Mitglied inaktiv
Guten Abend Herr Dr. Bluni, meine 1.Schwangerschaft endete mit einer Frühgeburt (SSW 35+6), unsere Tochter ist glücklicherweise kerngesund und man merkt ihr überhaupt nicht an, dass sie ein Frühchen ist. Ich war aber bereits in der 28.SSW mit Frühwehen im Krankenhaus und hatte neben Wehenhemmer auch Cortisonspritzen zur Lungenreifung bekommen. Da ich nun befürchte, dass meine nächste Schwangerschaft viell. wieder mit einer Frühgeburt endet wollte ich fragen, ob ich mir vorsorglich die Spritzen geben lassen kann. Vielen Dank für eine Information. Herzliche Grüße, Grace
liebe Grace, eine vorsorgliche Verabreichung von Cortison wird hier nicht empfohlen. Im Vordergrund steht die Aufklärung zu den Risiken für eine Frühgeburt und dem Wiederholungsrisiko, sowie die diagnostischen Möglichkeiten, hier im Vorfeld Hinweiszeichen zu erkennen: die Vorgeschichte stellt sicher ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wichtig bei einer Folgeschwangerschaft ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. VB