Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe von meinem Arzt ein Rezept bekommen - da steht drauf - MOno Jod 200µg TAB Philopharm N3. Das soll ich wohl nehmen - ich würde gern wissen, ob ich das bezahlen muss (sorry, meine FÄ ist grade im Urlaub). Zum anderen hab ich mir aber wie auch in der letzten SS Vita-Verlan-Tabs gekauft, weil da noch zusätzliche Nährstoffe drin sind und ich ja in der Stillzeit und nebenbei noch ss - mehr brauche. Reicht das aus, wenn ich jetzt nur die Vitas nehme? muss ich ja auch bezahlen. ICh hab nochmal ne Liste mit den Inhaltsstoffen gesucht von den Vitaverlan. Vitaverlan® : 1 Tablette enthält: Jod: 200 µg Folsäure: 400 µg Vitamin C: 50 mg Vitamin E: 7 mg Vitamin D3: 5 µg (= 200 I.E.) Nicotinamid: 9 mg Ca-D-Pantothenat: 3,3 mg Biotin: 75 µg Vitamin B1: 0,75 mg Vitamin B2: 0,9 mg Vitamin B6: 1,5 mg Vitamin B12 :1,75 µg Reicht das insg. für meine Nährstoffversorgung aus oder muss ich zusätzlich noch was nehmen - ausser 1 Omega 3 Tag tgl.?? Sorry ist lang aber ich hoffe, Sie können mir trotzdem helfen. Liebe Grüsse und einen schönen sonnigen Tag noch! Uta
hallo Uta, die prophylaktische Gabe von Jodid - übrigens ebenso wie der Folsäure -in der Schwangerschaft ist keine Kassensleistung. In einem Antrag des Berufsverbandes der Frauenärzte vom 19.10.1999 an den Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen wurde um eine Änderung der Arzneimittelrichtlinien gebeten, um die Substitution von Jodid in der Schwangerschaft und Stillzeit Teil der gesetzlichen Krankenversicherung werden zu lassen. Dieses wurde mit Beschluss vom 30.11.1999 jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass die Primärporphylaxe nicht Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen sei. In einer Änderung der Sonstige Hilfen-Richtlinien des Bundesaausschuss der Ärzte und Krankenkassen vom 23. Oktober 1998, (nachzulesen im Deutschen Ärzteblatt 96, Heft 3, 29.1.1999) heißt es im Abschnitt B. Empfängnisregelung, Nr.6: „Bei bestehendem Kinderwunsch sollen in die Beratung Hinweise zur Prophylaxe von Neuralrohrdefekten durch Folsäure einbezogen werden. Dabei sind auch Hinweise zur Ernährungsberatung einzubeziehen. Die Verordnung von Folsäure-Präparaten zur Prophylaxe zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung ist ausgeschlossen.“ Wenn es um die Frage geht, was an Mineralstoffen und Vitaminen schon bei Kinderwunsch bzw. in der Schwangerschaft ratsam ist, so kann man sagen, dass in jedem Fall frühzeitig schon die Einnahme von Folsäure (0,4 mg/Tag) und Jodid (200 Mikrogramm/Tag - sofern keine Schilddrüsenerkrankung vorliegt), empfehlenswert ist. Liegt bei der Frau ein Risiko für eine Neuralrohrfehlbildung (familiäre Belastung und/oder Kind mit offenem Rücken/Lippen-Kiefer-Gaumenspalte) vor oder nimmt sie z.B. Medikamente gegen eine Epilepsie ein, sollten vorsorglich 5mg Folsäure pro Tag eingenommen werden. Außerdem hat sich die prophylaktische Einnahme von Magnesium als sinnvoll erwiesen. Es sind 300 mg/Tag bzw. 15 mmol/Tag zu empfehlen. In oraler Verabreichungsform kann dieses problemlos gesteigert werden, da die einzige Nebenwirkung bei zu hoher Dosierung der Durchfall ist. Die Erfahrung zeigt, dass in vielen Fällen diese empfohlene Tagesdosis auch über die Ernährung nicht erreicht wird und es deshalb in der Schwangerschaft mehr als ratsam ist, dieses zuzuführen. Die Folsäure sollte in jedem Fall in den ersten 3-4 Monaten der Schwangerschaft eingenommen werden. Neuere Untersuchungen stützen die Vermutung, dass eine gute Versorgung mit Folsäure in der Frühschwangerschaft das Risiko für Neuralrohrschäden, d. h. einen offenen Rücken des Kindes, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und ähnliche Fehlbildungen mindert. Die offizielle Empfehlung, die auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE: www.dge.de) herausgegeben wird, ist, dass die Frau (sofern keine Schilddrüsenerkrankung vorliegt) schon mit Kinderwunsch und natürlich während der Schwangerschaft und Stillzeit täglich 200 Mikrogramm Jodid zusätzlich substituiert, unabhängig von der Ernährung oder Einnahme von jodiertem Salz. Die Vorteile für das Kind liegen hier wissenschaftlich in vielen Studien erwiesen eindeutig auf der Hand. Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an Jod. Ein Jodmangel kann sich nicht nur an einer Vergrößerung der Schilddrüse zeigen, sondern hat für Schwangere noch schwerwiegendere Folgen. Ein Jodmangel des ungeborenen Kindes beeinträchtigt seine Entwicklung weitreichend. Die Neugeborenen zeigen eine verlängerte Neugeborenengelbsucht, sind trinkfaul und bewegungsarm. Wenn die Diagnose nicht frühzeitig gestellt wird, kann sich das Vollbild des Kretinismus (dysproportionierter Zwergwuchs mit Intelligenzeinschränkung) entwickeln. Darüber hinaus zeigt sich in der Schwangerschaft durch Ernährungsdefizite häufig eine Eisenmangelanämie, die sich nach der Geburt durch größere Blutverluste und auch fehlende Prävention und Therapie dieser Blutverluste bei Geburt verstärken kann. Die WHO definiert eine Anämie beim Vorliegen eines Hämoglobinwertes unter 11 g/dl in der Schwangerschaft und unter 10 g/dl in der Wochenbett-Periode. Es ist gesichert, dass niedrige Hämoglobinwerte in der Schwangerschaft und im Wochenbett - insbesondere Werte unter 9 g/dl Negativauswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die kindliche Entwicklung haben. Als negative Auswirkungen einer Anämie stehen bei der Mutter gehäufte Infektionen und Frühgeburtlichkeit im Vordergrund. Beim Ungeborenen stehen die Wachstumsminderung mit Mangelentwicklung und Frühgeburtlichkeit im Vordergrund. Als Prophylaxe ist zunächst der Genuss eisenreicher Nahrung zu empfehlen: Der größte Eisenlieferant ist Fleisch, vor allem Rindfleisch. Das tierische Eisen ist für unseren Organismus besser zu verarbeiten als das pflanzliche. Darüber sollten reichlich Vollkornprodukte und dunkles Gemüse verzehrt werden. Kaffee und Tee hemmen die Eisenaufnahme; Vitamin C erleichtert sie. Wer also zum Essen Orangensaft trinkt oder in die Salatsoße etwas Zitronensaft gibt, verbessert damit seine Eisenbilanz. Bei Vorliegen einer Anämie ist in jedem Fall die Verabreichung eines Eisenpräparates zu empfehlen. Das Eisenpräparat kann bei entsprechenden Nebenwirkungen ausnahmsweise auch mal nicht auf nüchternen Magen und vielleicht am Abend eingenommen werden, da dann die Nebenwirkungen überschlafen werden. Ansonsten sollte es eben besser auf nüchternen Magen und morgens eingenommen werden. VB
Ähnliche Fragen
Hallo Herr Dr Karle, ich wollte gerne wissen, ob ich pflanzliche Kapseln in der Stillzeit einnehmen kann. Dazu Stille ich nicht voll und der kleine ist schon 7 Monate. Die Kapseln beinhalten : - Grüner Tee, Bitterorange (Citrus Aurantium), Guarana, Rote Chilischoten, Tragantgummi, Amylum Stärke Könnte man dies in der stillzeit einnehm ...
Hallo Herr Dr. Karle, vor ca. 12 Stunden habe ich wegen einer Warze an der Fußsohle Verrumal aufgetragen. Jetzt habe ich gelesen, wie gefährlich es sein soll, insbesondere das Fluorouracil. Ich dachte mir ursprünglich, wenn ich 16 Stunden nicht stille, wäre alles abgebaut und ich kann über die Muttermilch unseren Sohn (17 Monate) nicht sch ...
Guten Tag Herr Dr. Karle, ich habe eine Frage die keine Schwangerschaft, aber die Stillzeit betrifft. Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen. Vielleicht haben Sie von einem ähnlichen Problem schon mal gehört. Vor 4 Monaten kam meine Tochter zur Welt und ich stille voll. Seit ca. ein bis zwei Monaten leide ich immer mal wieder an leichten Kopfsch ...
Guten Tag, meine Tochter ist knapp 8 Wochen alt und ich stille voll. Ich ernähre mich sehr eiweißreich (Zöliakie, dadurch entsteht das wenn man sich gesund ernähren will und ich bin Sportlerin). Ich komme teilweise so auf eine Menge zwischen 150-250g/ Tag. Es ist also so 40% in der Makronährstoffverteilung. Jetzt habe ich mit einem riesengroßen S ...
Hallo Herr Dr. Karle, ich habe in der SS kein Jod genommen, weil ich dieses überhaupt nicht vertragen habe. Ich habe Hashimoto, meine Schilddrüsenhormone wurden ständig gemessen, die Tablettendosis angepasst. Jod habe ich alle 6 Wochen im Urin gemessen. Ich war immer ausreichend versorgt. Jetzt in SSW 36 sinkt der Wert langsam. Ich mache mir nun ...
Guten Tag Bald steht bei mir eine Augenuntersuchung an. Während der Schwangerschaft musste bei einer Augenuntersuchung auf Tropfen, welche die Pupille weitstellen, verzichtet werden. Wie sieht dies jetzt während der Stillzeit aus? Dürften solche Tropfen für die Untersuchung angewendet werden? Mein Baby ist 7 Wochen alt und vollgestillt. Be ...
Guten Abend Dr. Mallmann, ich habe eine Frage zur Brustwarze nach Schwangerschaft und Stillzeit. Meine Geburt liegt mittlerweile 3 Jahre zurück, ich habe ca. 1,5 Jahre lang gestillt bzw. abgepumpt. In dieser Zeit waren meine Brustwarzen sehr oft wund, rissig, teilweise blutig, die linke scheint sich jetzt dauerhaft verändert zu haben: Di ...
Guten Morgen mein Baby ist 5 Monate alt geworden, darf ich mich gegen Corona impfen lassen wenn ich stille? Oder muss ich mir Sorgen machen wegen meinem Baby dass dies schädlich für es ist? Danke liebe Grüße
Guten Abend Ich bin in der 37. SSW und leider ist mir diese Woche ein Teil eines Backenzahns rausgebrochen. Da die Stelle dadurch nur schwer zu reinigen ist, müsste ich laut Zahnarzt möglichst zeitnah eine Zahnfüllung bekommen. Ist diese Behandlung in der Schwangerschaft risikolos für das Baby möglich? Oder allenfalls in der Stillzeit? Und wie ...
Sehr geehrter Herr Dr. Karle, seit etwa vier Wochen verwenden wir zum Würzen unserer Speisen und für Salate ein Salz, das mit Jod und Selen angereichert ist. Leider war dies das einzige verfügbare Produkt im Supermarkt, und ich habe es ohne nähere Prüfung gekauft. Vor Kurzem bin ich jedoch auf einen Bericht der Verbraucherzentrale gestoßen, ...