Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

akute ringelrötelninfektion 28. ssw

Frage: akute ringelrötelninfektion 28. ssw

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Hallo Herr Dr. Bluni, ich habe gestern einen Anruf von meinem Frauenarzt erhalten, dass ich mich bei meinem Sohn mit Ringelröteln angesteckt habe. Die Blutwerte zeigen eine frische Infektion. Sohnemann ist von oben bis unten "gepunktet / geringelt" bei mir zeigt sich nichts. Mein Arzt hat mich für Montag in die Praxis bestellt - zum Ultraschall. Zusätzlich hat er mir vorgeschlagen, ich sollte heute mehr oder weniger zur "Nervenberuhigugn" einen im Krankenhaus machen lassen. Sofern alles ok ist, wollen wir gerne von Montag bis Donnerstag Urlaub am Gardasee machen (ca. 3 h von uns daheim entfernt). Am Freitag plant mein Doc eine weitere Ultraschall-Kontrolle - und in der folgenden Woche eine Herz-Untersuchung des Ungeborenen in einer Spezialpraxis. Ich fühle mich gut betreut, gut aufgehoben - auch wenn ich natürlich emotional angeschlagen bin. Für mich wäre einfach noch einmal wichtig zu wissen, ob Sie mir von den 4 Tagen Urlaub abraten würden - so wie ich es bislang verstanden habe, ändert es eh nix, wo ich die Warterei zwischen den Kontrollen verbringe. Von daher könnten wir's uns auch so gut wie möglich gehen lassen - oder sehen Sie das anders? Gibt es irgendwelche Faktoren, die eine Infektion das Babies ungünstig beeinflussen? (Sonne, Ernährung etc.) Vielen Dank für Ihre Bemühungen, Silke


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Silke, die jetzt bestehenden Ängste sich sehr gut zu verstehen. Aber, wir können hier meist beruhigen: Sie können den ABlauf nicht beeinflussen und aus diesem Grund ist es nicht nötig, auf den Urlaub zu verzichten. 2.Der Erreger der Ringelröteln ist das Parvovirus Typ 19.Nicht zu verwechseln mit dem Rötelnvirus, das die Röteln verursacht. Fetale Komplikationen treten hauptsächlich bei mütterlicher Infektion gegen Ende des 1. Trimenons und im 2. Trimenon auf. Hierzu gehören Wassereinlagerung (in ca. 10-15% der akut infizierten Schwangeren) und in seltenen Fällen eine Fehlgeburt. Im letzten Teil der Schwangerschaft sind kaum mehr Folgen für das Kind zu erwarten. Das Intervall zwischen mütterlicher Infektion und der der kindlichen Komplikation kann zwischen 2 bis 17 Wochen variieren, beträgt aber in 80% zwei bis vier Wochen. Wichtig: es sind keine eigentlichen Fehlbildungen, wie bei der Rötelninfektion, die hervorgerufen werden, sondern .es kann beim Kind infolge der Ringelrötelninfektion zu extremer Blutarmut kommen. Dieses kann dazu führen, dass Blutübertragungen beim Ungeborenen notwendig werden. Im Fall einer Infektion sind über mehrere Wochen engmaschige Ultraschallkontrollen durch einen entsprechend erfahrenen Pränataldiagnostiker sinnvoll, um zu sehen, ob es zu Wassereinlagerungen beim Kind kommt. VB


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