Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr.Bluni, bei meinem letzten abstrich wurde pap4a und hp-viren festgestellt, nachdem ich schon 2 oder 3 mal pap3d hatte. eine konisation erfolgte am letzten dienstag und dabei wurde ein karzinom entfernt. am 16.08. wird die gebährmutter mit lymphknoten rausgenommen. meine frage lautet: woher kommen diese hp-viren? sind sie behandelbar? sind sie übertragbar auf meinen Mann? kann er sich untersuchen lassen? wie hoch ist die ansteckungsgefahr und was sind die daraus resultierenden konsequenzen? Viele Grüße Claudia
liebe Rebecca, 1. Zu den genannten Viren – HPV, ihrer Bedeutung und der Frage ob ein Suchverfahren nach ihnen (Screening) generell sinnvoll ist, kann man folgendes sagen: Bei HPV (Human Papilloma Virus) handelt es sich um eine Gruppe von über 100 miteinander verwandter Virustypen. Einige von ihnen können Warzen im Genitalbereich hervorrufen können, während andere HPV-Stämme Warzen an Händen und Füssen hervorrufen. Im Genitalbereich werden die sichtbaren Warzen Kondylome genannt. Sie treten nicht bei jedem HPV-Infizierten auf; viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie Kondylome haben. Infektionen entstehen durch Sexualkontakte und sind häufig: Etwa 80% aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens. Die Übertragung erfolgt auf sexuellem Wege. Bei 80-90% aller Infektionen kommt es im Laufe von Wochen oder Monaten zu spontaner Rückbildung. Bestimmte HPV-Typen sind krebsauslösend und spielen bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen eine Rolle. Mittlerweile gibt es gegen besondere Hochrisikotypen auch eine Impfung. Diese so genannten. Hochrisikotypen („high-risk-HPV“) finden sich zu jedem Zeitpunkt bei etwa 10% der weiblichen Bevölkerung im geschlechtsreifen Alter. Die überwiegende Zahl dieser Infektionen heilt spontan und dauerhaft ab. Die Infektion selbst ist noch nicht behandelbar. Nur bei wenigen Infektionen mit Hochrisikotypen des HPV kommt es zur Ausbildung der Krebsvorstufen. Die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses aus den Vorstufen dauert aber mindestens 7-10 Jahre und die Vorstufen lassen sich mit einer Serie von Abstrichen über mehrere Jahre zu 95% erfassen. Es gibt derzeit keine ausreichende Datengrundlage zum routinemäßigen Einsatz der HPV-Diagnostik auf der Suche nach einem Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen. Von den maßgeblichen medizinisch- wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird ein primäres HPV-Screening gegenwärtig nicht empfohlen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hält ein primäres HPV-Screening derzeit für nicht indiziert. Die bisher etablierte Früherkennung von Veränderungen durch Gebärmutterhalsabstriche ist die beste Vorsichtsmaßnahme gegen Gebärmutterhalskrebs. Frauen, bei denen eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde, haben verständlicherweise Angst, dass die Infektion Krebs verursachen könnte. Deshalb ist es hier immer anzuraten, wie oben beschrieben, über die Bedeutung der Infektion, der großen Wahrscheinlichkeit der spontanen Rückbildung und die individuelle Risikoeinschätzung zu sprechen. Davon unabhängig kann es aber auch Verläufe, wie von Ihnen beschrieben, geben. Beim Partner wird empfohlen, nach Condylomen zu suchen. Für den Mann haben diese Viren aber nach bisheriger Datenlage keine klinische Relevanz. VB
Mitglied inaktiv
Entschuldigen Sie, wenn ich noch mal nachfrage: Für den Mann haben sie keine klinische relevanz - er kann sie aber an die nächste Partnerin weitergeben, oder? Muß oder sollte er dann immer ein kondom benutzen, um eine ansteckung auszuschließen?
hallo, ja, Sie haben recht,dass der Mann Viren an eine Frau übertragen kann. Sofern er aber keine sichtbaren WArzen hat, die man entfernen kann, haben wir keine Handhabe. Aus diesem Grund wird bei Männeren ersten nicht ohne Grund gefahndet und selbst, wenn wir Viren feststellen können, ist nicht bekannt, wie lange diese dann verweilen. DAs führt dazu, dass meines Wissens hier keine generelle Empfehlung zur Anwendung von KOndomen ausgesprochen wird. Näheres sollte am besten mit dem Urologen abgesprochen werden. VB
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