw
- Kinderwunsch und geplante Operation in Vollnarkose
- Fötus SGA
- Erhöhter PH-Wert Schwangerschaft
- Können das die Wechseljahre sein?
- Influenza A in der 12. SSW mit Zwillingen