Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Bluni, gestern wurden bei mir Feigwarzen an den inneren Labien im Krankenhaus festgestellt. Ich bin zur Zeit in der 30+3 SSW. Was bedeutet das für mich und das Kind bzw. die Geburt? Wie soll ich mich verhalten? Habe Angst, dass sich das Baby bei der Geburt anstecken kann. Wie hoch ist das Ansteckrisiko während einer Geburt? Ist eine normale Geburt möglich? Sind die HPVieren für mich gefährlich (z.B. Krebs des Gebärmutterhalses)? Müßen Abstriche gemacht werden? Gehen die Warzen vielleicht von alleine weg? Wie kann es sein, dass ich Feigwarzen bekommen habe bzw. mich angesteckt habe, ich bin seit meheren Jahren in einer Festenbeziehung. Ich würde mich über eine Antwort freuen. Vielen Dank!
liebe Grazia, 1. im Genitalbereich werden die sichtbaren Warzen Kondylome genannt. Viele Frauen wissen nicht einmal, dass sie Kondylome haben, weil sie vielleicht sehr klein sind Bei einzelnden Condylomen in der SCheide kann erwogen werden, sie vor der Geburt chirurgisch entfernen zu lassen. Häufig wird damit bis nach der Geburt gewartet. Liegen in der Scheide größere Mengen von Kondylomen vor, so wird von einigen Fachvertretern empfohlen, sich über den Entbindungsmodus - vaginal versus Kaiserschnitt - Gedanken zu machen. Dieses, weil bei größerer Ansammlung (!!)es zur Übertragung auf das Kind mit Papillombildung im Rachenbereich kommen kann. Von den Kondylomen geht sonst keine Gefahr für das Ungeborene aus. Dieses sollte deshalb vorzeitig mit der Entbindungsklinik besprochen werden. 2.Zu den genannten Viren – HPV, ihrer Bedeutung und der Frage ob ein Suchverfahren nach ihnen (Screening) generell sinnvoll ist, kann man folgendes sagen: Bei HPV (Human Papilloma Virus) handelt es sich um eine Gruppe von über 100 miteinander verwandter Virustypen. Einige von ihnen können Warzen im Genitalbereich hervorrufen können, während andere HPV-Stämme Warzen an Händen und Füssen hervorrufen. Im Genitalbereich werden die sichtbaren Warzen Kondylome genannt. Sie treten nicht bei jedem HPV-Infizierten auf; viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie Kondylome haben. Infektionen mit HPV sind häufig: Etwa 80% aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens. Die Übertragung erfolgt auf sexuellem Wege. Bei 80-90% aller Infektionen kommt es im Laufe von Wochen oder Monaten zu spontaner Rückbildung. Bestimmte HPV-Typen sind krebsauslösend und spielen bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen eine Rolle. Diese so genannten. Hochrisikotypen („high-risk-HPV“) finden sich zu jedem Zeitpunkt bei etwa 10% der weiblichen Bevölkerung im geschlechtsreifen Alter. Die überwiegende Zahl dieser Infektionen heilt spontan und dauerhaft ab. Die Infektion selbst ist noch nicht behandelbar. Nur bei wenigen Infektionen mit Hochrisikotypen des HPV kommt es zur Ausbildung der Krebsvorstufen. Die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses aus den Vorstufen dauert aber mindestens 7-10 Jahre und die Vorstufen lassen sich mit einer Serie von Abstrichen über mehrere Jahre zu 95% erfassen. Es gibt derzeit keine ausreichende Datengrundlage zum routinemäßigen Einsatz der HPV-Diagnostik auf der Suche nach einem Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen. Von den maßgeblichen medizinisch- wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird ein primäres HPV-Screening gegenwärtig nicht empfohlen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hält ein primäres HPV-Screening derzeit für nicht indiziert. Die bisher etablierte Früherkennung von Veränderungen durch Gebärmutterhalsabstriche ist die beste Vorsichtsmaßnahme gegen Gebärmutterhalskrebs. Frauen, bei denen eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde, haben verständlicherweise Angst, dass die Infektion Krebs verursachen könnte. Deshalb ist es hier immer anzuraten, wie oben beschrieben, über die Bedeutung der Infektion, der großen Wahrscheinlichkeit der spontanen Rückbildung und die individuelle Risikoeinschätzung zu sprechen. VB
Mitglied inaktiv
Ich wollte mich nocheinmal bei Ihnen melden und mich bei Ihnen zu bedanken. Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben und auf meine Email so schnell und so ausführlich eingegangen sind. Ich war nämlich die letzten Tage sehr verzweifelt. Schön, dass es diese Seite gibt und man auf diesem Wege vielen Frauen bzw. Mädchen helfen kann. Danke das Sie sich dafür Zeitnehmen!