Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Bluni Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich in der 11 SSW eine Chorionbiopsie machen lassen. Nun bin ich (34) wieder schwanger und überlege mir, ob ich eine Chorionbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung machen lassen soll. Ich habe gehört, dass es bei der Chorionbiopsie zu Extremitätenfehlbildungen kommen kann. Kann man ein Risiko dafür angeben (bei einem dafür spezialisierten Arzt)? Freundliche Grüsse sansok
hallo, die invasive Diagnstik bietet heute zwei Möglichkeiten: Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) und Chorionzottengewebsentnahme: Eine Chorionzottenbiopsie wird in aller Regel ab der vollendeten 10. SSW durchgeführt. Man erhält ein sehr frühes und auch schnelles Ergebnis (innerhalb von 48 Stunden) im Gegensatz zur Fruchtwasserpunktion. In aller Regel wird sie über den Bauch durchgeführt. Diese Technik ermöglicht im Gegensatz zur Fruchtwasserpunktion allerdings nicht, das im Fruchtwasser vorhandene AFP (Alpha-Fetoprotein) und die ACHE (AcetylCHolinEsterase) zu bestimmen, um Hinweise auf einen Neurahlrohrdefekt zu erhalten. Seltene Formen von genetischen Störungen wie Mosaikbildungen können nicht erkannt werden. Darüber hinaus sind in der Literatur Fälle von Extremitätenfehlbildungen nach Chorionzottenbiopsie beschrieben, wobei man den genauen Mechanismus dafür bis heute nicht genau deuten kann. Das Fehlgeburtsrisiko liegt wie bei der Amniozentese bei ca. 1%. Bei der Fruchtwasserpunktion, die meistens ab der 14./15. SSW angeboten wird (von Frühamniozentesen sollte man wegen möglicher Probleme, wie auch schon bei der Chorionzottengewebsentnahme beschrieben, Abstand nehmen), ist das Fehlgeburtsrisiko bei ca. 1% anzusetzen. Man kann neben der Genetik familiäre Stoffwechselstörungen oder kindliche Infektionen ausschließen, es gibt auch hier mittels PCR- oder FISH-Technik eine Möglichkeit, schnell ein Ergebnis zu erhalten. Beide letztgenannten Verfahren sind aber keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung. VB