Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

hoherhomocysteinwert/fehlgeburten/keine aufklärung

Frage: hoherhomocysteinwert/fehlgeburten/keine aufklärung

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Hallo Dr. Bluni, ich hätte mal eine Frage wegen zu hohem homocysteinwert und fehlgeburten. Erstmal folgendes zu meiner Situation. Ich hatte bereits 9 Fehlgeburten. Nach der 5.FG wurden endlich mal untersuchungen gemacht, beim humangenetiker. Dort wurde festgestellt das ich ein zu hohen Homocysteinwert habe, was aber nicht weiter schlimm sei, außerdem hätte ich eine Mutation im MTHFR-GEn (oder so ähnlich stand es in dem bericht) Man sagte mir aber bei meinem damaligen FA das es nicht weiter schlimm sei. Ich ging dann noch zum Hämatologen, dort nahm man mir auch Blut ab, und dort hieß es dann ich hätte das Faktor-V-Leiden, und der homocysteinwert sei zu hoch, lag bei mir bei 22, bis 15 sei im normbereich. Man empfahl mir während der nnächsten schwangerschaft heparin zuz spritzen und 5mg Folsäure zu nehmen. Tat ich in der nächsten ss auch, aber es half nicht, es kam also zur 6.fg. Die nächste ss hab ich erst gemerkt, wo ich die Fg hatte, bzw. hab ich es zwar vorher gemerkt, aber verdrängt, weil ich dachte bei meinem Sohn (1.ss, völlig problemlos, mein sohn ist jetzt 6) hat es ja auch geklappt. Aber auch da ging es schief. während der nächsten ss nahm ich wieder Heparin und 5mg Folsäure, aber auch da ging es schief. Die 10.ss war ungeplant und relativ schnell nach der gebärmutterspiegelung, die gemacht wurde um weiter nach Ursachen zu forschen. Im Januar war ich dann bei einem Spezialisten wo man unter anderem auch nach Nk zellen geguckt hat, aber dort fand man nichts, auch das Faktor-V-Leiden hab ich nicht. Nun bin ich wieder schwanger, mittlerweile in der 9.SSW (wo die meisten fg waren) Ich habe diesmal gar keine Angst das es wieder schief geht, ich bin richtig zuversichtlich. Nehme seit ich von der ss weiß, 15mg Folsäure am Tag (auf anraten des häamtologen) Diesmal wächst die Fruchthöhle auch so wie sie sein soll, in den anderen ss ist die Fruchhöhle immer zu wenig gewachsen. Und diesmal sah man auch einen schönen runden Dottersack, den man sonst auch nie wirklich bei mir gesehen hat, man sah entweder gar kein dottersack oder nur ein verkümmerter dottersack, deraber auch nie richtig rund war. Am letzten Dienstag war ich das letzte Mal beim FA, da war ich rein rechnerisch 7+6, und das paßte auch mit dem US zusammen, man sah dort dann auch ein Embryo, allerdings noch kein Herzschlag, mein Doc meinte aber das dies nicht schlimm sei, das es sein kann das man jeden Moment den Herzschlag sehen kann. Ich vertraue ihm da auch, er hatte bis vor kurzem eine eigene Klinik, die er zu gemacht hat, wegen altersgründen. Jedenfalls war ich ende der 6.ssw beim Hämatologen um den homocysteinwert zu prüfen. Dort fragte mich der Prof. seit wann ich Folsäure nehme, und als ich gesagt hatte das ich es seit ich weiß das ich schwanger sei nehme, bekam ich zur antwort das für mich die Folsäure eigentlich eine DAuertherapie sei. Mehr sagte er nicht. Ich habe dann im Internet gesucht, warum ich denn die Folsäure mein leben lang nehmen soll. Und was ich da fand, erschreckte mich doch ein wenig, das bei zu hohem Homocysteinwert das Herzinfarktrisiko erhöht ist, und das es auch zu gefäßverschlüssen kommen kann. Und da war mir klar, wenn es zu gefäßverschlüssen kommt, die wichtig für die versorgung des embryos ist, kann es ja nicht mehr richtig versorgt werden, und somit muß es ja dann praktisch zur Fg kommen. Aber ich verstehe es beim besten Willen nicht, warum mir kein Arzt sagte was ein zu hoher Homocysteinwert überhaupt bedeutet. Hätte ich nicht selbst geguckt, hätte ich es wohl nie erfahren, denn es ist ja bei mir bekannt seit mitte 2003 das ich ein zu hohen homocysteinwert habe, hätte man mir das eher gesagt, so hätte man vielleicht einige der fg verhindern können. Und es wußten so viele Ärzte wo ich war, das ich den hohen homocysteinwert habe. sind Ärzte nicht eigentlich verpflichtet die Patienten richtig aufzuklären was sowas bedeutet? Wie gesagt mir wurde nichts gesagt, nur ende März das ich die Folsäure dauerhaft nehmen muß. Am Donnerstag bekam ich die Ergebnisse der Homocysteinwert ist gesunken, liegt im Normalbereich, und ich soll die Folsäure nun auf 10mg am Tag senken. Kann der Homocysteinwert dann wieder hochgehen? Denn es sieht ja im Moment alles sehr gut aus, und ich will da kein Risiko eingehen, dann nehm ich lieber noch ein bisschen länger die 15mg Folsäure am Tag. Oder bleibt der Wert bei 10mg wenigstens konstant? Denn die nächste Blutuntersuchung zwecks der homocysteinwerte ist erst in 6 wochen. Ich danke Ihnen im Vorraus für Ihre Antwort, und wünsche Ihnen Frohe Ostern. Viele Grüße


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, Eine Mutation im MTHFR - Gen ( Methylentetrahydrofolat-Reduktase ) kommt in homozygoter Form bei rund 11 % der Bevölkerung vor und führt in der Regel zu einer Homocysteinämie (erhöhter Spiegel an Homocystein), die als Risikofaktor für venöse Thrombosen, Schlaganfälle und koronare Herzerkrankungen und gehäufte Fehlgeburten angesehen wird. Dieses muss bei der heterozygoten Form nicht der Fall sein; hier ist das Thrombose/Fehlgeburtsrisiko dann erhöht, wenn der Homocysteinspiegel erhöht ist. Im Zusammenhang mit einem erhöhten Homocysteinspiegel wird eine größere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Neuralrohrdefektes genannt. Frauen, die ein erhöhtes Risiko für ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt tragen, sollten bereits präkonzeptionell (vor Eintreten der Schwangerschaft ) bis zum Ende des I. Trimenons Folsäure in einer Dosierung von 5 mg pro Tag erhalten. Es wäre dann auch vor Ort zu besprechen, ob man diese Störung, die individuell eben unterschiedlich ausgeprägt sein kann, so einschätzt, dass man in einer Schwangerschaft auch Maßnahmen zur Verdünnung des Blutes ergreift. Hier ist es dann sehr ratsam entweder über den Frauenarzt /Frauenärztin mit einem Speziallaboratorium, das sich in der Diagnostik der Thrombophilien gut auskennt, oder über eine entsprechend erfahrene, klinische Einrichtung abzuklären, ob eine solche Schwangere schon von Beginn der Schwangerschaft an neben Kompressionsstrümpfen auch ein Mittel zur Blutverdünnung benötigt. Die prophylaktische Verabreichung niedermolekulare Heparine in der Schwangerschaft kann schon als recht sicher bezeichnet werden. Mögliche Nebenwirkungen unter einer solchen Therapie treten selten auf, sollten aber bedacht werden: es kann zum Abfall der Blutplättchen kommen oder Blutungen hinter dem Mutterkuchen, beim Kind sind keine negativen Folgen zu erwarten. 2. Inwiefern Sie nun über eine Schwangerschaft hinaus Folsäure zusätzlich einnehmen müssen, wird sicher der Hämatologe vor Ort sagen können, der dieses am besten einschätzen kann. VB


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