Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr.Bluni, bei mir ist bei berrechnetem ET vom 25.11. ein KS auf den 19.11. angesetzt. Da ich mir bislang täglich einmal Fragmin P spritze(2.500 Einheiten),soll ich laut Anästhesist am 17.11. zum letzten mal spritzen-nach der Geburt wieder anfangen. Ich hätte sehr gerne eine Spinale- doch wenn sich unsere Maus ungeplant vorher "anmeldet", meinte der Anästhesist,sei nur noch eine Vollnarkose möglich-wegen der Blutungsgefahr in Rückenmarksnähe. Wie hoch schätzen Sie dieses Risiko generell ein- ich überlege mir nun,ob ich das Heparin nicht noch früher absetze(trage zur Vorsicht ausserdem noch Kompressionsstrümpfe),damit ich eine Vollnarkose umgehen kann. Was meinen Sie(meine Venenprobleme sind momentan nicht-mehr- allzu gross) Im Voraus schon herzlichen Dank für Ihre Antwort, MfG,Marielle
liebe Marielle, die AWMF-Leitlinien der Fachgesellschaft für Anästhesiologie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sagen dazu "klare Worte": Hier im folgenden die etwas gekürzte und hoffentlich verständliche Zusammenfassung dazu, die ich nach Rückfrage von einem Oberarzt für Anästhesiologie einer großen Universitätsklinik als Stellungnahme bekam: Die Durchführung von zentralen Nervenblockaden bei Patienten, bei denen eine Blutverdünnung durchgeführt oder geplant ist, bleibt kontrovers. Dennoch ist eine Durchführung solcher Nervenblockaden unter Beachtung der genannten Vorsichtsmaßnahmen, atraumatischer Vorgehensweise und einer individuellen Nutzen-Risiko-Analyse auch bei Patienten möglich, die perioperativ Antikoagulantien (z.B. Heparin) erhalten werden oder bereits haben. So stellt die Einnahme von Acetylsalicylsäure oder eine niedrig dosierte Thromboembolieprophylaxe mit unfraktionierten oder niedermolekularen Heparinen unter Einhaltung bestimmter Zeitintervalle keine Kontraindikation für ein Regionalanästhesieverfahren dar. Bei unfraktionierten Heparinen in prophylaktischer Dosierung sollte eine Zeitspanne von 4 h zwischen Heparingabe und epiduraler/spinaler Punktion eingehalten werden. Diese Zeitintervalle sind auch bei Entfernen eines Epiduralkatheters zu beachten, da das Risiko von Blutungskomplikationen hierbei genauso groß ist wie bei Anlage des Katheters. Im Anschluss kann unfraktioniertes Heparin bereits wieder nach 1 h verabreicht werden. Bei niedermolekularen Heparinen wird ein Zeitintervall von mindestens 8 h vor einer Punktion bzw. dem Entfernen eines Katheters empfohlen. Anschließend sollten niedermolekulare Heparine frühestens nach 4 h erneut verabreicht werden. Gerinnungsanalysen sind bei der Gabe von Heparinen in prophylaktischer Dosierung nicht erforderlich. Obwohl Acetylsalicylsäure und Heparingabe nicht mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergehen, ist bei der Kombination verschiedener Antikoagulantien Vorsicht geboten, da hierbei das Blutungsrisiko derzeit nicht abschließend beurteilbar ist. Weitere Möglichkeiten der Risikominimierung bestehen in einer möglichst atraumatischen Punktionsweise und der Bereitschaft, einen operativen Eingriff bei blutiger Punktion um mindestens 12 Stunden zu verschieben. Wie man sieht, ist es also nicht ganz entschieden und sollte immer im Einzelfall schon vorher mit der Abteilung für Geburtshilfe und Anästhesiologie abgesprochen und abgewogen werden. VB
Mitglied inaktiv
Bin zwar nicht Dr. Bluni aber möchte dir trotzdem was schreiben.Vollgendes. Habe keine Venenprobleme. Hatte 2002 eine Trombose man hat bei mir ein Faktor V Leiden festgestellt. Trage Kompr. Str. und spritze mir tägl. Fragmin 0,3. Wäre sehr vorsichtig mit alleinigen entscheidungen des absetzens bez. Kläre mit FA und Hämatologen ob und wie es mit der Entbind. Aussieht bzw. was zu beachten ist. Mein Häm. sagte mir ich könne ganz normal entbinden (Keine gefahr wg. Blut oder Tromb) Wobei ich erblich vorbelastet bin. Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen. Viel Glück. Liebe Grüße Sabine
Mitglied inaktiv
Hallo Marielle, ich spritze auch täglich Fragmin P Forte, allerdings die doppelte Menge (5000 Einheiten). Bei mir steht dieselbe Problematik an (bin in der 20. SSW), und ich würde mich freuen, wenn du mir berichten würdest, wie es bei dir gelaufen ist und für welche Vorgehensweise ihr/du euch entschieden habt. Ich wünsche dir viel Glück, dass alles gut läuft! Beste Grüße, junonie
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o.T.:Danke für die ausführliche Antwort;-)
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