Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Depression und Neurologe hilft nicht

Frage: Depression und Neurologe hilft nicht

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Ich bin jetzt in der 34.SSW und bis vor 2 Wochen habe ich mich sehr auf mein 3. Kind gefreut! Seit 2 Wochen heule ich den ganzen Tag, bin lustlos, träge und depressiv. Auch die Freude auf das Baby ist weg. Ich habe von meinem Gyn eine Überweisung zum Neurologen bekommen, von dem ich mir auch sehr viel versprochen habe. Der sagt jedoch, man könne nichts machen, da bei dem Baby nach der Geburt eine Entziehung erfordern würden und auch in die Muttermilch übergehen würden. Stimmt das? Ich fühle mich sehr alleine gelassen und weiß nicht, wie ich die nä. Wochen noch überstehen soll?! Vielen Dank, Kri


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Liebe Kiri, diese Ängste sind sicher unbegründet,was heißt, dass eine notwendige Therapie auch durchgeführt werden darf und soll. Zur medikamentösen Behandlung der Depression in der Schwangerschaft kann man folgendes ausführen: Es können eine Reihe von Substanzen eingesetzt werden. Jedoch sollte die medikamentöse Behandlung zeitlich begrenzt werden, um teratogene und toxische Effekte zu vermeiden. Wenn möglich, sollten aber Antidepressiva in der Schwangerschaft und besonders im ersten Trimenon, also während der Organentwicklung, nur bei schweren Erkrankungen verordnet werden. Auf Grund der aktuellen Datenlage (Empfehlungen der amerikanischen Aufsichtsbehörde, FDA) sollte bei Diagnose einer Schwangerschaft in einer laufenden Therapie mit dem Wirkstoff Paroxetin, die Therapie umgestellt werden. Und bis zum Vorliegen neuer Sicherheitsdaten ist Patientinnen, die eine Schwangerschaft beabsichtigen oder im 1 Trimenon schwanger sind, von einer Behandlung mit Paroxetin abzuraten. Was Neuroleptika anbelangt, so dürfen Butyrophenone während der Schwangerschaft verabreicht werden, ebenso sind Phenothiazine kaum teratogen. Bei Benzodiazepinen besteht eine relative Kontraindikation. Schlafmittel und Tranquilizer vom Benzodiazepin-Typ sollten während des ersten Trimenons gemieden werden und sollten zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin nicht mehr verabreicht werden. Generell sind in der Schwangerschaft nur bewährte und gut untersuchte Substanzen zur Behandlung der Depression zu empfehlen. Dieses sollte dann mit dem behandelnden Arzt vor Ort besprochen werden. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich doch bitte an unseren Experten für Medikamente in der Schwangerschaft, Herrn Dr. Paulus. Er hat übrigens hier bei rund-ums baby.de auch ein Forum zu solchen Fragen. Die Adresse ist http://www.rund-ums-baby.de/med_schwangerschaft/ VB


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