IdeeZ
Hallo Mein Sohn ist 13 Monate und ein wirklich schlechter Esser. Er kam mit 3325g in ssw 40+2 per Kaiserschnittauf die Welt, in den ersten Tagen hat er knapp 10% seines Geburtsgewichtes verloren, was wir aber mit zusĂ€tzlich Milch abumpen schnell in Griff bekommen haben. Hab ihn ca 6 Monate voll gestillt, dann hat er einen leichten Eisenmangel entwickelt und die KinderĂ€rztin verschrieb uns Tropfen und meinte sie wĂ€r mit seinem gewicht nicht zufrieden und ich soll mit Beikost beginnen und statt stillen, 1er Milch geben. Nun ist es aber so das mein Sohn jegliche Milch verweigert hat, jede Sorte aus jeder Flasche ect dies ist bis heute so. Er hat mal seine Phasen wo er wirklich super isst, morgens einen Toast mit FrischkĂ€se und ein paar scheiben gurke oder Ă€hnlichem, mittags ein alterensprechendes GlĂ€schen die volle Portion (selbstgekochtes mochte er noch nie), nachmittags einen Joghurt und etwas Obst und abends milchbrei mit obstmus. So isst er aber wenn's hochkommt vllt anderthalb Wochen am StĂŒck..dann kommt wieder einen Phase die immer wesentlich lĂ€nger dauert so ca 3 Wochen wo er kaum etwas isst. Morgens sinds vllt mal 3 Hapse vom Toast, mittags 3 Löffel GlĂ€schen, nachmittags 3 Löffel Joghurt und abends manchmal gar nichts. ZusĂ€tzlich stille ich ihn dann. Selbst ohne stillen isst er dann nicht besser. Es ist wirklich nichts zu machen in dieser Zeit, versuche ich ihn durch Ablenkung oder dergleichen dann zum essen zu bewegen, wird er total nervös, zappelt rum schreit mich richtig an. Die KinderĂ€rztin hat uns nun schon seit ca 2 Monaten "nutrini creamy" verschrieben wovon er sonst am Tag 2 StĂŒck isst, an diesen lauen Phasen allerdings wenn's hochkommt 1 am Tag schafft. Hier seine U Daten 15.10.2019 U1 3325g 45cm 35,5ku 18.10.2019 U2 312g 45cm 35,5ku 15.11.2019 U3 4120g 55cm 39,2ku 26.02.2020 U4 6220g 64cm 43ku 21.04.2020 U5 6780g 67,5cm 45ku 05.11.2020 U6 8580g 75cm 49,5 Ku FĂŒr wie bedenklich halten sie das Essverhalten und die gewichtsentwicklung meines Kindes?
Doris Plath
Liebe âIdeeZâ, zunĂ€chst vorneweg: Laut meinen Normtabellen lieg Ihr Junge mit der GröĂe prima in der Norm und mit dem Gewicht bestens innerhalb der unteren Norm. So gesehen ist es zwar richtig weiterhin auf die Entwicklung Ihres Sohnes ein Auge zu haben, es aber dennoch auch gelassener zu sehen: soweit passt ja alles. Die wenigsten Kleinkinder essen nach Lehrbuch - Ihr Kleiner ist wie andere Kleinkinder auch. Diese âich-ess-jetzt-mal nixâ oder âich-ess-nur-was-mir-schmecktâ-Phasen kommen hĂ€ufiger vor als man denkt. Viele Eltern kennen diese Situation und können ein Lied davon singen. Diese Launen kommen und gehen. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Kleinen dennoch holen, was sie brauchen. Am besten ist es wohl, wenn man keine allzu âgroĂe Sacheâ daraus macht. Sonst lernt Ihr Kleiner weiter nur, dass er mit seiner Verhaltensweise viel Aufmerksamkeit bekommt. Und das gefĂ€llt den Kleinen besonders: Mama tut alles, damit ich mehr und gesund esse. âDas ist so toll, dass sie sich mir so intensiv zuwendet.â Ein paar lieb gemeinte, allgemeine Anregungen meinerseits: Leben Sie Ihrem Sohn als Vorbild abwechslungsreiches Essen vor. Zeigen Sie ihm wie viel Freude das Essen macht, und dass es so viele schmackhafte Gerichte gibt. Auf Dauer wird natĂŒrlich auch das Stillen den Appetit mindern, das ist eine Stellschraube, an der Sie drehen können, auch wenn es nicht unmittelbar gleich eine Wirkung zeigt. Versuchen Sie die Mahlzeiten auf drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten zu begrenzen. Ziehen Sie Mahlzeiten nicht in die LĂ€nge. Nach etwa 30 Minuten sollte das Essen beendet sein, egal ob aufgegessen oder nicht. Dann ist wieder Spielzeit etc. Eine angenehme AtmosphĂ€re, kein Zeitdruck, ein hĂŒbsch gedeckter Tisch sind einladend und regen den Appetit an. Meine besten Tipps sind: * âMachenâ Sie nicht so viel und lassen Sie das Essen nicht so in den Mittelpunkt rĂŒcken. In manchen Familien dreht sich oft alles nur noch um die Mahlzeiten. Und die laufen dann entsprechend âunentspanntâ und im immer gleichen Muster ab. * Versteifen Sie sich nicht so sehr auf die Mahlzeiten, freuen Sie sich mehr darĂŒber, dass es Ihren Kleinen gibt und es Ihrem Kleinen - trotz allem - gut geht! * VersprĂŒhen Sie Freude beim Essen. Freude ist der beste Appetitbringer. Bieten Sie einfach weiterhin von einem ausgewogenen und abwechslungsreichen Essen immer ausreichend an und lassen Sie Ihren Jungen selbst entscheiden, wie viel er essen mag. Beherzigen Sie am besten immer den goldenen Grundsatz: Sie als Mama bestimmen das Speisenangebot, also das was auf den Tisch kommt, und Ihr Kleiner bestimmt die Mengen, die er essen mag. Es ist zwar ein âalter Hutâ, aber es gilt immer noch, dass ein gesundes Kind nicht vor einem vollen Teller verhungern wird. * Nehmen Sie Druck von sich und damit Ihrem kleinen Liebling, dass etwas beim Essen unbedingt klappen muss. Oft wenn der Druck weicht, entspannt sich die ganze Situation. Ist die Situation zu sehr gefestigt und verfahren, dann kann es sinnvoll sein, von auĂen eine Hilfestellung zu bekommen. Es gibt Personen, die speziell fĂŒr FĂŒtter- und Essstörungen ausgebildet sind - sicher kann Ihnen Ihr Kinderarzt Adressen nennen. Auch hier gibt es weitere Infos: ( https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/essprobleme/fuetterstoerungen/ ) Herzlicher GruĂ und ich drĂŒck die Daumen, dass sich die Situation am Esstisch bald mehr entspannt! Doris Plath