Mitglied inaktiv
Guten Tag Herr Dr. Bluni! Nach meiner letzten Schwangerschaft in 2005 wurde bei mir eine Postpartum Thyreoiditis diagnostiziert und daraus hat sich eine Hypothyreose entwickelt. Seitdem nehme ich L-Thyroxin 125. Ich bin wieder schwanger (15. Woche) und war Montag bei der Nuklearmedizinerin zur Kontrolle. Die Werte waren: fT4=1,44 [1,21] (0,8-2,3) fT3=2,95 [2,01] (1,8-4,2) TSH-basal=3,71 [0,51] (0,4-2,5) [Werte vor 6 Wochen] (Normwerte) Die Dosis soll nun auf Thyronajod 150 erhöht werden. Ich mache mir nun große Sorgen wegen des erhöhten TSH, da ich gelesen habe, dass bereits bei einer subklinischen Hypothyreose fetale Fehlentwicklungen und Schwangerschaftskomplikationen signifikant häufiger auftreten. In der Frühschwangerschaft wird die Gehirnentwicklung des Feten beeinträchtigt. Sind meine Sorgen berechtigt? Vielen Dank für Ihre Antwort!
Hallo, 1.bei Verdacht auf eine bestehende Überfunktion bzw. Unterfunktion der Schilddrüse sollte vor jeder Form der Jodsupplementierung eine weiterführende Diagnostik erfolgen. Für den Fall, dass schon Medikamente wegen einer Schilddrüsenerkrankung eingenommen werden, ist es in jedem Fall ratsam, die Jodidsubstitution vorher mit der behandelnden Ärztin/Arzt abzusprechen, denn hier kann es schon mal sein, dass kein zusätzliches Jodid eingenommen werden darf. Gleichzeitig wird die Funktion im Laufe der Schwangerschaft noch einmal überprüft, weil sich hier manchmal der Bedarf zur Anpassung der Dosierung ergibt. Auf der Internetseite http://medweb.uni-muenster.de/institute/nuklear/dienstleistungen/SCHWANGE.PDF kann die Interessierte die Empfehlungen der Uni Münster zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen in d. Schwangerschaft nachlesen. Das genaue Vorgehen sprechen Sie bitte mit dem behandelnden Arzt ab. 2. wenn auch eine Funktionsstörung sich mal auf die kindliche Entwicklung auswirken kann, so heißt das noch lange nicht, dass dieses bei jedem Abweichen der Werte in jedem Fall so sein wird. VB